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Samsung hält Galaxy-S26-Preise dank vertikaler Integration stabil – aber wie lange noch?

von ytools
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Samsung hält Galaxy-S26-Preise dank vertikaler Integration stabil – aber wie lange noch?

Samsungs vertikale Integration könnte den Preis des Galaxy S26 stabil halten – aber nicht für immer

Samsung steht offenbar kurz davor, eines der größten Probleme der Smartphone-Industrie vorerst zu umgehen: steigende Produktionskosten. Durch die enge Verzahnung seiner Halbleiter- (DS Division) und Smartphone-Sparte (MX Division) profitiert das Unternehmen von einer seltenen vertikalen Integration, die es ermöglicht, interne Kosten zu kontrollieren und kurzfristig stabile Preise für das kommende Galaxy S26 zu gewährleisten. Doch wie Experten warnen, ist dieser Vorteil zeitlich begrenzt.

Laut einem Bericht aus Südkorea planen Speicherhersteller wie Samsung und SK hynix, die Preise für DRAM- und NAND-Chips im vierten Quartal um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Je nach Vertrag und Kunde wird ein durchschnittlicher Preisanstieg zwischen 5 und 15 Prozent erwartet – deutlich mehr als die Prognosen von Citigroup und Morgan Stanley vermuten ließen. Der Grund liegt in der rasant wachsenden Nachfrage nach Hochleistungsspeichern, die für KI-gestützte Anwendungen und moderne Multitasking-Funktionen in Smartphones erforderlich sind.

Während viele Hersteller diesen Anstieg an ihre Kunden weitergeben müssen, kann Samsung dank seiner integrierten Struktur vorerst ruhiger bleiben. Da das Unternehmen seine Speicherchips, Prozessoren und Displays selbst produziert, kann es interne Preise festlegen, die deutlich unter dem Marktniveau liegen. Diese Synergie zwischen den Sparten funktioniert wie ein internes Schutzschild – aber kein dauerhaftes.

„Samsung kann die Preise kurzfristig stabil halten, weil es eigene Produktionskapazitäten und Lagerbestände hat“, sagte eine Quelle aus der Halbleiterindustrie. „Aber wenn die Speicherpreise weiter explodieren, wird das Unternehmen gezwungen sein, sich dem Markttrend anzupassen. Der Druck, die Endverbraucherpreise anzuheben, ist unausweichlich.“

Das größte Kostenrisiko liegt allerdings nicht bei den Speichern, sondern beim Prozessor. Der neue Snapdragon 8 Elite Gen 5 von Qualcomm soll rund 280 US-Dollar pro Stück kosten – ein Betrag, der die Gewinnmargen der Galaxy-S-Serie deutlich belastet. Um diese Abhängigkeit von Qualcomm zu reduzieren, setzt Samsung verstärkt auf seine Eigenentwicklung Exynos 2600, die bereits in Massenproduktion ist. Der Chip basiert auf Samsungs modernem 2-nm-GAA-Prozess, der langfristig effizienter und günstiger sein soll.

Doch selbst die Eigenproduktion hat Grenzen. Die Fertigung von 2-nm-Wafern ist extrem teuer und technisch anspruchsvoll. Nur weil Samsung seine eigenen Foundries betreibt, bedeutet das nicht, dass die Preise beliebig gesenkt werden können. Branchenanalysten gehen davon aus, dass Samsung zwar auf Dauer günstigere Produktionskosten als TSMC erreichen könnte, dafür aber erst die Ausbeute und Stabilität des 2-nm-Prozesses verbessern muss.

In der Zwischenzeit spüren vor allem Hersteller im mittleren und unteren Preissegment den Druck. Steigende Komponentenpreise treffen günstige Smartphones härter, weil ihre Gewinnspannen geringer sind. Premium-Geräte wie das Galaxy S26 hingegen können die Kosten besser abfedern – nicht zuletzt dank ihrer Markenstärke und Zielgruppe. Dadurch könnte Samsung sogar einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Xiaomi, OnePlus und anderen Konkurrenten gewinnen, die stärker von externen Zulieferern abhängig sind.

Dennoch sind sich Marktbeobachter einig: Das Zeitfenster ist begrenzt. Wenn die globalen Speicherpreise auf einem hohen Niveau bleiben, wird auch Samsung früher oder später gezwungen sein, nachzuziehen. Zudem könnte die interne Preisgestaltung zu Spannungen zwischen den Unternehmensbereichen führen, da die Halbleitersparte unter Druck geraten könnte, Gewinneinbußen hinzunehmen, um die Smartphone-Sparte zu stützen.

Momentan stehen die Zeichen aber gut. Brancheninsider gehen davon aus, dass die Galaxy-S26-Serie preislich auf dem Niveau der Galaxy-S25-Modelle bleibt. Das wäre ein seltenes Beispiel dafür, dass ein Hersteller trotz steigender Produktionskosten keine Preiserhöhung vornimmt – eine klare Botschaft an den Markt. Sollte es Samsung zudem gelingen, die Effizienz seiner 2-nm-Produktion weiter zu verbessern, könnte das Unternehmen langfristig neue Aufträge für seine Foundry-Sparte gewinnen und TSMC ernsthaft Konkurrenz machen.

Ein weiterer strategischer Vorteil könnte ein früherer Marktstart im Jahr 2026 sein. Wenn Samsung das Galaxy S26 vor den Flaggschiffen der Konkurrenz veröffentlicht und die Preise stabil hält, könnte das zusätzliche Marktanteile sichern. Doch die Herausforderung bleibt: Die Kosten für Rohstoffe und Fertigung steigen weiter, und kein Integrationsmodell kann das dauerhaft ausgleichen.

Am Ende bleibt festzuhalten: Samsungs vertikale Integration ist eine mächtige Waffe, aber keine dauerhafte Lösung. Der Konzern hat sich Zeit gekauft – nicht Freiheit von Marktdruck. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, braucht es mehr als interne Synergien: Innovation, Effizienz und das richtige Timing werden über den Erfolg entscheiden.

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