Als Warhammer 40,000: Space Marine 3 nur wenige Monate nach dem Release von Space Marine 2 angekündigt wurde, rieben sich viele Fans verwundert die Augen. Teil zwei verkauft sich stark, ist klar auf langfristige Unterstützung mit Koop- und PvP-Modi ausgelegt – und trotzdem steht schon der nächste große Titel am Horizont. Die naheliegende Sorge: Wird Space Marine 2 jetzt leise fallen gelassen, damit alle Kapazitäten in Space Marine 3 fließen?
Genau diese Frage hat Creative Director Oliver Hollis-Leick in einer neuen Folge der Warhammer-TV-Sendung Deep Strike adressiert. Er betont, dass Space Marine 3 und die DLC-Entwicklung für Space Marine 2 nicht in Konkurrenz stehen. 
Die Projekte laufen auf unterschiedlichen Zeitachsen, mit eigenen Teams und Budgets. Der frühe dritte Teil ist daher weniger ein Alarmsignal, sondern eher ein Bekenntnis, dass Games Workshop und Saber Interactive langfristig auf die Space-Marine-Reihe setzen.
Lange Entwicklungszyklen statt hektigem Projekt-Hopping
Hollis-Leick erinnert daran, dass große Actionspiele heute über mehrere Jahre hinweg entstehen. Space Marine 2 war ungefähr vier Jahre in Arbeit – vom ersten Prototyp bis zum fertigen Produkt. Für Space Marine 3 plant Saber Interactive mit einem ähnlich langen Zyklus. Das bedeutet: Schon während Teil zwei fertiggestellt wird und in den Live-Betrieb geht, beginnt im Hintergrund die Vorproduktion des Nachfolgers.
In der Praxis heißt das: Ein Teil des Studios arbeitet am Grundgerüst von Space Marine 3, während parallel ein Live-Team Space Marine 2 mit Patches, Balancing-Updates und neuen Inhalten versorgt. Die Ankündigung des Nachfolgers markiert also nicht das Ende der Reise für den aktuellen Titel, sondern soll die Community eher darauf vorbereiten, dass es mit der Marke langfristig weitergeht – und dass beide Spiele eine Zeit lang gleichzeitig im Fokus stehen können.
Space Marine 2: Umfangreicher DLC-Plan für 2026
Wie ernst es Saber mit der weiteren Unterstützung von Space Marine 2 ist, zeigt der offizielle Content-Fahrplan für 2026. Die Roadmap deckt sowohl Koop-Fans als auch PvP-Enthusiasten ab und liest sich eher wie ein umfangreiches Erweiterungsprogramm als wie ein kurzes Epilog-Paket.
- Zwei neue PvE-Missionen erweitern den Koop-Modus mit frischen Schauplätzen, neuen Gegnerkombinationen und Szenarien, die eingespielte Trupps taktisch fordern sollen.
- Mit dem Techmarine hält eine neue Klasse Einzug, die den Fantasy-Traum des Tech-Priesters auf dem Schlachtfeld erfüllt: Reparaturen, Buffs, Maschinenunterstützung und technische Spielereien stehen im Vordergrund.
- Als ikonische Waffe bringt der Techmarine die Omnissiah Axe mit – eine energiedurchzogene Axt, die die Verbindung zum Adeptus Mechanicus unterstreicht und im Nahkampf ein eigenes Profil bekommt.
- Eine Battle-Barge-Erweiterung soll das Leben an Bord des gigantischen Schiffes ausbauen – ob als Social-Hub, Vorbereitungsebene oder erzählerischer Ankerpunkt, die Spieler sollen stärker spüren, dass sie von einem Kriegsschiff der Astartes aus operieren.
- Neue Stratagems sorgen für zusätzliche Modifier auf dem Schlachtfeld: veränderte Bedingungen, Bonusziele und spezielle Effekte, die jede Mission weiter durchmischen.
- Ein Progressions-Update nimmt sich der Spielerkurve an: Weniger stumpfer Grind, mehr sinnvolle Meilensteine und mehr Raum, um mit unterschiedlichen Builds und Rollen zu experimentieren.
- Ein neuer Terminus-Gegner ergänzt das Bestiarium mit einem frischen Bedrohungsprofil, das bekannte Strategien gezielt aushebelt und Teams zum Umdenken zwingt.
