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Smartphone als Webcam: Vier Apps im Vergleich

von ytools
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Smartphone als Webcam: Vier Apps im Vergleich

Smartphone als Webcam: Vier Apps im Praxistest

Plötzlich steht ein wichtiges Online-Meeting an, doch die eingebaute Notebook-Kamera liefert nur ein verwaschenes Bild – oder funktioniert gar nicht. Gerade bei Desktop-PCs fehlt oft eine Webcam komplett. Heißt das, man muss sofort eine neue kaufen? Zum Glück nicht. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das eigene Smartphone in eine hochwertige Webcam verwandeln. Dank moderner Handykameras ist die Bildqualität meist sogar deutlich besser als bei günstigen Standard-Webcams.

Wir haben vier bekannte Apps ausprobiert – Iriun, Camo, XSplit VCam und DroidCam – sowohl unter Windows als auch unter macOS, und getestet, wie sie sich in Zoom, Skype, Google Meet, Discord und OBS schlagen. Hier sind unsere Erfahrungen, mit allen Vor- und Nachteilen sowie Empfehlungen für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Iriun Webcam: 4K-Auflösung für Windows

Iriun Webcam überzeugt vor allem durch Einfachheit. Die Verbindung funktioniert entweder per USB-Kabel oder über WLAN, solange beide Geräte im selben Netzwerk sind. Der Clou: Unter Windows kann eine Auflösung bis zu 3840 × 2160 (4K) genutzt werden – ideal für Streamer oder alle, die Wert auf gestochen scharfes Bild legen.

Die App ist bewusst minimalistisch gehalten. Helligkeit, Kontrast oder Farbsättigung lassen sich nicht regulieren. Auf Android gibt es immerhin Zusatzoptionen wie Bildschirmorientierung (Hoch- oder Querformat), Autofokus und automatisches Abdunkeln des Displays zur Akkuersparnis. Unter iOS fehlen diese Features.

Die Einrichtung ist simpel: App auf dem Handy installieren, Zugriffe für Kamera und Mikro erlauben, Programm auf dem PC/Mac starten – und schon erscheint das Bild in Zoom, Skype oder OBS.

Vorteile:

  • Unterstützt 4K (nur Windows).
  • Kompatibel mit OBS, Zoom, Skype, Google Meet.
  • Für Windows, macOS, Android und iOS verfügbar.
  • Nutzung von Front- oder Hauptkamera möglich.

Nachteile:

  • Kein Support für Discord.
  • Farben teilweise zu grell.
  • Keine manuellen Bildeinstellungen.

Camo: Profi-Features nur im Abo

Camo richtet sich an Anwender, die professionelle Ergebnisse erwarten. Die Verbindung funktioniert ausschließlich per USB-Kabel. In der kostenlosen Version können Kamera und Auflösung gewählt sowie Presets genutzt werden, allerdings wird ein sichtbares Wasserzeichen eingeblendet.

Die Pro-Version kostet 39,99 $ pro Jahr und schaltet alle Funktionen frei: manuelle Farbkorrektur, Weißabgleich, Kontrast, Zoom, Fokus und sogar Porträtmodus mit Hintergrundunschärfe. Ein praktisches Extra: Der Ladezustand des Smartphones wird im Programm angezeigt.

Auf dem Handy selbst gibt es kaum Funktionen – alles wird über die Desktop-App gesteuert, die unter Windows und macOS identisch ist. Die Bedienoberfläche ist nur auf Englisch verfügbar, aber leicht verständlich.

Vorteile:

  • Unterstützt OBS, Zoom, Skype, Discord, Google Meet.
  • Pro-Version bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten.
  • Kompatibel mit Windows und macOS.
  • Hintergrundunschärfe wie bei Profi-Kameras.

Nachteile:

  • Deutlich sichtbares Wasserzeichen in der Gratisversion.
  • Keine WLAN-Verbindung möglich.
  • Die wichtigsten Features sind kostenpflichtig.

