Startseite » Nicht kategorisiert » Speedrunner findet über 20 versteckte Levels in Super Mario nach 39 Jahren

Speedrunner findet über 20 versteckte Levels in Super Mario nach 39 Jahren

von ytools
0 kommentar 0 ansichten

Fast vierzig Jahre nach seinem Erscheinen sorgt Super Mario Bros: The Lost Levels wieder für Schlagzeilen – mit völlig neuen Levels. Der Speedrunner Kosmic hat mehr als zwanzig bislang unbekannte, teils völlig kaputte Levels entdeckt. Ja, du hast richtig gelesen: neue Mario-Level – fast vier Jahrzehnte nach dem Original von 1986. Retro-Gaming lebt!

Zur Einordnung: Super Mario Bros: The Lost Levels war die direkte Fortsetzung des ersten Mario-Klassikers und erschien zunächst ausschließlich in Japan. Die westliche Welt bekam das Spiel erst Jahre später im Super Mario All-Stars-Bundle für das SNES.
Speedrunner findet über 20 versteckte Levels in Super Mario nach 39 Jahren
Es galt lange als „zu schwer für den Westen“ – und als eines der am gründlichsten erforschten Spiele überhaupt. Doch Kosmic hat nun bewiesen, dass selbst nach 39 Jahren noch Geheimnisse in den Pixeln schlummern.

In einem 40-minütigen Video dokumentiert der Speedrunner Schritt für Schritt, wie er die sogenannten „Geisterwelten“ entdeckt hat. Der Trick basiert auf einer Kombination aus Spiellogik, Geduld und einem tiefen Verständnis der Levelübergänge. Normalerweise entscheidet das Spiel anhand des Objekts, mit dem du ein Level beendest, welches Gebiet als Nächstes geladen wird. Wenn Mario den Fahnenmast berührt, steigt die „Gebietsnummer“ – also von 1-1 zu 1-2. Wenn du hingegen den Endboss besiegst und die Brücke mit der Axt kappst, springt die „Weltnummer“ – also von 1-4 zu 2-1.

Doch die eigentliche Magie beginnt mit den Warp-Röhren. Jeder alteingesessene Mario-Fan kennt den berüchtigten „Minus-World“-Glitch aus dem ersten Teil – eine endlos laufende Unterwasserwelt, die man durch fehlerhaftes Laden der Warp-Zone betreten konnte. In The Lost Levels wurde dieser Fehler offiziell behoben, aber Kosmic fand einen neuen Weg: Wenn man sich beim Betreten der Röhre bewegt, bevor die Zone vollständig geladen ist, kann man den Speicher verwirren und in Level gelangen, die eigentlich gar nicht existieren.

Durch die geschickte Kombination von Fahnen, Äxten und Warp-Röhren gelang es Kosmic, völlig verrückte Welten wie „B-5“, „B-7“ oder „B-A“ zu laden. Besonders spannend: In der Super Mario All-Stars-Version, die Speicherdaten nutzt, verhalten sich die Level nach dem Laden aus dem Menü anders – was zu alternativen Varianten derselben Welt führt. Eine kleine technische Besonderheit, die das Ganze erst möglich machte.

Nach unzähligen Stunden Experimentieren erreichte Kosmic die Bonuswelt B-4 und ging einfach weiter: B-5, B-6, B-7… bis hin zu B-D. Anfangs sahen die Welten aus wie leicht veränderte Kopien bekannter Levels, mit falschen Gegnern und zufällig platzierten Blöcken. Doch dann kam B-E – und das war reines Chaos: Mario tauchte in einem geschlossenen Raum auf, ohne Ausgang. Die Community taufte ihn scherzhaft „Mario-Gefängnis“. Der einzige Ausweg: speichern und beenden.

Doch Kosmic machte weiter. Er erreichte B-F bis B-L, und jede Welt verhielt sich anders. Einige sahen völlig normal aus, andere waren grafisch zerstört, fehlerhaft oder führten zu Abstürzen. Gegner hingen in der Luft, Sprungfedern führten in den Tod, und manchmal lud das Spiel einfach gar nichts mehr. Es war, als würde man in die kaputten Träume der Entwickler aus den 80ern blicken.

Warum dauerte es so lange, bis jemand das fand? Kosmic hat eine klare Antwort: „Lost Levels wurde von viel weniger Leuten gespielt als das erste Mario. Dieser Trick liegt tief in den Bonuswelten, funktioniert nur in der All-Stars-Version und erfordert extrem präzises Timing. Es ist einfach verdammt schwer.“

In seinem Video sieht man Dutzende Versuche, winzige Bewegungen, und eine unglaubliche Beherrschung des Spiels. Der Erfolg hängt nicht nur von Marios Position ab, sondern auch davon, wie die Kamera scrollt und welche Speicheradressen gerade aktiv sind. Ein Glitch auf Millisekundenebene – das ist keine Glückssache, das ist Wissenschaft.

Die Retro-Community ist begeistert. Alte Fans holen ihre Module wieder raus, Emulatoren laufen heiß, und in Foren wimmelt es von neuen Entdeckungen. Es ist fast wie digitale Archäologie – man gräbt tief in der 8-Bit-Vergangenheit und findet Artefakte, die niemand für möglich gehalten hätte. Der Fund zeigt, dass Videospiele keine starren Kunstwerke sind, sondern lebende Systeme, in denen immer noch etwas schlummert.

Ein Nutzer brachte es perfekt auf den Punkt: „Nur Nintendo schafft es, 40 Jahre später aus Versehen kostenloses DLC zu veröffentlichen.“ Während andere Publisher für alte Spiele neue Abos verkaufen, schenken Mario-Fans der Welt neue Abenteuer – ganz ohne Update.

Für Kosmic und die Community ist das mehr als ein technischer Erfolg. Es ist Leidenschaft, Neugier und Liebe zum Detail. Jeder neue Level ist wie ein Stück verlorene Geschichte – ein Blick in den Code, den Geist und die Grenzen einer anderen Ära. Und fast 40 Jahre später beweist Mario erneut: Manche Spiele altern nie wirklich.

Das könnte Ihnen auch gefallen

Einen Kommentar hinterlassen