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Sony gegen Tencent: Der Streit um Light of Motiram spitzt sich zu

von ytools
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Im November 2024 stellte Tencent Light of Motiram vor – ein neues MMO, das sofort heftige Diskussionen auslöste. Viele Gamer und Journalisten waren sich schnell einig: Das Spiel sieht aus wie ein nahezu identischer Klon von Sonys Horizon-Reihe. Die rote Hauptfigur, die Maschinenwesen, die postapokalyptische Welt – alles erinnerte stark an Horizon Zero Dawn.
Sony gegen Tencent: Der Streit um Light of Motiram spitzt sich zu
Als Sony daraufhin Klage gegen Tencent einreichte und das Spiel als „sklavische Kopie“ bezeichnete, war die Überraschung gering. Doch was folgte, war ein juristisches Duell, das die Gaming-Welt noch lange beschäftigen dürfte.

Nach der Klage versuchte Tencent offenbar, den Schaden zu begrenzen. Auf der Steam-Seite des Spiels wurden Screenshots entfernt, die Beschreibung überarbeitet und der Stil abgeschwächt – alles, um das Spiel weniger wie eine Kopie wirken zu lassen. Doch Sony ließ sich davon nicht täuschen. Tencent beantragte anschließend, das Verfahren abzuweisen, mit der Begründung, Guerrilla Games habe selbst zugegeben, dass Horizon keine völlig originelle Idee gewesen sei. Diese Argumentation brachte Sonys Anwälte auf die Palme.

Sony schlägt zurück: „reiner Unsinn“

In neuen Gerichtsunterlagen, die zuerst von The Game Post veröffentlicht wurden, bezeichnete Sony die Verteidigung von Tencent als „Nonsens“. Laut Sony sei der Schaden längst angerichtet – auch wenn Tencent die Veröffentlichung von Light of Motiram angeblich auf 2027 verschoben habe. In der Stellungnahme heißt es:

„Tencent behauptet ernsthaft, unsere Klage sei verfrüht, weil das Spiel noch nicht veröffentlicht wurde. Das ist Unsinn. Der Schaden ist längst entstanden – und er wächst weiter.“

Weiter heißt es, Tencent habe die öffentliche Kritik ignoriert und trotz der Vorwürfe weiterhin aggressiv Werbung für das Spiel gemacht. „Statt Verantwortung zu übernehmen, hat Tencent einfach weitergemacht, als wäre nichts passiert“, schreibt Sony.

Das juristische Versteckspiel

Ein weiterer zentraler Punkt: Laut Sony versucht Tencent, sich mit einem Geflecht aus Tochterfirmen der Verantwortung zu entziehen. Statt Polaris Quest und Aurora Studios – den formellen Entwicklern und Publishern von Light of Motiram – müsse die Klage gegen die Muttergesellschaft Tencent Holdings gerichtet sein. Die Begründung: Tencent Holdings besitzt die Rechte an der Marke, die Website und die US-Eintragung. Sony formuliert es drastisch:

„Nachdem SIE gezwungen war zu klagen, versuchte Tencent, die Haftung zu verschleiern, indem es ein rechtliches ‚Schalenspiel‘ mit seinen eigenen Marken spielte.“

In Sonys Sicht ist Tencent Holdings direkt in das Gaming-Geschäft eingebunden: Es führt alle Umsätze unter dem eigenen Namen, nutzt den Markennamen „Tencent“ in der Werbung und hat Manager, die explizit für internationale Spielepublishing zuständig sind. Das deutet laut Sony klar auf eine zentrale Steuerung hin.

Die „Aloy“-Kopie und die Reaktionen der Fans

Neben Urheberrechtsverletzungen wirft Sony der chinesischen Firma auch Markenrechtsverletzungen vor. Die Heldin Aloy aus Horizon ist längst ein Symbol für die PlayStation-Marke. Die weibliche Hauptfigur in Light of Motiram – ebenfalls rothaarig, mit ähnlicher Kleidung und Gesichtszügen – gilt für viele als direkte Kopie. In der Klageschrift zitiert Sony Journalisten, die schrieben:

„Wenn mir jemand sagen würde, das sei ein Spin-off von Horizon, ich würde es sofort glauben.“

Für Sony geht es hier nicht um Inspiration, sondern um bewusste Nachahmung – eine visuelle Strategie, um vom Ruhm eines bestehenden Franchises zu profitieren.

Was Sony jetzt will

Das Ziel von Sony ist klar: Das Gericht soll Tencents Antrag auf Abweisung ablehnen und in die Beweisphase übergehen. Dadurch könnte Sony interne Dokumente, E-Mails und Konzeptentwürfe einsehen, um zu zeigen, dass Tencent gezielt Horizon-Elemente übernommen hat. Es geht also nicht nur um ein Spiel – sondern um ein Grundsatzurteil für geistiges Eigentum in der Spielewelt.

Wie auch immer das Urteil ausfällt, der Fall wird wohl Präzedenzcharakter haben. Wenn Sony gewinnt, könnten künftige „inspiriert von“-Projekte deutlich riskanter werden. Sollte Tencent obsiegen, wäre das ein Freifahrtschein für ähnliche Nachahmungen. Beide Szenarien haben weitreichende Folgen für Entwickler weltweit.

Weitere Klagen und größere Fragen

Das ist nicht der einzige große Rechtsstreit der Branche. 2025 sorgt auch der Konflikt zwischen Krafton (PUBG) und den Gründern von Unknown Worlds (Subnautica) für Schlagzeilen. Immer mehr Studios kämpfen darum, ihre Ideen zu schützen – und gleichzeitig wird die Grenze zwischen Hommage und Diebstahl immer unschärfer. Der Fall Sony gegen Tencent ist nur die Spitze des Eisbergs.

„Hoffentlich verliert China das Ding. Jeder weiß, dass sie einfach alles kopiert haben.“

„Im schlimmsten Fall wird es nur auf der PlayStation gesperrt, auf dem PC über Epic bleibt’s sicher.“

„Ich sehe hier nichts Illegales. Sony jammert einfach – ‘ihr habt unsere Idee geklaut’. Videospiele sind seit jeher voneinander inspiriert.“

„Wenn man das ernst nimmt, müsste Sony die Hälfte seiner eigenen Spiele verbieten.“

„Sperrt es weltweit und lasst Tencent 500 Millionen blechen. 250 wären zu wenig.“

„Sieht eindeutig wie ein Horizon-Klon aus, aber rechtlich schwer greifbar. Kein Diebstahl von Assets, nur starke Inspiration – wie bei den ganzen ‘Doom-Klonen’ der 90er.“

Fazit: Ein Präzedenzfall in der Mache

Der Rechtsstreit zwischen Sony und Tencent ist mehr als ein Streit zwischen zwei Giganten – er ist ein Testfall für die Frage, wie weit Kreativität gehen darf. Wenn Sony Recht bekommt, wird die Grenze zwischen Inspiration und Plagiat neu gezogen. Gewinnt Tencent, dürfen Entwickler künftig noch freier „anlehnen“. Eines steht fest: Das Urteil wird die Branche nachhaltig prägen.

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1 kommentar

Interlude November 13, 2025 - 5:13 am

Ich sehe hier nichts Illegales. Sony jammert einfach – ‘ihr habt unsere Idee geklaut’. Videospiele sind seit jeher voneinander inspiriert

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