
Galaxy Z TriFold: Samsungs verrücktester Faltversuch wird Realität
Faltbare Smartphones sind inzwischen nichts Exotisches mehr – doch die nächste Eskalationsstufe steht schon bereit. Samsung hat seine klassischen Formate, also das Buch-Design des Galaxy Z Fold und die Klapp-Variante des Galaxy Z Flip, über mehrere Generationen verfeinert. Jetzt will der Konzern zeigen, wie weit sich das Konzept treiben lässt: mit einem dreifach faltbaren Smartphone-Tablet-Hybriden, der in der Gerüchteküche unter dem Namen Galaxy Z TriFold kursiert.
Offiziell hat Samsung das Gerät bisher nur als Konzept angedeutet, ohne in die Tiefe zu gehen. Dank zahlreicher Berichte aus Südkorea zeichnet sich inzwischen aber ein deutlich klareres Bild ab: Wann das TriFold vorgestellt werden soll, wie viel Geld Early Adopter einplanen müssen, welche technischen Eckdaten sich abzeichnen – und warum Samsung so viel Aufwand für ein Gerät treibt, das von Anfang an nicht für die breite Masse gedacht ist.
Release-Timing: Ein leiser Start im Dezember statt großes Unpacked-Feuerwerk
Statt eines pompösen Galaxy-Unpacked-Events mit weltweitem Livestream planen die Koreaner laut lokalen Medien wohl einen vergleichsweise kleinen Auftritt. Als Datum wird immer wieder der 5. Dezember genannt – ein Freitag, und dazu noch mitten im Weihnachtsgeschäft. Beides ist für Samsung eher untypisch, denn große Flaggschiffe landen für gewöhnlich an strategisch günstigeren Terminen im Kalender.
Genau das ist die eigentliche Botschaft: Das Galaxy Z TriFold soll nicht das nächste Mainstream-Topmodell werden, sondern ein Showpiece. Ein Gadget, mit dem Samsung in erster Linie seine Display- und Scharnierkompetenz demonstriert, Investoren beeindruckt und Tech-Fans anfixt. Die Präsentation vor heimischem Publikum in Südkorea passt perfekt zu dieser Strategie.
Nur wenige Märkte: Wer das TriFold überhaupt kaufen kann
Mindestens in der ersten Generation dürfte das Galaxy Z TriFold ein sehr seltenes Stück Technik bleiben. Übereinstimmende Berichte sprechen von einem stark begrenzten Marktstart. Genannt werden vor allem Südkorea, China, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate – Regionen, in denen teure „Halo-Produkte“ traditionell eine Chance haben und Samsung über starke Vertriebspartner verfügt.
Für Kundinnen und Kunden in Deutschland, weiten Teilen Europas, Lateinamerika oder auch in den USA stehen die Chancen dagegen eher schlecht. Natürlich könnte Samsung die Strategie später anpassen oder kleinere Kontingente nachschieben. Doch aktuell sieht alles danach aus, als sei das TriFold ein kontrolliertes Experiment, kein globaler Massenstart. Produktionsziele von grob 20.000 bis 30.000 Einheiten untermauern genau diesen Eindruck.
Preisregion Oberliga: Ein Spielzeug für Super-Nerds und Profis
Drei Displaysegmente, eine komplexe Mehrfach-Scharnierkonstruktion, verstärkte Rahmen, Spezialglas, neue Kabelwege – all das lässt die Kosten explodieren. Kein Wunder also, dass der Preis des Galaxy Z TriFold weit oberhalb dessen angesiedelt sein soll, was wir bisher von Foldables kennen. In Südkorea ist von einem Bereich zwischen knapp unter 3 Millionen und über 4 Millionen Won die Rede.
Umgerechnet landet man damit ungefähr zwischen 2.000 und rund 2.700 US-Dollar. Ein anderer großer koreanischer Titel nennt sogar etwa 4,4 Millionen Won, also ziemlich genau 3.000 Dollar. In dieser Liga bewegen wir uns weit jenseits klassischer Premium-Smartphones. Das TriFold ist damit klar als Nischenprodukt positioniert: für Sammler, Creator, Business-Poweruser und alle, die gerne ganz vorne in der Tech-Schlange stehen – und bereit sind, dafür tief in die Tasche zu greifen.
Displays, Akku, Formfaktor: Ein Mini-Tablet, das sich dreimal knicken lässt
Auch wenn Samsung selbst noch schweigt, haben sich einige Eckdaten in den Leaks verfestigt. Im komplett aufgeklappten Zustand soll das Galaxy Z TriFold eine Bildschirmdiagonale von rund 10 Zoll bieten und damit klar im Tablet-Territorium landen. Zusammengefaltet bleibt außen ein Frontdisplay von etwa 6,5 Zoll übrig – also ein Format, das sich wie ein normales High-End-Smartphone bedienen lässt.
So entsteht ein Hybrid, der tagsüber in der U-Bahn oder beim Spazierengehen wie ein reguläres Handy funktioniert und sich am Schreibtisch oder auf dem Sofa in eine große Arbeitsfläche verwandelt. Unter der Haube soll ein Akku mit 5.600 mAh stecken, deutlich mehr als bei typischen Smartphones und auf Augenhöhe mit Konkurrenten wie dem Huawei Mate XTs Ultimate, einem anderen dreifach faltbaren Exoten.
