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Sycom GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus: 575-W-Blackwell gezähmt durch Wasserkühlung

von ytools
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Der japanische PC-Spezialist Sycom war offenbar der Meinung, dass eine normale GeForce RTX 5090 zu langweilig ist – und hat die Karte in ein echtes Wasser-Monster verwandelt. Mit der GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus präsentiert das Unternehmen ein ab Werk wassergekühltes Blackwell-Flaggschiff mit 575 W Leistungsaufnahme, großem 360-mm-AIO-Radiator, Lynk+-Schläuchen und gleich drei Noctua NF-A12x25 G2 Lüftern.
Sycom GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus: 575-W-Blackwell gezähmt durch Wasserkühlung
Zielgruppe sind Enthusiasten, die 4K- und Ultrawide-Gaming am Limit wollen, ohne dass der Rechner den Raum aufheizt oder unter Volllast wie ein Staubsauger klingt.

Sycom setzt schon seit Jahren auf eigene Kühlkonzepte in seinen Komplettsystemen. In den Lepton-Hydro- und G-Master-Hydro-Serien gibt es längst luft- und wassergekühlte Varianten der GeForce-RTX-5000-Familie, von Mittelklasse-Karten bis hin zu High-End-Modellen. Die Hydro LC Plus ist allerdings klar als Aushängeschild gedacht: Statt einfach einen Standardkühler auf einen hungrigen Chip zu schrauben, wurde das gesamte Paket als thermisches Gesamtsystem geplant – mit dem Anspruch, Dauerlast, Hitze und Lautstärke besser im Griff zu haben als klassische Luftkühler.

Im Zentrum steht der massive GB202-Grafikchip auf Basis der Blackwell-Architektur. Sycom lässt die Konfiguration unangetastet: Die GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus bietet volle 21.760 CUDA-Kerne und 32 GB GDDR7-Speicher, der mit 28 Gbit/s über ein 512-Bit-Interface angebunden ist. Die Basisfrequenz orientiert sich am NVIDIA-Referenzdesign und liegt bei etwa 2017 MHz, der Boost-Takt wird jedoch ab Werk angehoben und soll in der Praxis bis rund 2452 MHz reichen – vorausgesetzt, die Temperaturen spielen mit. Versorgt wird das Board über einen einzelnen 16-Pin-Stromstecker, während das offizielle Power-Target bei satten 575 W bleibt – eine Zahl, über die die Community leidenschaftlich diskutiert.

Um diese Leistungsaufnahme zu bändigen, reicht ein dicker Aluminiumblock mit ein paar Standardlüftern schlicht nicht aus. Sycom setzt daher auf eine geschlossene Wasserkühlung mit 360-mm-Radiator. Der Pumpenblock sitzt direkt auf der GPU und ist über kräftige Lynk+-Schläuche mit dem Radiator verbunden, die auf lange Haltbarkeit und geringe Permeation optimiert sind
Sycom GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus: 575-W-Blackwell gezähmt durch Wasserkühlung
. Herz des Systems ist eine Pumpe auf Basis der ASETEK-Plattform 6365-M2, die man aus zahlreichen leistungsstarken AIO-Lösungen kennt. Das nimmt vielen Nutzerinnen und Nutzern die größte Sorge: Wasserkühlung ja – aber bitte mit bewährter Technik statt Experiment.

Ein echtes Highlight sind die Lüfter auf dem Radiator. Statt No-Name-Hardware verbaut Sycom drei 120-mm-Noctua-NF-A12x25-G2-PWM-Lüfter, also die aktuelle Generation eines der meistgelobten Lüfterdesigns überhaupt. Noctua steht für hohen statischen Druck, stabilen Luftstrom und sehr niedrige Geräuschkulisse selbst bei höherer Drehzahl. Genau diese Kombination braucht man, wenn ein dicht beflosster 360-mm-Radiator die Abwärme eines 575-W-Chips zuverlässig abführen soll, ohne dass der Rechner akustisch den Ton im Zimmer angibt.

