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ROG Xbox Ally Update: Was die neuen Default Game Profiles wirklich bringen

von ytools
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Der ROG Xbox Ally ist noch gar nicht so lange auf dem Markt und hat sich trotzdem schon den Ruf als eines der spannendsten Handheld-Experimente erarbeitet. Zusammen mit dem stärkeren Bruder ROG Xbox Ally X zeigt das Gerät, wie ernst es Microsoft und ASUS mit der Idee eines echten Xbox-Erlebnisses im Taschenformat meinen.
ROG Xbox Ally Update: Was die neuen Default Game Profiles wirklich bringen
Mit dem jüngsten Update wird dieses Konzept ein gutes Stück greifbarer: Die neuen Default Game Profiles sollen dir die ewige Einstellungs-Orgie abnehmen und dafür sorgen, dass du weniger Zeit in Menüs und mehr Zeit im Spiel verbringst.

Wer schon einmal einen Windows-Handheld oder ein Gaming-Notebook im Mini-Format benutzt hat, kennt das Problem nur zu gut. Jede neue Installation beginnt mit Feintuning: Auflösung runter, Schatten aus, Effekte etwas verringern, FPS-Limit setzen, Leistungsaufnahme begrenzen, Lüftergeräusch checken. Und dann beim nächsten Start bitte alles wieder reproduzieren. Das macht Spaß, wenn du Hardware-Tweaking liebst, nervt aber gewaltig, wenn du eigentlich nur in den Feierabend fallen und eine Runde spielen willst. Genau da setzen die Default Game Profiles an: Statt dass jede Spielerin und jeder Spieler selbst zum Benchmark-Ingenieur wird, liefern Xbox und ASUS vorkonfigurierte Profile, die speziell auf den ROG Xbox Ally und den Ally X abgestimmt sind.

Vom Windows-Mini-PC zur echten Konsolen-Erfahrung

Die neuen Profile sind eng mit dem Xbox Full Screen Experience verknüpft – jener Oberfläche, die den Ally praktisch in eine kleine Wohnzimmerkonsole verwandelt. Statt Desktop, Fenstern und Mauszeiger siehst du ein Controller-freundliches Dashboard mit Fokus auf deine Spiele. Xbox-Chefin Sarah Bond hat bereits durchblicken lassen, dass dieser Mix aus PC und Konsole ein Vorgeschmack auf zukünftige Xbox-Hardware sein könnte. Die Default Game Profiles sind damit mehr als ein Komfort-Feature: Sie zeigen, wie Microsoft sich Handheld-Gaming vorstellt, bei dem der PC-Unterbau möglichst unsichtbar bleibt.

Im Alltag funktioniert das Ganze ziemlich unspektakulär – und genau das ist der Punkt. Startest du ein unterstütztes Spiel auf dem Ally oder Ally X im Akkubetrieb, legt das System automatisch ein maßgeschneidertes Profil an: Es definiert eine passende Leistungsaufnahme (TDP) und ein FPS-Limit, die im Zusammenspiel für ein rundes Bild sorgen sollen. Ziel ist die berühmte goldene Mitte: genug Power für flüssiges Gameplay, eine ordentliche Bildqualität und ein Akku, der nicht nach zwei Matches schlappmacht. Du musst weder wissen, welche Grafikeinstellung wie viel Leistung frisst, noch wie viele Watt die APU idealerweise ziehen sollte – diese Arbeit haben andere bereits erledigt.

Trotzdem bleibt der Ally ein offener PC, und das ist vielen wichtig. Wenn du lieber jedes Detail selbst in die Hand nimmst, kannst du die Profile einfach ignorieren oder nur als Ausgangspunkt nutzen. Über Armoury Crate und die normalen In-Game-Optionen stellst du weiterhin alles manuell ein – von Texturqualität über Renderauflösung bis hin zum eigenen FPS-Limit. Interessant ist auch, dass die Default Game Profiles automatisch nur dann greifen, wenn der Ally auf Batterie läuft. Hängst du das Gerät ans Netzteil oder an eine Docking-Station, kannst du die Zügel wieder komplett loslassen und maximale Leistung abrufen.

Unterstützte Spiele und echte Vorteile im Akkubetrieb

Spannend wird es natürlich bei der Frage, welche Games zum Start profitieren. Einer der Vorzeigetitel ist Hollow Knight: Silksong. Laut Xbox bringt das auf den Ally zugeschnittene Profil zwei Vorteile auf einmal: das Spiel läuft mit satten 120 FPS und der Akku hält im Vergleich zu einer unoptimierten Konfiguration in etwa eine Stunde länger durch. Auf einem Handheld ist das kein Detail, sondern ein massiver Unterschied – vor allem unterwegs, wenn die nächste Steckdose weit weg ist.

Zum Start spricht Microsoft von rund 40 unterstützten Titeln. Darunter sind Schwergewichte wie Call of Duty Black Ops 6 und 7, Call of Duty Warzone, DOOM Eternal, DOOM The Dark Ages, Fortnite, Forza Horizon 5, Gears 5, Gears of War Reloaded, Gears Tactics, Halo The Master Chief Collection, Indiana Jones and the Great Circle, Minecraft, Sea of Thieves und Tony Hawk’s Pro Skater 3+4. Für viele Spielerinnen und Spieler deckt das bereits einen großen Teil des täglichen Gaming-Menüs ab – also genau die Games, bei denen man sich Tweaking am wenigsten wünscht.