Trotz des komplexen Aufbaus ist das Gehäuse erstaunlich schlank. In aufgeklapptem Zustand wird eine Dicke von etwa 4,2 mm erwartet, zusammengefaltet sollen es ungefähr 14 mm sein. Klar: Das ist dicker als ein klassischer Glas-und-Metall-Barren, aber für ein Gerät mit drei Displaysegmenten und mehreren Scharnieren sind diese Werte beeindruckend – gerade im direkten Vergleich mit anderen Foldables.
Design-Ansatz: Zwei Faltungen nach innen für mehr Schutz
Die wohl spannendste konstruktive Entscheidung betrifft die Faltmechanik. Beim Galaxy Z TriFold soll das große Innendisplay gleich an zwei Stellen nach innen klappen und so eine Z- oder Zickzack-Struktur bilden. Ist das Gerät zugeklappt, liegen alle empfindlichen OLED-Flächen geschützt im Inneren, während nur der äußere Cover-Screen frei zugänglich bleibt.
Damit geht Samsung einen anderen Weg als Hersteller, die Teile des Hauptbildschirms nach außen legen. Auf dem Papier bedeutet die inward-inward-Lösung klar weniger Risiko für Kratzer, Druckstellen und Mikrobrüche durch Schlüssel, Sand oder andere Gegenstände in der Tasche. Die Kehrseite: Die Scharniere müssen deutlich komplexer, präziser und langlebiger sein als bei klassischen Dual-Fold-Designs.
Wenn es Samsung gelingt, diese Mechanik so robust zu bauen, dass sie über Jahre hinweg Tausende von Faltzyklen übersteht, ohne zu wackeln oder laute Knackgeräusche zu entwickeln, wäre das ein massiver Pluspunkt. Gerade für Menschen, die ihr Arbeitsgerät im Alltag permanent auf- und zuklappen, ist Zuverlässigkeit mindestens genauso wichtig wie ein schneller Prozessor oder eine starke Kamera.
Wofür braucht man ein dreifach faltbares Smartphone überhaupt?
Die alles entscheidende Frage lautet: Welchen echten Mehrwert liefert ein dreifach faltbares Gerät gegenüber einem klassischen Smartphone oder einem normalen Foldable? Die Antwort liegt weniger in Gigahertz oder Megapixeln, sondern vor allem in der Software, im Multitasking und in der Art, wie Android und Apps die drei Segmente nutzen können.
Ideal wäre ein Szenario, in dem man auf einem Segment die Mail-App offen hat, auf dem zweiten ein Dokument oder eine Präsentation bearbeitet und auf dem dritten eine Videokonferenz läuft – alles gleichzeitig, ohne nerviges Hin- und Herspringen. Kreative könnten Zeichnung, Werkzeugleisten und Vorschau voneinander trennen; Gamer hätten Chat, Map und das eigentliche Spiel in drei separaten Bereichen und behalten so die Übersicht.
Dafür braucht es aber clevere Fensterverwaltung, flexible Layouts und App-Entwickler, die das besondere Format aktiv unterstützen. Wenn Samsung das Zusammenspiel aus Hardware und Software überzeugend hinbekommt, könnte das Galaxy Z TriFold zum bisher mächtigsten mobilen Arbeitsgerät werden – selbst wenn es nur in Mini-Stückzahlen verkauft wird.
Revolution oder Tech-Demo? Was das TriFold für den Markt bedeutet
Wird dieses Gerät den Smartphone-Markt schlagartig auf den Kopf stellen? Realistisch gesehen: nein. Bei einem anvisierten Preis um die 3.000 Dollar und einer streng limitierten Produktion dürfte das Galaxy Z TriFold eher Schlagzeilen als Verkaufsrekorde schreiben. Genau darin liegt aber vermutlich die Absicht.
Samsung sichert sich mit einem marktreifen Dreifach-Foldable einen deutlichen Vorsprung im Image-Rennen um die faltbare Zukunft – und das noch bevor Apple überhaupt sein erstes Foldable vorgestellt hat. Gleichzeitig sammelt der Konzern wertvolle Daten: Wie oft nutzen Menschen wirklich alle drei Segmente? Welche Apps laufen gut, welche brechen das Layout? Welche Teile der Mechanik verschleißen zuerst?
Wenn das Konzept aufgeht, könnten Folgegenerationen günstiger, leichter und massentauglicher werden. Falls nicht, bleibt das TriFold als mutiger, aber teurer Feldversuch in Erinnerung, der immerhin aufgezeigt hat, wo die Grenzen des Sinnvollen bei Foldables verlaufen.
Fazit: Ein Stück Zukunft zum Sammlerpreis
Das Samsung Galaxy Z TriFold zeichnet sich als eines der ambitioniertesten Projekte der Marke im Mobilbereich ab. Ein rund 10 Zoll großes Display im Tablet-Format, ein 6,5-Zoll-Außenscreen für den Alltag, ein 5.600-mAh-Akku, ein überraschend schlankes Gehäuse und ein Preis jenseits der meisten Laptops – dieses Paket ist ganz klar nicht für jeden gedacht.
Stattdessen fungiert das TriFold als Schaufenster für Samsungs Ingenieurskunst und als Ausblick darauf, wohin sich die Welt der Faltgeräte bewegen könnte. Ob man das Konzept genial oder übertrieben findet, ist fast zweitrangig. Entscheidend ist: Die Story der Foldables ist noch lange nicht auserzählt – und Samsung hat gerade ein besonders spektakuläres Kapitel angekündigt.
2 kommentare
3k fuer ein Handy, das sich dreimal knickt… mein Kontostand hat gerade aufgehört zu laden 😂
Die Idee mit drei Bereichen fuer Mail, Doku und Video-Call klingt mega, aber bei dem Preis ist das eher was fuer Tech-Influencer als fuer Normalos