XSplit VCam: Hintergründe austauschen

XSplit VCam ist ideal, wenn man seinen Hintergrund verbergen oder austauschen möchte. Die Verbindung läuft per USB oder WLAN, unterstützt werden Zoom, Skype, Google Meet, Discord und OBS. Auch hier gilt: Die kostenlose Version enthält ein Wasserzeichen. Wer 8 $ pro Monat oder 60 $ einmalig bezahlt, kann dieses entfernen.

Das Hauptfeature ist die Hintergrundbearbeitung: Man kann ihn weichzeichnen, durch ein Foto ersetzen oder sogar ein Video abspielen lassen. Zusätzlich gibt es Anpassungen für Gamma, Helligkeit und Kontrast. Die Software ist in mehreren Sprachen erhältlich, darunter Deutsch.

Auf dem Smartphone ist die App einfach aufgebaut: Kamera wechseln, Blitz einschalten, Weißabgleich oder Helligkeit regulieren. Android und iOS bieten denselben Funktionsumfang.

Vorteile:

  • Kompatibel mit gängigen Meeting- und Streaming-Tools.
  • Hintergrund austauschbar oder weichzeichnend.
  • Nutzung per WLAN oder Kabel möglich.
  • Basisfunktionen auch in der Gratisversion.

Nachteile:

  • Wasserzeichen bei der kostenlosen Nutzung.
  • Preis relativ hoch für Gelegenheitsnutzer.

DroidCam: Preiswert und solide

DroidCam ist die günstigste und zugleich unkomplizierteste Lösung. Unterstützt werden USB und WLAN, und es läuft problemlos mit Zoom, Skype, Google Meet, Discord und OBS. In der kostenlosen Variante erscheinen Werbung und Einschränkungen. Für nur 5,49 $ entfernt die Pro-Version die Werbung und schaltet Zoom, Autofokus, Belichtungssteuerung und Kameraspiegelung frei.

Unter iOS gibt es mehr Optionen wie Weißabgleich und Belichtung. Auf Android ist der Funktionsumfang eingeschränkter: Die Kamera muss vorab gewählt werden und lässt sich während eines Calls nicht wechseln. Dafür gibt es einen praktischen Energiesparmodus: Das Display wird abgedunkelt, um den Akku zu schonen. Ebenfalls nützlich: Anti-Flicker gegen Lichtflimmern.

Die PC-Software existiert nur für Windows. Bei WLAN-Verbindungen müssen IP und Port manuell eingegeben werden – altmodisch, aber zuverlässig.

Vorteile:

  • Sehr günstige Pro-Version.
  • Unterstützt fast alle wichtigen Programme.
  • Kabel- und WLAN-Verbindung möglich.
  • Energiesparmodus exklusiv für Android.

Nachteile:

  • Keine macOS-Version.
  • Android-Version mit weniger Funktionen.
  • Gratisversion stark eingeschränkt.

Fazit: Welche App passt zu wem?

Wer höchste Bildqualität möchte, ist mit Iriun Webcam (4K unter Windows) bestens bedient. Für Profis mit hohen Ansprüchen lohnt sich Camo Pro. Wenn es vor allem um den Hintergrund geht, punktet XSplit VCam. Und wer möglichst wenig Geld ausgeben will, bekommt mit DroidCam ein solides Gesamtpaket.

Da Smartphone-Kameras mittlerweile eine enorme Qualität bieten, ist das Bild meist klar besser als mit günstigen USB-Webcams. Bevor man also in neue Hardware investiert, lohnt sich ein Blick auf diese Apps – vielleicht reicht Ihr Handy völlig aus.

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2 kommentare

SamLoover November 21, 2025 - 2:14 pm

camo free nervt mit watermark

Antworten
XiaoMao December 5, 2025 - 2:44 pm

xsplit nice aber wifi laggt

Antworten

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