
Pokémon Legends Z-A: Mega Dimension hebt die Level-100-Grenze auf und verdreht Lumiose neu
Kaum drei Wochen auf dem Markt und schon im Gespräch: Pokémon Legends Z-A legte mit 5,8 Millionen verkauften Einheiten in der ersten Woche einen Paukenschlag hin und performte besonders stark in Großbritannien und den USA. Auf dieser Erfolgswelle kündigt The Pokémon Company das erste kostenpflichtige Add-on an: Mega Dimension erscheint am 10. Dezember 2025 für Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Begleitet wurde die Ankündigung von zwei neuen Videos – einem stimmungsvollen Cinematic und einem Feature-Trailer, der die Inhalte klar absteckt.
Was Mega Dimension eigentlich macht
Der DLC startet mit der geheimnisvollen Ansha und ihrem Partner Hoopa. Dessen Portalkräfte reißen ein Fenster in eine alternative Ebene, in der sich eine verzerrte Version von Lumiose City ausbreitet. Straßenzüge knicken, Passagen verschieben sich, und Varianten bekannter Pokémon streifen durch die Quartiere, als wären sie schon immer dort gewesen. Deine Aufgabe geht jedoch über das Einsammeln neuer Formen hinaus: Über der Stadt liegen Distorsionen, Risse in der Realität, deren Ursprung du gemeinsam mit Ansha und Hoopa aufklären sollst. Das Ergebnis ist ein Mix aus Detektivarbeit, Erkundung und anspruchsvollen Gefechten.
Historischer Einschnitt: Schluss mit Level 100
Die wohl einschneidendste Änderung der Reihe: Das Level-100-Limit ist Geschichte. Gegner können nun deutlich über diese Marke hinauswachsen – und das hat Folgen. Progression, Teambau und die Relevanz von Nischenarten werden neu sortiert. Schadens- und Defensivschwellen verschieben sich, Statuseffekte und Feldkontrolle gewinnen an Bedeutung, und Ressourcenmanagement wird zum ernsthaften Fach. Wer sich in den höchsten Schwierigkeitsgraden behaupten will, muss EV/IV, Itemisierung, Rollenverteilung und Wechselrhythmus präzise planen. Kurz: Das fehlende Dach zwingt das Meta in Bewegung – und genau das ist der Reiz.
Zwei Trailer, zwei Stimmungen
Der Cinematic-Trailer setzt auf Atmosphäre: über der Prism Tower zerreißen Portale den Himmel, Hoopa öffnet Durchgänge zwischen Ebenen, die Skyline wirkt wie in einem krummen Spiegel. Der zweite Trailer dreht den Scheinwerfer auf die Endgame-Ausrichtung: eskalierende Begegnungen, klarer Fokus auf Teamoptimierung und Kämpfe für Spielerinnen und Spieler, die die Hauptkampagne gemeistert haben und nun echte Prüfungen suchen.
Kalos im neuen Zuschnitt
Schon das Hauptspiel wurde gelobt, weil es ausufernde Flächen gegen klare Gameplay-Loops und eine saubere, schnell lesbare Kampfstruktur tauschte. Mega Dimension knüpft dort an. Es geht nicht um einen riesigen Zusatzkontinent, sondern um einen klugen Remix von Lumiose mit narrativem Klammerpunkt – den Distorsionen – und Begegnungen, die selbst gefestigte Teams herausfordern. Für Veteranen ist es ein Nostalgie-Trip mit neuem Charakter; für frische Abgänger der Story ein Fortgeschrittenenkurs, in dem Theorie zum Teambau endlich in praktische Meisterprüfungen mündet.
„Rausgeschnitten und verkauft?“ – eine faire Frage
Große Erweiterungen lösen reflexartig Skepsis aus. Doch das Entfernen des Levelcaps ist kein Kosmetik-Patch. Wenn die Progression in sinnvollen Stufen verläuft, Begegnungen präzise Checks auf Vorbereitung und Anpassung setzen und Belohnungen das Risiko widerspiegeln, dann ist Mega Dimension weniger Zusatzpaket und mehr Krönung der Z-A-Formel. Entscheidend wird, ob neue Items oder Moves die Meta beleben, ohne alte Favoriten zu brechen – also Evolution statt Abriss.
Worauf es bis zum 10. Dezember zu achten gilt
- Skalierung: Wie weit über 100 steigen Gegner wirklich, und wie stimmen Drops und Progression darauf ein?
- Build-Anreize: Neue Items/Bewegungen, die frische Linien eröffnen, statt nur Zahlen aufzublasen.
- Boss-Design: Erinnerungswürdige Mechaniken statt reiner HP-Schwämme.
- Technik: Stabilität und Parität zwischen Switch und Switch 2, besonders in Effektfeuerwerken.
Fazit
Mega Dimension verspricht weniger Breite, mehr Tiefe. Der DLC erweitert das, was Legends Z-A stark macht – zielgerichtete Kämpfe und rhythmische Erkundung – und würzt es mit einem mutigen Schritt: Es gibt kein Leveldach mehr. Wenn Anspruch und Ausführung zusammenfinden, könnte der 10. Dezember als Tag in Erinnerung bleiben, an dem Pokémon das Endgame neu definiert.