Spotify bringt endlich das Feature, auf das viele Audiophile seit Jahren warten: Spotify HiFi mit lossless Audio startet offiziell für Premium-Abonnenten. Der Rollout hat bereits in Ländern wie den USA, Großbritannien, Deutschland, Japan, Australien und Schweden begonnen und soll bis Oktober mehr als 50 Märkte weltweit erreichen.
Die Ankündigung selbst liegt schon weit zurück. 
Bereits 2021 versprach Spotify einen HiFi-Modus, vermutlich als teurere Zusatzstufe – so wie es damals auch bei Konkurrenten wie Tidal, Amazon Music Unlimited und Qobuz üblich war. Doch dann überraschte Apple Music den Markt: lossless Audio und 3D-Sound (Spatial Audio) wurden ohne Aufpreis angeboten. Für Spotify war das ein Schock, der dazu führte, dass das HiFi-Projekt stillschweigend auf Eis gelegt wurde. Drei Jahre lang hörte man nichts mehr, was viele Nutzer zweifeln ließ, ob es jemals erscheinen würde.
Nun ist es soweit: Im Einstellungsmenü für Audioqualität taucht ein neuer Punkt namens Lossless auf. Damit können Songs in bis zu 24-bit/44,1kHz FLAC gestreamt werden. Das ist ein deutlicher Sprung nach oben im Vergleich zu den bisherigen maximal 320kbps im Ogg-Vorbis-Format, die als höchste Qualität galten.
Allerdings gibt es Einschränkungen. Andere Anbieter sind hier schon weiter: Apple und Tidal streamen Musik bis 24-bit/192kHz und liefern zusätzlich Spatial Audio mit Dolby Atmos. Spotify verzichtet derzeit auf diese Funktionen, was für Besitzer hochwertiger Kopfhörer oder Lautsprecher durchaus spürbar ist. Trotzdem: Allein der Sprung von komprimierten Dateien auf echtes lossless ist für viele eine große Verbesserung.
Viele Abonnenten berichten, dass der Unterschied zwischen MP3-ähnlicher Kompression und FLAC selbst auf Mittelklasse-Equipment hörbar ist. Damit sichert sich Spotify die Treue der Nutzer, die ansonsten womöglich schon zu Apple Music oder Tidal gewechselt wären. Ja, es wirkt verspätet, aber besser spät als nie – und für die Mehrheit der Hörer ist der Gewinn klar.
Der Zeitpunkt ist ebenfalls spannend gewählt. Vor wenigen Monaten entdeckten Nutzer Hinweise auf HiFi im Code der Desktop-App, was Gerüchte über einen bevorstehenden Start befeuerte. Zeitgleich führte Apple ein Tool ein, mit dem sich Musikbibliotheken anderer Dienste bequem zu Apple Music übertragen lassen. Spotify stand also unter Zugzwang, bevor noch mehr Abonnenten abwanderten.
Ein Wermutstropfen bleibt: Der weltweite Start erfolgt gestaffelt. Viele Premium-Kunden werden noch einige Wochen warten müssen, bis der Lossless-Schalter auch bei ihnen auftaucht. Nach fast vier Jahren Verzögerung ist ein weiterer Monat zwar verkraftbar, sorgt aber dennoch für Unmut.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Spotify bewusst noch nicht die höchste Auflösung oder Spatial Audio anbietet, um sich ein weiteres Premium-Angebot für die Zukunft offenzuhalten. Dennoch markiert der Launch von Spotify HiFi einen Wendepunkt: Der weltweit größte Streamingdienst setzt nun nicht mehr nur auf Playlists und Algorithmen, sondern auch auf Klangqualität.
Für Premium-Nutzer bedeutet das: Lieblingssongs so hören, wie sie im Studio produziert wurden – unverfälscht und detailreich. Auch wenn Spotify technisch hinter Apple und Tidal zurückliegt, ist dies ein überfälliger Schritt, der den Wert der Premium-Mitgliedschaft deutlich erhöht.
2 kommentare
nur 44.1kHz? Apple bleibt vorne..
besser spät als nie, Spotify!