Realme baut seine P4-Familie in Indien weiter aus – nach P4 und P4 Pro steht jetzt das Realme P4x in den Startlöchern. Die offizielle Vorstellung ist für den 4. 
Dezember um 12 Uhr Ortszeit in Indien angekündigt. Anstatt nur eine leicht abgeänderte Version des normalen P4 zu sein, positioniert Realme das P4x klar als Dauerläufer und Gaming-Spezialisten: riesiger Akku, hohe Bildwiederholrate, optimiertes Kühlsystem und ein Chip, der auf stabile Leistung statt kurzzeitige Benchmark-Spitzen ausgelegt ist.
Dimensity 7400 Ultra als Herzstück
Unter der Haube arbeitet der Dimensity 7400 Ultra, ein moderner 5G-SoC für die obere Mittelklasse. Er bietet genug Power für den Alltag mit Social Media, Kamera, Navigation und Multitasking, aber auch für beliebte Mobile Games. In Kombination mit der Oberfläche von Realme soll das P4x flüssige Animationen, schnelle App-Wechsel und stabile 5G-Verbindungen liefern, ohne dass der Chip im Minutentakt ins Thermal Throttling rutscht. Ziel ist ein Smartphone, das sich auch nach Monaten intensiver Nutzung noch reaktionsschnell anfühlt.
7000 mAh, 45 W und mehr Kühlfläche
Der Star des Datenblatts ist eindeutig der Akku: 7000 mAh sind in diesem Preisbereich alles andere als Standard. Realme spricht vollmundig vom „7000-mAh-Pionier“, und ausnahmsweise steckt hinter der Marketingfloskel ein handfestes Argument. Ein Akku dieser Größe kann je nach Nutzung problemlos ein bis zwei Tage durchhalten, selbst wenn man regelmäßig streamt, scrollt und zockt. Statt mit extremen 80- oder 100-Watt-Werten zu prahlen, begrenzt Realme die Ladeleistung bewusst auf 45 W.
Auf den ersten Blick klingt das weniger spektakulär, aber dahinter steckt eine klare Strategie: Der Ladevorgang soll den Akku weniger stressen, die Temperaturentwicklung in Grenzen halten und die Lebensdauer erhöhen. Parallel dazu wächst die Dampfkammer im Inneren: Realme geht laut ersten Angaben von rund 5300 mm² Kühlfläche früherer Lösungen auf etwa 7000 mm² im P4x. Mehr Fläche bedeutet tendenziell bessere Wärmeabfuhr – sowohl beim Gaming als auch beim Laden.
Dazu kommt Bypass-Charging: Bei langen Gaming-Sessions kann das P4x den Strom direkt aus dem Netzteil beziehen, ohne den Akku permanent zu belasten. Das senkt die Temperaturen und schont zugleich die Zellen – ein echtes Alltags-Feature für alle, die abends gerne mehrere Ranked-Matches am Stück spielen.
144-Hz-Display und hoher FPS-Fokus
Die zweite Säule des Konzepts ist das Display. Realme verbaut ein Panel mit 144 Hz Bildwiederholrate – in dieser Preisklasse immer noch eine Besonderheit, denn viele Konkurrenten bleiben bei 120 Hz stehen. Laut Hersteller ist das P4x in der Lage, BGMI mit bis zu 90 FPS und Free Fire mit bis zu 120 FPS darzustellen, sofern die jeweilige Spielversion diese Modi freischaltet. Gelingt das in der Praxis, profitieren vor allem kompetitive Spieler von deutlich flüssigeren Bewegungen und schnellerem Bildfeedback.
Voraussichtlich setzt Realme auf ein LCD statt auf ein OLED-Panel. Puristen werden den perfekten Schwarzwert und den Kontrast eines AMOLED vermissen, doch LCD bringt in dieser Klasse auch Vorteile: häufig bessere dauerhafte Helligkeit, geringere Kosten und in Kombination mit 144 Hz ein klarer Fokus auf Performance. Zusammen mit dem 7000-mAh-Akku wirkt das P4x eher wie ein „Arbeitstier für Zocker“ als wie ein Design-Showcase.
Speicher, RAM und Tempo im Alltag
Beim Speicher geht Realme beim P4x bis auf 256 GB internen Flash, was reichlich Platz für Games, Fotos, Videos und Downloads bietet. Als Standard kommt UFS 2.2 zum Einsatz. Das ist nicht mehr High-End, reicht aber für das anvisierte Segment locker aus, solange man nicht permanent mehrere große Titel parallel installiert und verschiebt. App-Starts und Ladezeiten sollten für die meisten Nutzer mehr als ausreichend flott sein.