Optisch gibt sich die Hydro LC Plus erstaunlich zurückhaltend. Die eigentliche Grafikkarte bleibt ein kompakter Dual-Slot-Bolide mit Abmessungen von rund 280 × 150 × 40 mm. Das Design setzt auf eine schlichte Zwei-Farb-Optik in Schwarz und Silber, ohne übertriebene RGB-Show. Blickfang sind eher die dicken Lynk+-Schläuche, die an der Rückseite der Karte in Richtung Radiator verschwinden und dem System einen eher industriellen, „Workstation“-artigen Look verleihen. Wer genug von bunt blinkenden Plastikbombern hat, dürfte diesen Ansatz zu schätzen wissen.

Sycom unterfüttert das Ganze mit konkreten Messwerten. Unter dauerhafter 100-Prozent-Last soll die GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus bei etwa 62 °C einpendeln, während der Schalldruckpegel am Radiator mit rund 40,8 dB(A) angegeben wird. Zum Vergleich: Eine konventionell luftgekühlte RTX 5090 erreicht laut Sycom in ähnlichen Szenarien bis zu 79,8 °C und ungefähr 43,6 dB(A). Die Differenz von gut 17 Grad und ein paar Dezibel klingt auf dem Papier moderat, sorgt in der Praxis aber für deutlich weniger Thermal Throttling, stabilere Boost-Taktraten, konstantere Bildraten und ein insgesamt angenehmeres Geräuschprofil – gerade in kleineren Zimmern oder offenen Setups.

Trotzdem verschwinden die bekannten Vorurteile rund um die RTX-5000-Serie natürlich nicht einfach. Die Karten gelten als heiß, stromhungrig und im Netz tauchen regelmäßig Witze à la „kannst noch so viel kühlen, wenn die Treiber nerven, nerven sie“ auf. An der Software-Politik von NVIDIA und an eventuellen Treiberproblemen ändert Sycom nichts. Was die Hydro LC Plus aber sehr wohl adressiert, ist das Gefühl vieler High-End-Käufer, für Spitzenleistung entweder einen Sauna-PC oder einen Dauerturbo-Lüfter akzeptieren zu müssen. Wer schon bereit ist, für ein Flaggschiff tief in die Tasche zu greifen, bekommt hier zumindest eine durchdachte Antwort auf das Kühlungsproblem.

Ein weiterer Pluspunkt: Das Ganze kommt als Rundum-sorglos-Paket. Die GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus wird ausschließlich in vorkonfigurierten Sycom-Systemen angeboten. Radiatorposition, Luftstrom und Kabelmanagement übernimmt also der Hersteller. Nutzerinnen und Nutzer müssen kein eigenes Custom-Loop planen, keine Fittings aussuchen, keine Schläuche ablängen und den Kreislauf regelmäßig entleeren. Für alle, die mit dem Gedanken an GPU-Wasserkühlung spielen, aber keine Lust haben, sich in die Feinheiten von Dichtungen und Kühlmittelpflege einzuarbeiten, ist dieser Ansatz höchst attraktiv.

Die Kehrseite: Die Karte gibt es derzeit nicht einzeln im Handel. Wer eine Hydro LC Plus möchte, muss zu einem Lepton-Hydro- oder G-Master-Hydro-System greifen. Sycom nennt außerdem keinen exakten Aufpreis für die Wasser-Edition, aber klar ist: Zwischen RTX 5090, 360-mm-Radiator, drei Noctua-Lüftern, hochwertiger Pumpe, leistungsstarker Netzteilklasse und entsprechendem Gehäuse summiert sich das schnell zu einem Enthusiastenpreis. Im absoluten High-End-Segment, in dem solche Systeme unterwegs sind, wird ein Aufschlag für mehr Ruhe und weniger Hitze jedoch oft eher als sinnvolle Investition denn als Luxus abgetan.

Unterm Strich zeigt die GeForce RTX 5090 Hydro LC Plus, wie ein modernes Flaggschiff aussehen kann, wenn man Leistung, Lautstärke und Temperatur gemeinsam denkt. Der Blackwell-Chip GB202, 32 GB schneller GDDR7-Speicher und ein ernstzunehmendes AIO-Kühlsystem mit Lynk+-Schläuchen und Noctua NF-A12x25 G2 machen aus einem 575-W-„Ofen“ eine vergleichsweise zivilisierte High-End-Komponente – vorausgesetzt, man akzeptiert, dass echte Ruhe im High-End-Bereich mittlerweile ihren Preis hat.

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