PRAGMATA galt seit seiner Ankündigung 2020 als eines der rätselhaftesten Projekte von CAPCOM. Nach Verschiebungen und jahrelanger Funkstille hatten viele Spieler schon damit gerechnet, dass es wie das berüchtigte Deep Down sang- und klanglos verschwinden würde. 
Doch auf der Gamescom 2025 gab es endlich Klarheit: Das Spiel ist real, es sieht ambitioniert aus und es überrascht mit einem ungewöhnlichen Mix aus Action und Rätseln in einem eindringlichen Sci-Fi-Setting.
Die Demo führte mich in eine verlassene Forschungsstation auf dem Mond. Astronaut Hugh und die Androidin Dana versuchen dort, das Schicksal der Crew aufzuklären und einen Weg zurück zur Erde zu finden. Auf den ersten Blick wirkt PRAGMATA wie ein klassisches Third-Person-Action-Adventure: Korridore voller kleiner Umgebungsrätsel, gelegentliche Kämpfe gegen Gegner. Doch schon nach wenigen Minuten wird klar, dass das Herzstück des Spiels das innovative Kampfsystem ist.
Der Kniff: Bevor Hugh einem Feind Schaden zufügen kann, muss Dana ihn hacken und seine Verteidigung ausschalten. Diese Hacks laufen über Puzzle-Minigames, bei denen man gleichzeitig unter Beschuss steht. Das sorgt für eine ständige Spannung zwischen Konzentration und Reflexen. Mit fortschreitender Demo werden die Rätsel komplexer: neue Muster, zusätzliche Effekte wie Debuffs, die Gegner schwächen oder verwundbarer machen.
Am Anfang fühlt sich das Umschalten zwischen Rätseln und direkter Action etwas holprig an. Doch nach kurzer Zeit geht es in Fleisch und Blut über. Besonders eindrucksvoll war der Bosskampf: Ein gigantischer Mech zwang mich, wiederholt seine Systeme zu hacken, um ihn für kurze Zeit angreifbar zu machen – und in diesen Momenten maximalen Schaden zu verursachen. Das Wechselspiel zwischen Denksport und Adrenalin sorgte für ein intensives, dynamisches Erlebnis.
Auch die Atmosphäre bleibt hängen. Die Mondstation wirkt kalt, verlassen und voller Geheimnisse. Überall finden sich Hinweise auf eine größere Geschichte über Wissenschaft, Gier und die fragile Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Dana scheint dabei nicht nur eine funktionale Begleiterin zu sein, sondern auch ein emotionaler Anker. Ob sie im finalen Spiel zur Nervensäge oder zu einer echten Charakterstärke wird, bleibt abzuwarten – das Potenzial ist da.
Bis zum Release dauert es allerdings noch: CAPCOM nennt lediglich ein vages Zeitfenster 2026 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X und Series S. Einerseits bedeutet das viel Zeit für Feinschliff und Balancing, andererseits droht die Gefahr, dass das Interesse bis dahin abflacht. CAPCOM wird den Spagat schaffen müssen, das Feuer der Begeisterung am Lodern zu halten.
Für mich persönlich hat die Gamescom-Demo aber gereicht, um Skepsis in Vorfreude zu verwandeln. PRAGMATA wirkt wie einer der mutigsten Schritte von CAPCOM seit Langem. Sollte die finale Version mehr Abwechslung in Kämpfen und Rätseln bringen und die Geschichte sinnvoll ausbauen, könnte sich das Spiel zu einem der großen Sci-Fi-Highlights der nächsten Jahre entwickeln.
Jetzt heißt es warten – aber diesmal fühlt sich das Warten lohnenswert an.
2 kommentare
bruh erstmal bisschen fanart konsumieren vorm zocken 😂
hätte lieber ne erwachsene badass Partnerin statt kleiner Android-Göre