Ein echter Schönheitsfehler bleibt allerdings: Es gibt derzeit keinen eindeutigen Hinweis im Store, ob ein Spiel ein Default Game Profile besitzt. Der Hinweis Handheld Optimized zeigt zwar an, dass der Titel grundsätzlich gut auf dem Ally läuft, sagt aber nichts darüber, ob ein speziell abgestimmtes Profil existiert. In der Praxis heißt das: Du findest es nur heraus, indem du das Spiel startest und im Armoury Crate Command Center nachsiehst, ob die Profil-Option auftaucht. Besonders kurios wird es, wenn Spiele wie The Outer Worlds 2 bereits ein Profil nutzen, aber in keiner offiziellen Liste auftauchen. Genau hier wäre ein eigener Badge oder Filter im Store längst überfällig.

Mehr als nur Profile: Qualitäts-of-Life-Verbesserungen

Das Update bringt aber nicht nur neue Profile, sondern kümmert sich auch um die kleineren Stolpersteine im Alltag mit dem Ally. Direkt nach dem Login reagiert das Gamepad nun spürbar direkter, sodass du nicht erst das Gefühl hast, der Stick hängt noch im Tiefschlaf. Die Spielebibliothek lädt schneller, was gerade bei großen Sammlungen mit Game Pass, Steam, Epic & Co. ein echter Segen ist. Die Cloud-Gaming-Seite wurde optimiert und wirkt nun beim Navigieren deutlich reaktionsfreudiger – praktisch, wenn du abends im Bett noch schnell zwischen gestreamten Titeln hin und her springst.

Ebenfalls neu ist ein Filter in der Game Gallery namens Performance Fit. Dahinter verbirgt sich im Grunde ein Schnellcheck: Welche Spiele passen besonders gut zur Performance des Ally beziehungsweise Ally X. Statt dich durch Foren und Subreddits zu wühlen, kannst du so direkt ablesen, bei welchen Titeln du mit einem stabilen Erlebnis rechnen darfst. Und wie bei fast jedem Update gibt es im Hintergrund eine ganze Liste an Bugfixes und Performance-Optimierungen, die zwar selten Schlagzeilen machen, aber auf Dauer den Unterschied zwischen ‚ganz nett‘ und ‚wirklich zuverlässig‘ ausmachen.

Save-Sync-Anzeige: klein, aber wichtig

Microsoft hat außerdem bereits den nächsten Baustein angekündigt: einen Game Save Sync Indicator. Hinter dem sperrigen Namen steckt eine simple Idee: Du sollst klar sehen, wann dein Spielstand tatsächlich in der Cloud gelandet ist. Auf einer stationären Konsole, die per LAN oder stabilem WLAN angebunden ist, denkt man darüber kaum nach. Auf einem Handheld, der ständig zwischen Heimnetzwerk, Hotspot und wackeligen Hotel-WLANs pendelt, sieht das ganz anders aus. Eine kleine, eindeutige Statusanzeige kann hier Frust ersparen – etwa wenn du im Zug schnell ausschaltest und später feststellst, dass die letzte Stunde Fortschritt nie auf dem Server angekommen ist.

Zwischen Frust und Faszination: wie die Community den Ally sieht

In der Community bleibt der ROG Xbox Ally ein polarisierendes Gerät. Die eine Fraktion feiert, dass der Handheld mit jedem Update näher an das Versprechen einer echten Mini-Xbox heranrückt: Konsole in der Hand, PC-Flexibilität im Hintergrund. Die andere Seite schimpft über Kinderkrankheiten, die laute Kühlung, die Akkulaufzeit und das Gefühl, letztlich doch wieder einen vollwertigen Windows-Rechner zu pflegen. Wenn mitten im Spiel ein Windows-Popup aufploppt oder sich Updates nach vorne drängeln, fühlt sich das wenig nach Konsole und sehr nach klassischem PC-Alltag an.

Ganz unrecht haben die Kritiker damit nicht. Unter der hübschen Oberfläche des Xbox Full Screen Experience läuft eben ein komplettes Windows mit allen Eigenheiten. Wer eine komplett wartungsfreie Konsole erwartet hat, wird mit dem Ally vermutlich nicht glücklich. Trotzdem lässt sich an der Update-Frequenz klar ablesen, dass ASUS und Xbox das Projekt nicht einfach versanden lassen. Im Gegenteil: Schritt für Schritt wird am Nutzererlebnis geschraubt, und die Default Game Profiles sind ein gutes Beispiel für sinnvolle, spürbare Verbesserungen statt bloßer Marketing-Gags.

Langfristig könnte genau dieser Ansatz den Unterschied machen. Wenn Microsoft und ASUS die Liste der unterstützten Spiele zügig über die ersten rund 40 Titel hinaus erweitern, eine klare Kennzeichnung im Store nachliefern und parallel weiter an Stabilität, Oberfläche und Funktionen wie der Save-Sync-Anzeige arbeiten, kann sich der ROG Xbox Ally von einer exotischen Nische zu einem Blaupausen-Gerät entwickeln. Ein Handheld, der die Flexibilität eines PCs bietet, ohne die Spielerinnen und Spieler mit den typischen PC-Sorgen allein zu lassen – und der sich im Idealfall genauso unkompliziert anfühlt wie eine klassische Konsole, nur eben im Rucksack statt unterm Fernseher.

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