Skywind hat zu Halloween 2025 einen stimmungsvollen neuen Teaser veröffentlicht – knapp vier Minuten, die Vvardenfell von seiner wirklich unheimlichen Seite zeigen. Nebel kriecht über Aschefelder und Krypten, Knochenklappern bricht die Stille, geisterhafte Silhouetten huschen am Bildrand vorbei, und in finsteren Winkeln murmeln Kultisten zu den Daedra. 
Der Clip erinnert daran, dass hinter Riesenkappen-Pilzen und Tribunal-Politik ein Land liegt, das alt, fremdartig und gefährlich wirkt – genau diese Mischung, die Morrowind zur Legende machte.
Getragen wird die Atmosphäre von einer Collage aus Sprecherstimmen, die in der Community längst ihren Platz haben: Dom „Hentus“ Tromans, Harry Frost, Anna Pluta, Kit Cambridge, James Cattle, Sara Dunham, CommanderXander, MoonWorks, Ryan Cooper, Argyle und LacunaFish. Wichtiges Detail, das das Team direkt betont: Die Texte wurden ausschließlich für dieses Halloween-Video geschrieben und aufgenommen – sie sind keine Zitate aus Quests und werden im Spiel so nicht auftauchen. Eher ein literarischer Rahmen, der Ton und Thema des Showcases bündelt.
Zur Einordnung: Skywind ist ein von Fans getragenes Remake von The Elder Scrolls III: Morrowind (2002) in der Engine von Skyrim (2011). Die Wurzeln reichen bis zum Morroblivion-Projekt, das Morrowind ursprünglich in Oblivions Technik heben wollte. Mit dem Creation Kit, das am 7. Februar 2012 erschien, änderte sich der Anspruch: Aus einem Port wurde Schritt für Schritt eine komplette Neubearbeitung – neue Texturen, eigene Meshes, neu gemischtes Audio, maßgeschneiderte Umgebungen. Keine nostalgische Konvertierung, sondern eine Rekonstruktion, die dem Original Respekt zollt und zugleich eine eigene Handschrift entwickelt.
Nach Jahren leiser Handarbeit war 2025 sichtbar kommunikativer. Ende Mai zeigte die Gruppe einen Gameplay-Ausschnitt, der Erkundung und Kampf nüchtern und nachvollziehbar präsentierte. Anfang September streamte das Team im Rahmen der Creation Mod Con rund eine Stunde lang live und erklärte Prioritäten und Pipeline. Der größte Meilenstein: Für alle NPCs ist inzwischen ein Sprecher oder eine Sprecherin gecastet. Die Tonkabine ist damit noch nicht abgeschlossen – Aufnahmen und Feinschnitt laufen weiter –, aber die Rollen sind besetzt, niemand bleibt stumm. Parallel wuchs die Klangkulisse: dichteres Hintergrundgemurmel, situative Einwürfe, kleine akustische Signaturen, die eine Stadt wie Balmora oder Ald’ruhn unmittelbar erkennbar machen.
Auch das „Alltagsfundament“ des Landes wird ausgebaut. Neue Häuser und erweiterte Innenräume sorgen dafür, dass Figuren mit Tagesabläufen tatsächlich Betten und Rückzugsorte haben – eine liebevolle Korrektur jener Schrullen, die das Original von 2002 charmant, aber bisweilen unglaubwürdig machten. Die Umweltkunst arbeitet an individuellen Ruinen und eigenen Wandmalereien, um Wiederholungen zu vermeiden und Vvardenfells vielschichtige Geschichte sichtbarer zu machen – von der alten Chimer-Frömmigkeit bis zur imperialen Verwaltung.
Was der Teaser ausdrücklich nicht liefert: einen Termin. Weder Prozentzahlen noch ein Releasefenster werden genannt. Die nüchterne Haltung bleibt: Es ist fertig, wenn die Qualität stimmt. Ein Blick zur Schwester Skyblivion (weiterhin vorläufig auf 2025 ausgerichtet) zeigt, wie beweglich ehrenamtliche Zeitpläne sein müssen – Verzögerungen sind möglich und manchmal sinnvoll.
Darum bleibt die Tür für neue Mitstreiter offen. Besonders gefragt sind Erfahrung in 3D-Kleidungsmodellierung, Audiomastering, SFX, VFX-QA und Animation. Wer noch nie gemoddet hat, kann dennoch helfen: Produktionsaufgaben wie Dateischnitt sind unsichtbar, aber entscheidend, damit die Pipeline nicht stockt. Bewerbungen laufen über die offizielle Website – eine Gelegenheit, an einem der ambitioniertesten Fan-Remakes mitzuwirken.
Als Momentaufnahme funktioniert der Halloween-Clip wie ein Kompass, nicht wie eine Karte. Er zeigt, wohin Skywind mit Vvardenfell will: fremd, archaisch, leicht spukhaft – und zugleich greifbar. Er erinnert an die alte Verheißung Morrowinds: sperrige Fraktionen, eigenwillige Götter und die Freiheit, sich zwischen zwei Silt-Strider-Haltestellen herrlich zu verlaufen. Wenn der Teaser Maßstab ist, dann wächst hier ein Remake heran, das Geduld, handwerkliche Sorgfalt und Respekt vor seiner Vorlage konsequent zusammenführt.