Immer wieder tauchen Geschichten auf, die zeigen, wie gnadenlos der Aktienmarkt sein kann, wenn man ihn wie ein persönliches Casino behandelt. Eine besonders drastische Geschichte ist die von Alex, einem Postboten in den USA, der glaubte, mit Daytrading schnell reich zu werden. 
Stattdessen sitzt er nun auf einem gigantischen Schuldenberg, der sein Einkommen bei Weitem übersteigt.
Alex verdient rund 4.000 Dollar im Monat – ein solides Einkommen, aber sicher nicht genug, um hochriskante Börsenspiele zu finanzieren. Anfangs schien es gut zu laufen: Mit geliehenem Geld erzielte er kurzfristig 120.000 Dollar Gewinn. Doch statt auszusteigen, verfiel er dem Rausch. Er lieh sich erneut Geld, versuchte Verluste aufzuholen – und verlor am Ende nicht nur alles, sondern häufte Schulden von 180.000 Dollar an. Heute muss er monatlich 6.200 Dollar zahlen, obwohl er nur 4.000 Dollar verdient. Zudem droht er seinen Job zu verlieren, weil er das für die Zustellung vorgeschriebene Fahrzeug nicht mehr finanzieren kann.
Sein Fall ist kein Einzelfall. Studien zeigen, dass etwa 78 % aller Daytrader Geld verlieren. Hinter jeder Traumstory von schnellen Gewinnen stehen Dutzende bittere Niederlagen. Auch im Radioformat „The Ramsey Show“ häufen sich die Berichte: Ein Anrufer verlor 300.000 Dollar aus einem geerbten Konto, eine Frau berichtete, dass ihr Mann über 1 Million Dollar beim Zocken an der Börse verbrannte – trotz eines Jahreseinkommens von 350.000 Dollar. Solche Beispiele verdeutlichen: Sogar Menschen mit hohen Einkommen sind nicht immun gegen den Reiz des schnellen Geldes.
Auch im Internet kursieren zahlreiche Warnungen. Legendär ist der WallStreetBets-User, der alles verlor, weil er die Regeln amerikanischer Optionen missverstanden hatte. Selbst vermeintlich abgesicherte Strategien können in Sekunden in den Abgrund führen. Viele Beobachter kritisieren zudem die Banken, die überhaupt so hohe Kredite an Normalverdiener vergeben, ohne Sicherheiten wie Haus oder Auto einzufordern. Manche sehen darin Parallelen zu den Praktiken, die zur Finanzkrise 2008 führten.
Die Lehre liegt auf der Hand: Daytrading ist keine Investition, sondern Glücksspiel mit hübscher Verpackung. Wer mitmacht, sollte nur Geld einsetzen, dessen Verlust er komplett verkraften kann. Die Geschichte von Alex ist ein mahnendes Beispiel: Die Gier nach schnellem Reichtum endet oft nicht im Erfolg, sondern im Ruin von Finanzen und Karriere.
3 kommentare
eine Bank, die 180k an jemanden mit 48k Jahreseinkommen verleiht, ist genauso bescheuert. Gier überall
im schlimmsten Fall kassieren sie sein Auto… oder seine Organe 😂
das ist Glücksspiel, vor allem jetzt mit KI und Bots, die schneller traden als Menschen