- Zwei neue PvP-Arenen erweitern den Map-Pool für Wettkämpfer, sorgen für frischen Wind im Meta und bieten neue Winkel, Laufwege und Kontrollpunkte.
- Spezielle PvP-Stratagems bringen zusätzliche Wendepunkte in Gefechte, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt gezündet werden und das Momentum einer Runde drehen.
- Eine neue Belagerungskarte (Siege-Map) rückt groß angelegte Angriffe auf Festungen in den Mittelpunkt – inklusive dramatischer Verteidigungssituationen unter Dauerbeschuss.
Diese Liste sieht nicht nach einem Spiel aus, das man „noch schnell mitnimmt“ und dann fallen lässt. Im Gegenteil: Space Marine 2 bekommt 2026 noch einmal einen dicken Schub an Inhalten, der das Spiel für bestehende Spieler attraktiv hält und gleichzeitig einladend für Rückkehrer und Neulinge macht.
Necron-Teaser: Lore-Haken mit viel Spielraum
Neben dem Content-Fahrplan sorgt vor allem das Ende von Space Marine 2 regelmäßig für Diskussionen. Tief unter der Oberfläche einer Welt stößt die Geschichte auf etwas, das stark nach einem Necron-Grab oder zumindest nach uralter Necron-Technologie aussieht. Für Lore-Kenner ist das ein deutlicher Fingerzeig.
Hollis-Leick ordnet diese Szene klar in den Kosmos von Warhammer 40,000 ein: Die Galaxis ist uralt, Schichten von Geschichte liegen übereinander, und wer tief genug gräbt, kann praktisch überall auf Relikte vergangener Zivilisationen stoßen. Im Spiel tauchen außerdem Elemente auf, die an Blackstone-Technologie erinnern, auch wenn der Name nie direkt fällt. Die Verbindung zu den Necrons ist also bewusst angelegt.
Gleichzeitig bleibt der Creative Director absichtlich vage, wenn es um die Zukunft geht. Ob wir die Necrons schon in DLCs zu Space Marine 2 richtig in Aktion sehen oder ob sie eher als großes Thema für Space Marine 3 aufgehoben werden, will er nicht verraten. Momentan funktioniert der Teaser als erzählerischer Haken, den sich das Team für spätere Geschichten offenhält.
Vier-Jahres-Plan: Space Marine 3 als Langstreckenprojekt
Die wohl konkreteste Information aus dem Gespräch ist die anvisierte Entwicklungsdauer für Space Marine 3. Rechnet man wieder mit ungefähr vier Jahren Produktionszeit, wirkt ein Release gegen Ende 2028 realistisch – vorausgesetzt, es kommt nicht zu größeren Verzögerungen oder Kurswechseln. Für ein aufwendiges Actionspiel mit cineastischer Inszenierung, Koop-Fokus und hoher Grafikqualität ist das eher ein Zeichen von Planungssicherheit als von Trödelei.
Für Spieler bedeutet das: Wer heute Space Marine 2 spielt, muss keine Angst haben, dass in ein paar Monaten schon „alles vorbei“ ist. Stattdessen zeichnet sich ein Modell ab, bei dem der aktuelle Titel als aktiver Live-Service weiterläuft, während im Hintergrund die nächste Kampagne vorbereitet wird. Feedback aus der Community zu Balancing, Missionsdesign und Technik kann dabei direkt in den Nachfolger einfließen.
Eine selbstbewusste Zukunft für die Space-Marine-Reihe
Unterm Strich wirkt der frühe Space-Marine-3-Teaser daher weniger wie ein Abschied von Space Marine 2, sondern wie ein klares Statement: Diese Reihe soll ein langfristiger Eckpfeiler im Warhammer-40K-Portfolio bleiben. Neue Missionen, neue Klasse, neue Gegner, neue Karten – und im Hintergrund ein wachsender Lore-Strang rund um Necrons und Blackstone-Technologie.
Die Wartezeit bis 2028 mag lang erscheinen, aber sie wird nicht mit Funkstille verbracht, sondern mit Content, der das aktuelle Spiel am Leben hält. Space Marine 2 und Space Marine 3 sind keine Konkurrenten, sondern zwei Etappen derselben großen Kampagne. Im finsteren Dunkel der fernen Zukunft gibt es eben nicht nur Krieg – es gibt auch langfristige Content-Pläne.