Startseite » Nicht kategorisiert » Resident Evil: Requiem – Entwickler geben zu, dass sie das Gefühl für Angst verloren haben

Resident Evil: Requiem – Entwickler geben zu, dass sie das Gefühl für Angst verloren haben

von ytools
3 kommentare 8 ansichten

Resident Evil gilt seit Jahrzehnten als Aushängeschild des Survival-Horrors – ein Mix aus nervenaufreibender Atmosphäre, Ressourcenknappheit und klassischen Jumpscares. Doch mit Resident Evil: Requiem geben die Entwickler zu, dass sie nach all den Jahren selbst nicht mehr einschätzen können, was wirklich Angst macht. Auf der Tokyo Game Show 2025 sprachen Regisseur Koshi Nakanishi und Produzent Masato Kumazama offen über die seltsame Realität des Horror-Handwerks: Wer täglich mit Monstern, Blut und Schrecken arbeitet, stumpft irgendwann ab.
Resident Evil: Requiem – Entwickler geben zu, dass sie das Gefühl für Angst verloren haben
Für sie zählen inzwischen nur noch die Reaktionen der Spieler.

Nakanishi erklärte, dass das Team bewusst wieder einen Schritt zurück von der übertriebenen Action vergangener Teile macht. „Wir haben so viele davon entwickelt, dass wir erst durch andere erfahren, ob es überhaupt noch gruselig ist“, sagte er. Vor der ersten Demo-Präsentation auf der Gamescom war man im Studio nervös: Würde das Spiel überhaupt Furcht auslösen? Horror zu produzieren sei für das Team zur Routine geworden – und Routine lässt sich schwer erschrecken.

Requiem setzt auf ein neues Gesicht: Grace. Sie verkörpert nicht den coolen Actionhelden wie Leon Kennedy, sondern eine verletzliche Figur, die stärker das Gefühl von Ausgeliefertsein transportiert. Wenig Munition, enge Räume, ein ständiges Gefühl der Unsicherheit – das sind die Zutaten, die Survival Horror wirklich definieren. Viele Fans sind überzeugt: Panik bricht nicht aus, wenn man ein Arsenal an Waffen hat, sondern wenn man mit leeren Magazinen vor einem übermächtigen Gegner steht.

Auf die Frage, ob Inhalte gestrichen wurden, weil sie zu extrem gewesen wären, konnte Nakanishi keine konkrete Szene nennen. Er erinnerte sich aber an eine interne Diskussion, bei der man Grace sogar ein Bein abtrennen wollte, um den Schrecken zu verstärken. Am Ende blieb es bei der Idee. Im Vergleich zu Ethan Winters, der seine Hände gefühlt in jedem Teil verliert, dürfte Grace etwas glimpflicher davonkommen – aber harmlos wird ihr Weg sicher nicht.

Darüber hinaus weckt Requiem Interesse durch den Release auf der neuen Nintendo Switch 2, das Wiedersehen mit Raccoon City und neu gestaltete Monster. Trotzdem bleiben viele skeptisch. Einige Spieler meinen, dass der letzte wirklich furchteinflößende Moment mit Mr. X in Resident Evil 2 kam. Andere loben zwar RE7 für seine Rückkehr zum Terror, kritisieren jedoch Village als zu sehr in Richtung Gothic-Spektakel abgedriftet. Für sie muss Requiem wieder einen klaren Horror-Kurs finden.

Auch die Figuren sorgen für Diskussionen. Leon Kennedy wird von vielen geliebt, von anderen aber als überstrapazierter Held ohne Tiefgang abgelehnt. Claire gilt für einige als relevanter. Die Einführung von Grace bietet die Chance, eine neue Perspektive einzubringen und frischen Wind in die Serie zu bringen.

Doch die Debatte über Angst in Videospielen geht über Resident Evil hinaus. Titel wie Alien Isolation, Amnesia oder Silent Hill gelten weiterhin als Maßstab für echten Horror: Gegner, die einen gnadenlos verfolgen, Ressourcenknappheit und die ständige Frage „Wie komme ich hier lebend raus?“ erzeugen nachhaltigen Schrecken. Dunkle Flure alleine sind es nicht – es ist die Angst vor dem, was dahinter wartet.

Ob Resident Evil: Requiem den Horror-Thron zurückerobern kann, wird sich erst zeigen, wenn die Spieler schreien. Für Capcom bleibt die Hoffnung, dass genau diese Schreie beweisen, dass sie den Nerv des Horrors noch treffen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

3 kommentare

ZedTechie October 5, 2025 - 4:31 am

Alien Isolation und Amnesia bleiben für mich unschlagbar

Antworten
Freestyle October 15, 2025 - 11:01 am

in VR wird das garantiert extrem unheimlich, mit PSVR2 kaum auszuhalten

Antworten
ZedTechie November 21, 2025 - 12:44 pm

vielleicht mal neuen Leuten das Franchise geben, alte Ideen sind ausgelutscht

Antworten

Einen Kommentar hinterlassen