
Samsung DeX mit One UI 8: Das Smartphone wird zum echten Desktop
Samsung hat mit DeX schon vor Jahren die Vision präsentiert, das Smartphone in einen vollwertigen Arbeitsplatz zu verwandeln. Anfangs war das Ganze eher eine nette Spielerei – Kabel anschließen, Monitor verbinden und plötzlich eine Art PC-Oberfläche sehen. Aber als Ersatz für ein Notebook taugte es damals noch nicht. Mit One UI 8, basierend auf Android 16, erreicht DeX nun eine neue Stufe: mehr Leistung, mehr Funktionen und ein klarer Fokus auf Produktivität. Den Anfang machten das Galaxy Z Fold 7 und das Galaxy Z Flip 7, gefolgt vom Galaxy S25 und weiteren Flaggschiffen.
Während frühere Versionen von DeX größtenteils auf Samsungs eigener Software basierten, ist die aktuelle Variante eng mit Googles offiziellem „Desktop Mode“ verzahnt – der ironischerweise ursprünglich von Samsung inspiriert wurde. Das Ergebnis: flüssigeres Arbeiten, bessere Kompatibilität mit Apps und eine stabile Grundlage für die Zukunft.
One UI 8 bringt entscheidende Verbesserungen
Das Update bringt nicht nur ein neues Design, sondern auch konkrete Features, die den Alltag erleichtern. Manche Funktionen fehlten zwar in den ersten Builds, wurden aber per Update nachgereicht. Gleichzeitig gibt es neue Möglichkeiten, die DeX spürbar näher an ein klassisches Betriebssystem rücken.
1. Flexible Bildschirmrotation
Ab sofort kann man die Benutzeroberfläche an die Ausrichtung des Monitors anpassen. Ob Quer- oder Hochformat: mit den Optionen 90°, 180° und 270° bleibt man flexibel. Die Einstellung findet sich unter Einstellungen » Verbundene Geräte » Samsung DeX » Verbundener Bildschirm » Bildschirmrotation. Besonders praktisch für Entwickler, Autoren oder alle, die vertikale Ansichten bevorzugen.
2. Offizielle WQHD-Unterstützung
Bislang war bei Full HD Schluss. Wer mehr wollte, musste tricksen
. Mit One UI 8 unterstützt DeX nun endlich WQHD (2560 x 1440) ganz offiziell. Das bedeutet schärfere Darstellung, angenehmere Lesbarkeit und mehr Platz für mehrere Fenster nebeneinander. Für alle, die lange mit Texten, Tabellen oder Browsern arbeiten, ein echter Gewinn.
3.

Widgets auf dem Startbildschirm
Ein großer Schritt Richtung Personalisierung: Jetzt lassen sich Widgets direkt auf dem DeX-Desktop platzieren. Uhr, Kalender, Wetter oder Akkustand – Infos sind jederzeit im Blick, ohne eine App öffnen zu müssen. Damit fühlt sich DeX noch mehr wie ein vollwertiger PC-Arbeitsplatz an.
4. Apps an die Taskleiste anheften
Wie bei Windows oder macOS kann man nun die meistgenutzten Anwendungen dauerhaft in der Taskleiste platzieren
. Einfach per Drag & Drop verschieben, fertig. So spart man Zeit und hat die wichtigsten Tools sofort parat.
5. Echter Vollbildmodus
Bisher war „maximieren“ nicht wirklich Vollbild – Kopfzeilen und Taskleiste blieben sichtbar. 
Mit One UI 8 gibt es endlich einen echten Vollbildknopf für jedes Fenster. Perfekt für Videos, Fotos oder Präsentationen. Das Interface verschwindet, der Inhalt füllt die gesamte Fläche
. Mit einem Mauszeiger an den Rand lässt sich die Taskleiste bei Bedarf wieder einblenden.
6. Mehr Tastatureinstellungen
Auch bei der Eingabe hat Samsung nachgebessert. Nutzer können nun wählen, ob die Bildschirmtastatur auf dem Handy oder dem externen Monitor angezeigt wird. Gerade für mobile Szenarien – etwa im Hotel oder unterwegs ohne physische Tastatur – ist das extrem praktisch. Der Pfad lautet: Einstellungen » Verbundene Geräte » Samsung DeX » Tastatur.
Verfügbarkeit und Ausblick
Viele dieser Neuerungen kamen bereits in der Beta für die Galaxy S24- und S25-Serie sowie die Fold- und Flip-Modelle der sechsten Generation. Widgets sind aktuell exklusiv für Z Fold 7 und Z Flip 7 verfügbar, dürften aber bald breiter ausgerollt werden. Durch die enge Anbindung an Googles Desktop Mode wird DeX langfristig noch relevanter, da Entwickler ihre Apps eher für Desktop-Szenarien anpassen.
Kann DeX den PC ersetzen?
Für manche Nutzer lautet die Antwort: ja. Wer hauptsächlich Texte schreibt, Präsentationen erstellt oder Browser-Apps nutzt, kann seinen Laptop durchaus im Schrank lassen. Besonders in Kombination mit den Foldables ergibt sich eine beeindruckende Flexibilität: Smartphone, Tablet und Desktop in einem Gerät.
Für anspruchsvolle Aufgaben wie Videoschnitt, CAD-Design oder komplexe Programmierung reicht DeX (noch) nicht aus. Zudem sind nicht alle Android-Apps für große Bildschirme optimiert. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass Samsung die Idee ernst meint und stetig verbessert.
Fazit
Samsung DeX hat sich von einer netten Spielerei zu einem ernstzunehmenden Werkzeug entwickelt. Mit One UI 8 ist es reifer, vielseitiger und näher dran am klassischen PC-Erlebnis als je zuvor. Für viele könnte es bereits heute ein echter Notebook-Ersatz sein. Wer ein aktuelles Galaxy besitzt, sollte es unbedingt ausprobieren – denn die Zukunft, in der ein einziges Gerät Telefon, Tablet und PC vereint, ist greifbar nah.