Microsoft hat die Preise für seine neuen Handheld-Gaming-PCs bekanntgegeben: den ROG Xbox Ally X und den ROG Xbox Ally. Beide Geräte erscheinen am 16. Oktober, doch schon jetzt sorgt vor allem der Preis für Aufsehen. 
Das Topmodell Ally X wird mit 999,99 US-Dollar angesetzt, während die Standardversion 599,99 US-Dollar kostet. Damit steigt Microsoft gemeinsam mit ASUS in ein Segment ein, das bereits durch den Steam Deck von Valve und Nintendos Switch 2 stark geprägt ist.
Die Preisfindung war alles andere als einfach. Schon auf der gamescom im August erklärten Manager von Microsoft und ASUS, dass Inflation, Produktionskosten und schwankende US-Zölle die Kalkulation erschweren. Jason Ronald, Vice President für Xbox-Hardware, betonte, wie schwierig es sei, bei einem mobilen Gerät Leistung, Akkulaufzeit und Preis in Einklang zu bringen. Shawn Yen von ASUS ergänzte, dass man Zeit brauche, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen korrekt einzuschätzen. Nun stehen die Preise fest – und die Community diskutiert heftig.
Im direkten Vergleich zu den Mitbewerbern fällt auf: Der Steam Deck ist aktuell schon ab 319 US-Dollar in der OLED-Version erhältlich, die Switch 2 kostet 450 US-Dollar. Viele Gamer hatten deshalb erwartet, dass Microsoft mit einem günstigeren Preispunkt einsteigen würde. 1.000 US-Dollar für den Ally X wirken in diesem Umfeld überzogen – zumal das Gerät im Kern ein weiterentwickelter ROG Ally mit Xbox-Branding und Windows-Integration ist.
Allerdings ist Microsoft nicht allein mit dieser Preispolitik. Sony hat die PlayStation in den USA ebenfalls teurer gemacht, Nintendo hat Preise für die erste Switch und Zubehör erhöht. Auch Dienste und Spiele sind betroffen: Xbox Game Pass wurde teurer, einige Publisher testeten sogar 80-Dollar-Preise für neue Games. Fachleute führen das auf höhere Produktionskosten, Konkurrenzdruck und vor allem US-Zölle zurück. Für Spieler bleibt das aber ein schwacher Trost, wenn sie real 1.000 Dollar für ein Handheld hinblättern sollen.
Technisch bringen die Geräte durchaus Argumente mit: Der Ally X kommt mit verbesserter Kühlung, größerem Akku und mehr Speicher. Beide Modelle laufen mit Windows, was Zugang zu allen wichtigen Game-Stores bedeutet – ein Vorteil gegenüber Steam Deck oder Switch. Doch Kritiker fragen sich, ob diese Extras den hohen Aufpreis rechtfertigen. Lenovo mit seinem Legion Go 2 und MSI mit dem Claw bieten in der gleichen Preisklasse teilweise größere Displays und mutigere Designs.
Die Reaktionen der Community sind entsprechend gespalten. Manche loben, dass das Basismodell mit 599 Dollar und einem 120Hz-Display immerhin konkurrenzfähig wirkt. Doch die 999 Dollar für den Ally X stoßen vielen sauer auf – nicht wenige sagen, sie würden für das Geld lieber eine neue Grafikkarte oder ein Notebook kaufen. Zudem gilt der Markt für PC-Handhelds ohnehin als Nische: Selbst der vielgepriesene Steam Deck hat keine Verkaufszahlen wie klassische Konsolen erreicht. Ob Microsoft da wirklich Boden gutmachen kann, bleibt fraglich.
Hinzu kommt die Unzufriedenheit mit der allgemeinen Xbox-Strategie. Konsolenpreise wurden dieses Jahr in den USA mehrfach erhöht, große Spiele wie Fable verzögern sich, und manche Fans sehen Microsoft eher mit Studio-Käufen beschäftigt als mit echtem Mehrwert für die Spieler. Vor diesem Hintergrund wirkt der Preis des Ally wie ein weiteres Beispiel dafür, dass Xbox die Nähe zur Community verliert.
Ganz abschreiben sollte man die Geräte jedoch nicht. Für Vielreisende oder Berufsgruppen mit langen Schichten – etwa Rettungskräfte – kann ein leistungsfähiger Handheld, der aktuelle Spiele in 60fps packt, attraktiv sein. Aber auch hier bleiben Zweifel: Wird Microsoft die Geräte langfristig unterstützen? Werden AAA-Titel wirklich stabil laufen? Oder handelt es sich nur um einen kurzen Ausflug in den Handheld-Markt?
Vorbestellungen sind bereits in 38 Ländern über den Microsoft Store, den ASUS-eShop und Händler verfügbar. Microsoft wirbt mit Mobilität, Flexibilität und dem Versprechen, „Xbox in der Hand“ zu liefern. Ob das reicht, um die Spieler von einem 1.000-Dollar-Preis zu überzeugen, wird sich bald zeigen. Klar ist: In einem gesättigten Markt mit sensiblen Kunden könnte dieser Schritt zum Lehrstück werden, wie riskant falsche Preissignale sein können.
1 kommentar
dachte eher an 499 für die basis und max 899 fürs x – 999 ist einfach gier