Qualcomm will seine Präsenz im PC-Markt deutlich ausbauen und hat dafür die neue Snapdragon X2 Elite-Serie vorgestellt. 
Mit den Modellen X2 Elite und X2 Elite Extreme will das Unternehmen Intel, AMD und auch Apple Silicon herausfordern. Die zweite Generation der Windows-on-Arm-Chips verspricht nicht nur mehr Rechenleistung, sondern auch deutlich bessere Energieeffizienz.
Die Serie umfasst drei Varianten: den X2 Elite (X2E-80-100) mit 12 Kernen, den X2 Elite (X2E-88-100) mit 18 Kernen und den High-End-Chip X2 Elite Extreme (X2E-96-100) ebenfalls mit 18 Kernen. Gefertigt werden alle auf TSMCs modernem 3-nm-Prozess. Damit sollen mehr Leistung, geringerer Energieverbrauch und bessere Temperaturwerte erreicht werden. Während der Extreme für „Workloads auf Experten-Niveau“ gedacht ist, richten sich die normalen Elite-Modelle an Nutzer, die starke Leistung für kreative und produktive Aufgaben brauchen.
Das Extreme-Modell bietet 12 Prime-Cores mit 4,4 GHz Basistakt, die auf bis zu 5,0 GHz boosten können, ergänzt durch 6 Performance-Kerne mit bis zu 3,6 GHz. Die andere 18-Kern-Variante läuft etwas niedriger, während die 12-Kern-Version auf ein gutes Verhältnis zwischen Effizienz und Leistung setzt. Alle Chips setzen auf die dritte Generation der Oryon-CPU, die auch im Snapdragon 8 Elite Gen 5 für Smartphones steckt, aber für Laptops hochskaliert wurde.
Qualcomm gibt an, dass die neue Generation bei gleicher Leistungsaufnahme bis zu 31 % schneller rechnet und bis zu 43 % weniger Strom benötigt als der Vorgänger. Besonders wichtig ist das im Vergleich zu Apples M-Serie oder klassischen x86-Laptops, wo Windows on Arm bislang klar das Nachsehen hatte. Auch die GPU wurde verbessert: Die neue Adreno-Grafikeinheit soll 2,3-mal effizienter sein, unterstützt DirectX 12.2 Ultimate, Vulkan 1.4 und OpenCL 3.0. Damit soll auch Gaming auf einem höheren Niveau möglich sein – wenn auch wohl nicht mit den neuesten AAA-Titeln.
Ein weiteres Highlight ist die KI-Leistung. Jeder X2 Elite bringt den neuen Hexagon-NPU mit, der auf 80 TOPS kommt und laut Qualcomm die höchste Rechenleistung in einem Laptop-NPU bietet. Zusammen mit LPDDR5X-Speicher, UFS-4.0-Unterstützung und einer Speicherbandbreite von bis zu 228 GB/s beim Extreme-Modell zielt Qualcomm auf ein rundum modernes Paket.
Doch trotz starker Hardware bleibt die Frage nach der Software. Windows on Arm kämpft weiterhin mit eingeschränkter Unterstützung für native Anwendungen. Viele Programme laufen nur über Emulation von x86, was Leistung kostet. Zwar steigt die Zahl an ARM-optimierten Apps, doch die Lücke zu x86-Systemen ist noch groß. Genau das könnte über Erfolg oder Misserfolg dieser Plattform entscheiden.
Die ersten Laptops mit den neuen Snapdragon-X2-Elite-Chips sollen im Frühjahr 2026 erscheinen. Manche Beobachter kritisieren jedoch, dass Qualcomm damit das wichtige Weihnachtsgeschäft verpasst und Intel sowie AMD Zeit gibt, eigene Upgrades auf den Markt zu bringen. Hinzu kommt, dass x86 weiterhin einen klaren Vorteil bei der Software-Kompatibilität hat.
Für Nutzer könnten die Geräte dennoch spannend sein: schlanke, leise Laptops mit möglicher „Mehr-Tages-Akkulaufzeit“ und starker KI-Beschleunigung. Ob Qualcomm jedoch die Entwickler-Community und Käufer überzeugen kann, dass Windows on Arm jetzt reif ist, bleibt die entscheidende Frage. Gelingt das, könnte der X2 Elite Extreme tatsächlich eine ernsthafte Alternative zu Apples M-Chips werden und den Windows-Laptop-Markt endlich in Bewegung bringen.
3 kommentare
kann man den ram upgraden oder ist der fest verlötet?
native arm-apps fehlen noch, emulator nervt
wäre besser wenn linux oder android unterstützt würde