Kaum etwas ruiniert eine Reise so zuverlässig wie das Gefühl, allein vor einer leeren Gepäckausgabe zu stehen, während alle anderen ihre Koffer schon Richtung Hotel schieben. Genau hier setzt eine neue Kooperation an: Samsung und Turkish Airlines führen gemeinsam den Smart Tagged Baggage Service ein, einen smarten Gepäckdienst, der klassische Airline-Prozesse mit dem Tracking über Galaxy SmartTag und SmartThings Find verbindet. Aus einem gewöhnlichen Koffer wird so ein vernetztes Gepäckstück, das nicht nur über interne Systeme der Airline, sondern auch über das Samsung Ökosystem auffindbar ist.
Das Prinzip ist schnell erklärt: Bevor der Koffer am Check-in über das Band verschwindet, legt der Reisende einen Galaxy SmartTag hinein und registriert ihn in der SmartThings App. Ab diesem Moment taucht das Gepäckstück in SmartThings Find als Gerät auf und lässt sich auf dem Smartphone lokalisieren. 
Nach der Landung kann der Passagier auf einen Blick prüfen, ob sich sein Koffer bereits in der Nähe der Gepäckausgabe befindet oder noch irgendwo im Flughafengebäude herumirrt.
Kommt die Tasche nicht auf dem Band an oder ist klar, dass sie verspätet ist, greift die neue Zusammenarbeit mit Turkish Airlines. Der Passagier meldet den Verlust wie gewohnt am Schalter oder online, hat aber nun die Möglichkeit, einen speziellen Link aus SmartThings Find zu seiner Verlustanzeige hinzuzufügen. Über diesen Link erhält die Airline Zugriff auf die zuletzt bekannte Position des SmartTag. Statt nur auf Scans von Gepäcklabels zu vertrauen, können die Mitarbeiter sehen, ob der Koffer womöglich noch im Abflugterminal liegt, in einem Lagerraum vergessen wurde oder in einen falschen Flieger geladen wurde.
Für das Bodenpersonal bedeutet das eine zusätzliche, sehr konkrete Informationsquelle. Klassische Gepäcksysteme liefern nur punktuelle Statusmeldungen, etwa beim Einchecken oder beim Umladen. SmartThings Find hingegen aktualisiert die Position immer dann, wenn der SmartTag in die Nähe eines kompatiblen Galaxy Geräts kommt. So entsteht ein feineres, beinahe crowdsourcetes Bild des tatsächlichen Gepäckwegs. Für den Reisenden reduziert sich gleichzeitig die Ungewissheit: Statt nur auf vage Aussagen zu hoffen, weiß er, dass irgendwo ein digitaler Breadcrumb Trail seines Koffers existiert.
Besonders charmant ist die Kopplung aus Ortung und optischer Wiedererkennung. In SmartThings Find lässt sich mithilfe der Funktion Change Device Image das Standard-Icon des Tags durch ein Foto des echten Koffers ersetzen. Der Nutzer macht einfach ein klares Bild seiner Reisetasche – Farbe, Form, Sticker, Schutzhülle –, und dieses Bild wird dem SmartTag in der App zugewiesen. Wenn die Mitarbeiter von Turkish Airlines in einem überfüllten Lagerraum nach genau diesem Gepäckstück suchen, können sie sich nicht nur auf Nummern und Barcodes verlassen, sondern auch auf eine realistische visuelle Referenz.
Technisch stützt sich SmartThings Find auf Bluetooth Low Energy und, wo verfügbar, auf Ultra-Wideband. Der eigentliche Trick steckt jedoch im Netzwerk: Laut Samsung greifen mittlerweile mehr als 700 Millionen Galaxy Geräte weltweit auf das System zu. Befindet sich der Koffer mit dem SmartTag in der Nähe eines solchen Geräts, wird seine Position anonymisiert aktualisiert und verschlüsselt an die Cloud übermittelt. Nur der Besitzer sieht diese Information in seiner App; die Person mit dem vorbeigehenden Smartphone merkt davon nichts. Datenschutz und Sicherheit bleiben damit zentrale Bestandteile der Lösung.
Für Samsung ist der Smart Tagged Baggage Service ein strategisches Aushängeschild dafür, wie der SmartThings Kosmos über die eigenen vier Wände hinausreicht. Galaxy SmartTag war bisher vielen eher als Helfer für Schlüsselbund, Rucksack oder Haustier bekannt. In Kombination mit Turkish Airlines verwandelt sich der Tracker in einen vollwertigen Travel-Begleiter, der im Hintergrund arbeitet, während der Besitzer sich um Anschlussflüge, Einreiseformulare oder einfach den ersten Urlaubssnack kümmert.
Gleichzeitig kann Turkish Airlines den Service als Mehrwert im Kundenkontakt positionieren: Die Airline öffnet ihre Prozesse für Daten, die direkt vom Passagier kommen, statt alles nur intern abzuwickeln. Das spart im Idealfall Zeit, reduziert Frust und zeigt, dass man bereit ist, neue Technologien in die klassische Gepäcklogistik zu integrieren. Samsung hat bereits angekündigt, das Modell auf weitere Fluggesellschaften auszuweiten. Sollte sich diese Art der Kooperation durchsetzen, könnte SmartTag-Tracking zu einem inoffiziellen Standard für Vielflieger mit Galaxy Geräten werden.
Natürlich verschwindet damit nicht jedes Risiko eines Gepäckverlusts, doch der Ablauf wird transparenter. Reisende erhalten mehr Kontrolle und Einblick, Airlines mehr konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort der Koffer. In Zeiten, in denen Menschen nicht nur Kleidung, sondern auch teure Technik, Sportausrüstung oder Arbeitsmaterial im Aufgabegepäck transportieren, wird ein smarter Begleiter wie Galaxy SmartTag schnell vom netten Gadget zur inneren Beruhigung. Und wer schon einmal mit nur einem Handgepäck-T-Shirt einen Business-Trip bestreiten musste, weiß: Jeder zusätzliche Anhaltspunkt, wo der Koffer steckt, ist Gold wert.
2 kommentare
Wette, die Batterie ist genau dann leer, wenn man den Tracker wirklich braucht… klassiker
Nutze SmartTag schon für Schlüssel, jetzt kommt definitiv einer in den Koffer