Zu den konkreten RAM-Konfigurationen schweigt Realme offiziell noch, aber es ist naheliegend, dass es – ähnlich wie bei P4 und P4 Pro – mehrere Varianten geben wird. Wer hauptsächlich chattet und streamt, greift zur Basisversion, Power-User und Viel-Zocker zahlen etwas mehr für zusätzliche Gigabyte Arbeitsspeicher.
Kameras ohne große Experimente
In Sachen Kamera bleibt das P4x deutlich bodenständiger. Die bisherigen Infos deuten auf einen Hauptsensor rund um 1/2,88 Zoll hin – also kein radikaler Sprung gegenüber dem Rest der Serie. Für WhatsApp-Fotos, Instagram-Stories und Schnappschüsse zwischendurch dürfte das Setup vollkommen ausreichen, sofern Realme bei der Software nachlegt: sauberes HDR, brauchbarer Nachtmodus und stimmige Farben sind hier wichtiger als Megapixel-Rekorde.
Wer hingegen ein Kamera-Wunder sucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eher in einer anderen Modellreihe oder bei der Konkurrenz fündig. Beim P4x liegt der Fokus klar auf Akku und Gaming, nicht auf Foto-Awards.
Design und Abgrenzung zum P4
Optisch bleibt Realme seiner aktuellen Designsprache treu: flache Kanten, ein markanter Kamerablock und Farben, die im Regal auffallen. Durch den 7000-mAh-Akku wird das P4x vermutlich etwas schwerer und dicker als viele klassische Mittelklasse-Telefone, aber die kantige Form und ein möglicher Mattfinish sollten für einen sicheren Halt sorgen. Man merkt schnell, dass hier kein „P4 in neuer Farbe“ gebaut wurde, sondern eine Variante mit klarer Priorität: Durchhalten statt Dauerhängen an der Steckdose.
„Segment-Bester“ und die Grenzen des Marketings
Natürlich fährt Realme in den Ankündigungen schweres Marketing-Geschütz auf und bezeichnet das P4x schon jetzt als Gerät mit der „besten Akku- und Lade-Kombination im Segment“. Genau an dieser Stelle werden viele Nutzer inzwischen skeptisch: Was ist dieses Segment eigentlich? Preisbereich X bis Y? Nur Geräte mit 7000-mAh-Akku? Nur 144-Hz-Phones? Hersteller schneiden den Markt gerne so zurecht, bis am Ende irgendein Superlativ passt.
Für Käufer lohnt es sich daher, hinter die Schlagworte zu schauen: Wie schnell lädt das Gerät in realen Tests wirklich? Wie stabil bleibt der FPS-Wert nach 30 Minuten Gaming? Wie warm wird das Gehäuse? Und wie schlägt sich UFS 2.2 im Alltag im Vergleich zu teureren Modellen? Erst im direkten Vergleich mit Konkurrenz-Modellen zeigt sich, ob das P4x mehr ist als nur ein Marketing-Slogan auf einem Plakat.
Realme Watch 5 als Begleiter
Parallel zum P4x bringt Realme in Indien auch die Realme Watch 5 auf die Bühne. Die Smartwatch soll als günstiger Einstieg in das Ökosystem dienen: Benachrichtigungen am Handgelenk, grundlegendes Fitness-Tracking, Schlaf- und Pulsmessung ohne Premium-Preis. Zusammen mit einem ausdauernden Smartphone wie dem P4x entsteht so ein Paket für alle, die ständig online sind, aber keine Lust auf High-End-Preisschilder haben.
Unterm Strich richtet sich das Realme P4x an Nutzerinnen und Nutzer, die ihren Tag mit Games, Streams und Social-Media-Scrolling füllen und dabei möglichst selten zur Steckdose greifen wollen. Es verzichtet auf große Kamera-Experimente und auf Rekorde bei der Wattzahl, um stattdessen einen 7000-mAh-Akku, ein 144-Hz-Display und auf hohe FPS getrimmte Spiele-Performance in den Mittelpunkt zu stellen. Am Ende werden Preis und Software-Optimierung entscheiden, ob das P4x tatsächlich zum Lieblingsgerät der Akku-Jäger wird – auf dem Papier gehört es aber schon jetzt zu den spannendsten Dauerläufern der aktuellen Mittelklasse.