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Resident Evil Requiem: Wie CAPCOM nach Monster Hunter Wilds das Vertrauen der PC-Spieler zurückgewinnen will

von ytools
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CAPCOM möchte das Kapitel Monster Hunter Wilds und dessen Technikdebakel so schnell wie möglich hinter sich lassen – und Resident Evil Requiem soll der Beweis sein, dass das Studio seine Lehren gezogen hat. In einer aktuellen Fragerunde mit Investoren, deren Inhalte nun übersetzt vorliegen, wurde der Publisher direkt damit konfrontiert, ob das nächste große AAA-Projekt erneut mit schwacher Performance vor allem auf dem PC zu kämpfen haben könnte. Die Antwort fiel ungewöhnlich deutlich aus: Requiem sei in Aufbau, Technik und Online-Funktionen so anders konzipiert, dass man nicht von denselben Risiken ausgehe.

Laut CAPCOM unterscheidet sich Resident Evil Requiem von Monster Hunter Wilds in drei entscheidenden Bereichen: der grundsätzlichen Spielstruktur, der Systemarchitektur und den Netzwerkinhalten.
Resident Evil Requiem: Wie CAPCOM nach Monster Hunter Wilds das Vertrauen der PC-Spieler zurückgewinnen will
Während Wilds große, halb offene Jagdgebiete mit vielen gleichzeitigen Prozessen, KI-Routinen und Streaming von Assets verlangte, setzt Requiem wieder stärker auf klar begrenzte, schrittweise aufgebaute Szenarien. Ziel ist es, eine stabile Spielerfahrung über ein breites Spektrum an PC-Spezifikationen hinweg zu liefern – von Mittelklasse-Rechnern bis hin zu High-End-Systemen mit hohen Auflösungen und Bildraten.

Der Fokus auf Performance kommt nicht von ungefähr. Monster Hunter Wilds wurde zum Paradebeispiel dafür, wie schwer die RE Engine mit echten Open-World-Anleihen und permanentem Datenstreaming zurechtkommt. Schon kurz nach Release häuften sich Berichte über schwankende Framerates, deutliches Stottern beim Laden neuer Bereiche, spürbare CPU-Spikes und inkonsistente Auslastung der Grafikkarten – insbesondere auf PC. Die Warnsignale waren allerdings schon vorher sichtbar gewesen: Auch Dragon’s Dogma 2 hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und Zweifel daran geweckt, ob die RE Engine wirklich für großflächige, offene Welten geschaffen ist.

Die Folgen spürte CAPCOM sowohl in den Verkaufszahlen als auch im Community-Sentiment. Wilds startete zwar stark, verlor aber schnell an Schwung, und in einem der darauffolgenden Quartale konnte das deutlich ältere und deutlich linearere Devil May Cry 5 den Titel sogar beim Absatz überholen. Die Stimmung kochte derart hoch, dass CAPCOM eine geplante technische Präsentation zu Wilds absagte, nachdem Entwickler laut eigenen Angaben Drohungen und aggressive Nachrichten erhalten hatten. Für ein Unternehmen, das sich in den letzten Jahren als Vorzeigebeispiel für technisch saubere Releases positioniert hatte, war das ein ernsthafter Image-Schaden.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Strategie hinter Resident Evil Requiem fast schon wie eine bewusste Kurskorrektur. Interne Berichte deuten darauf hin, dass die Entwicklung zunächst deutlich offener und stärker auf Multiplayer ausgerichtet geplant war. Im Laufe der Produktion wurde das Konzept jedoch zurechtgestutzt. Heute beschreibt CAPCOM Requiem als fokussierten Singleplayer-Survival-Horror, der auf eine Abfolge kleinerer, dicht inszenierter Schauplätze setzt, statt auf weite, offene Areale. Genau in solchen, klar kontrollierten Umgebungen konnte die RE Engine bereits bei Resident Evil 2 Remake, Resident Evil 4 Remake und Village ihre Stärken ausspielen.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Technikseite: Laut CAPCOM läuft Resident Evil Requiem auf dem Nintendo Switch 2 deutlich besser als ursprünglich erwartet – und das, obwohl die neue Nintendo-Konsole voraussichtlich die schwächste Plattform im Bunde sein wird. Wenn das Spiel dort einen stabilen Eindruck hinterlässt, darf man für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC mit reichlich Reserven für höhere Auflösungen, bessere Schatten, Raytracing und feinere Texturen rechnen, ohne dass die Performance sofort einknickt. CAPCOM betont, man arbeite gezielt an einem „geschmeidigen“ Erlebnis auf möglichst vielen Systemen.

Wirtschaftlich ist der Druck dennoch groß. Im selben Q&A bekräftigte das Management, dass Requiem zum Start Resident Evil Village übertreffen soll. Village kam in nur vier Tagen auf drei Millionen ausgelieferte Einheiten und gilt als drittschnellster Launch in der Geschichte der Reihe. Diese Marke zu schlagen, funktioniert aber nur, wenn die Zielgruppe der PC-Spieler nicht erneut durch technische Probleme verschreckt wird. Nach Wilds startet CAPCOM bei vielen Fans mit einem klaren Vertrauensminus, sobald das Wort „Performance“ fällt.

In den Monaten bis zum Release werden daher nicht nur Trailer und Story-Details im Fokus stehen, sondern auch die Kommunikation rund um Technik und PC-Version. Die Community erwartet transparente Systemanforderungen, nachvollziehbare Zielvorgaben für 30, 60 oder mehr FPS, sinnvolle Grafik-Presets und eine Engine, die moderne Hardware wirklich ausnutzt. Erste Berichte von der Gamescom 2025 bescheinigten Resident Evil Requiem bereits eine stabile Demo-Version mit dichter Atmosphäre und solidem Pacing – doch die Erfahrung zeigt, dass zwischen Messe-Build und finaler Fassung oft ein großer Unterschied liegen kann.

Resident Evil Requiem soll am 27. Februar 2026 für PC und aktuelle Konsolen, inklusive Nintendo Switch 2, erscheinen. Gelingt CAPCOM der technische Befreiungsschlag, könnte das Spiel gleich doppelte Bedeutung haben: als neuer, gewichtiger Eintrag im Survival-Horror-Erbe der Serie – und als stilles, aber deutliches Signal, dass die RE Engine nach den Rückschlägen wieder bereit ist für die ganz große Bühne, ohne die Geduld der Spieler mit Rucklern und Einbrüchen zu strapazieren.

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2 kommentare

Fanat1k November 25, 2025 - 7:14 pm

wenn es auf dem switch 2 ordentlich läuft, hat mein alter pc vielleicht doch noch eine chance 😅

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LunaLove December 6, 2025 - 11:44 am

hoffe nur, dass ich zum launch nicht wieder eine halbe stunde config-files tunen muss, bevor ich spielen kann 😑

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