Samsung nutzt ein starkes Quartal als Sprungbrett – und schürt die Erwartungen an das Galaxy S26. 
Nach einem deutlichen Gewinnsprung spricht der Konzern ungewöhnlich selbstbewusst über die nächste Flaggschiff-Generation: mehr praxisnahe KI, ein maßgeschneiderter Chip der zweiten Generation und frische Kamerasensoren. Keine komplette Enthüllung, aber ein klarer Kurs: nicht nur ein Routine-Upgrade, sondern ein fühlbarer Generationswechsel.
Vom Zahlenfeuerwerk zur großen Ansage
Wer liefert, darf laut werden. Auf dem Earnings-Call für Q3 2025 versprach die Mobile-Experience-Spitze „revolutionäre“ Fortschritte für die S26-Familie. Die drei Säulen sind gesetzt: nutzerzentrierte Next-Gen-KI, ein zweites, eigens abgestimmtes AP („Application Processor“) sowie umfassende Performance-Gewinne, zu denen neue Kamerasensoren zählen. Zwischen den Zeilen heißt das: Samsung will nicht nur Benchmarks polieren, sondern den Alltag spürbar vereinfachen.
Silizium-Strategie: Exynos 2600, Snapdragon – oder beides
Die spannendste Baustelle ist der Chip. Vieles deutet auf den Exynos 2600 im 2-nm-Verfahren hin – der ambitionierteste Knoten aus Samsungs eigener Foundry. Parallel kursieren Hinweise, dass in manchen Regionen ein Snapdragon 8 Elite Gen 5 zum Einsatz kommt, vermutlich als individuell getunte „For Galaxy“-Variante. Diese Rückkehr zur Doppelstrategie hat Vorteile: flexiblere Versorgung, feinere Steuerung von Thermik und Laufzeit je Markt sowie die Möglichkeit, KI-Workloads optimal auf die jeweiligen NPUs abzustimmen.
Für Käufer zählt am Ende, ob das Gerät kühler bleibt, länger durchhält und zugleich schneller reagiert. Ein 2-nm-Design verspricht Effizienz, während ein maßgeschneiderter Snapdragon Spitzenleistung absichert. Offiziell ist die Chipfrage weiterhin „in Bewertung“ – ein Zeichen, dass Samsung bis kurz vor dem Start an der Feintuning-Schraube dreht.
KI, die nicht posiert, sondern hilft
Jede Marke sagt KI – entscheidend ist der Nutzen. Samsung betont eine user-centric Umsetzung: Funktionen, die reibungslose Abläufe bringen, Intentionen antizipieren und lokal laufen, also schnell und datenschutzfreundlich. Zu erwarten sind multimodale Features wie Live-Transkription und Übersetzung bei Anrufen, kontextbezogene Optimierung von Foto und Video, Offline-Zusammenfassungen von Sprachmemos und Meetings sowie Routinen, die sich über Smartphone, Watch, Buds und Tablet ziehen. Gelingt niedrige Latenz mit stabiler Offline-Inference, wird KI vom Buzzword zur Gewohnheit.
Neue Sensoren, smartere Bildverarbeitung
Bestätigt ist, dass mindestens ein Kamerasensor neu ist – ein Detail mit Wirkung. Größere Pixel oder moderne gestapelte Designs bedeuten sauberere Low-Light-Shots, breiteren Dynamikumfang und schnellere Auslese gegen „Rolling Shutter“. In Kombination mit einer überarbeiteten Computational-Pipeline sind feinere Texturen, natürlicheres Bokeh und ein Tele, das Details auch in größerer Distanz hält, realistisch. Offen bleibt die genaue Aufstellung: setzt Samsung auf einen größeren Primärsensor, ein verfeinertes Periskop – oder beides?
Formfaktoren im Wandel: Faltbares Heute, Trifold Morgen?
Der Plan endet nicht beim „Candybar“-Smartphone. Samsung bekräftigt, dass die nächste Foldable-Welle ebenfalls KI-first gedacht ist – und spricht von neuen Formfaktoren. Ein Trifold geistert seit Jahren durch Patentzeichnungen und Leaks; die Formulierung „neue Erlebnisse“ lässt die Tür offen. Wenn die S26-Ära mehrere Gerätekategorien unter einer gemeinsamen KI-Schicht vereint, stärkt das die Ökosystem-Story: Einmal lernen, überall anwenden.
Wearables und Audio: gleiche Sprache, gleiche Intelligenz
Auch Galaxy Watch und Buds sollen aufrüsten. Denkbar sind Gesundheitsberichte in Klartext, Coaching, das sich an Routinen anpasst, bessere Sprachaufnahme, Übersetzungsassistenz und ein transparenterer Ambient-Modus. Zudem soll die TWS-Palette wachsen – die kolportierten Galaxy Buds 4 rücken damit näher an die Realität.
Preise unter Druck: Speicher wird teurer
Neben all dem Optimismus steht ein Warnhinweis: zentrale Komponenten, insbesondere Speicher, verteuern sich. Das kann höhere Einstiegspreise oder schärfere Staffelungen nach Speichergrößen bedeuten. Hält Samsung die Basispreise stabil, muss an anderer Stelle gegengesteuert werden; steigen sie, wird man mit echtem KI-Mehrwert, Kamerasprüngen und längeren Update-Zyklen argumentieren.
Der Akku – die lauteste Fan-Forderung
So viel KI nützt wenig, wenn der Akku schwächelt. Gerüchte sehen beim S26 Ultra erneut 5.000 mAh, während einige Wettbewerber Richtung 6.000 mAh marschieren und Nischenmodelle über 7.000 mAh klettern. Kapazität ist nicht alles, aber sie wirkt. Die beste Antwort wäre doppelt: effizientere 2-nm-Siliziumbasis plus dichtere Zellen ohne Ziegelstein-Gefühl in der Hand. Gekoppelt mit schneller, zugleich kühler Ladung und sanftem Batteriemanagement würde das eine Dauerbaustelle entschärfen.
Darauf sollten wir achten
- Welche Chip-Mischung pro Region und wie schlägt sich Exynos 2600 gegen Snapdragon 8 Elite Gen 5 langfristig?
- Exakte Kamerakonfiguration: Sensorgrößen, Tele-Reichweite, variable Blende, neue Stabi-Tricks.
- Greifbare Offline-KI, die geräteübergreifend konsistent funktioniert.
- Reale Laufzeit in Stunden statt Folien-Wattstunden.
- Preis- und Speicherpolitik vor dem Hintergrund steigender Komponentenpreise.
Fazit: Samsung positioniert das Galaxy S26 als Neustart für das Standard-Flaggschiff. Gelingt der Chip-Mix, fühlt sich KI unsichtbar hilfreich an und liefert die Kamera klaren Mehrwert am ersten Tag, ist das Selbstvertrauen gerechtfertigt. Falls nicht, reden wir wieder über Akkus und Gegenwert. So oder so: einer der wichtigsten S-Starts seit Jahren.
2 kommentare
Offline-KI ohne Cloud – genau das will ich
Weniger Überschärfung bei Fotos, danke 🙏