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TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1: der futuristischste Monaco aller Zeiten

von ytools
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TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1: der futuristischste Monaco aller Zeiten
 

TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1: der futuristischste Monaco aller Zeiten auf der Dubai Watch Week 2025

Die Dubai Watch Week 2025 hat sich in kürzester Zeit von einem Geheimtipp zu einer Bühne entwickelt, auf der Marken ihre radikalsten Ideen ausrollen. Zwischen glitzernden Skylines, Hypercars und Sammlern mit praktisch unbegrenztem Budget hat TAG Heuer dieses Jahr einen Auftritt hingelegt, der selbst in diesem Umfeld auffällt: den Monaco Split Seconds Chronograph Air 1
TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1: der futuristischste Monaco aller Zeiten
. Er ist kein neues Zifferblatt auf einer alten Basis, sondern ein bewusst polarisierendes Statement. Ein ikonischer Name trifft auf neuartige Gehäusetechnik, ein Hochfrequenz-Rattrapantewerk und ein Design, das irgendwo zwischen Rennwagen, Sci-Fi-Requisite und Luxusspielzeug schwebt.

Seit 1969 steht der Monaco für Ecken und Kanten – buchstäblich und im übertragenen Sinn. 
TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1: der futuristischste Monaco aller Zeiten
Quadratisches Gehäuse, Motorsport-DNA, Steve McQueen, Benzingeruch in der Boxengasse – das alles steckt im Erbgut dieser Linie. Der Air 1 nimmt diese DNA nicht einfach auf, er dekonstruiert sie. Statt nostalgisch jede historische Referenz zu zitieren, fragt TAG Heuer: Wie würde ein Monaco aussehen, wenn man ihn heute von Grund auf neu denkt – mit Technologien, die eher aus der Luft- und Raumfahrt als aus der klassischen Uhrmacherei stammen?

Selective Laser Melting: vom Titanpulver zum Gehäuse

Herzstück dieses Experiments ist kein exotischer Stein, sondern ein Herstellungsprozess: Selective Laser Melting (SLM), auf Deutsch etwa selektives Laserschmelzen. Anders als bei herkömmlicher Gehäusefertigung, bei der ein massiver Metallblock auf CNC-Maschinen Schritt für Schritt abgetragen wird, wächst das Gehäuse des Monaco Split Seconds Chronograph Air 1 von unten nach oben
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. Ausgangspunkt ist feinstes Pulver aus Titan Grade 5, das in extrem dünnen Schichten aufgetragen wird. Ein computergesteuerter Laser schmilzt genau dort, wo später Material sein soll; der Rest bleibt Pulver.

Schicht für Schicht entsteht so ein dreidimensionales Bauteil, das nach dem Druckvorgang von überschüssigem Pulver befreit wird. Anschließend beginnt der vertrautere Teil: Aufwendige Oberflächenbearbeitung mit Schleifen, Strahlen, Mattieren und Polieren sorgt dafür, dass der Träger am Handgelenk am Ende keinen Hightech-Prototypen aus dem Labor, sondern eine fertige Luxusuhr sieht. Der Clou: Durch SLM lassen sich Hohlräume, Gitterstrukturen und verschachtelte Formen realisieren, die mechanisch kaum zu fräsen wären. Das macht den Air 1 nicht nur leichter, sondern verleiht ihm einen Look, der eher an ein Modell aus einem Sci-Fi-Film erinnert als an den typischen, monolithischen Uhrenblock.

Dass TAG Heuer diese Technik zuerst an einem Monaco erprobt, ist kein Zufall. Die Linie war schon immer die Spielwiese für mutige Designs. Mit dem Air 1 wird der Monaco zur Plattform, auf der die Marke auslotet, wie weit sich das Konzept Gehäuse im 21. Jahrhundert noch ausreizen lässt.

Gehäuse in Schichten: zwischen Rennwagen, Architekturmodell und Statement-Piece

Formal ist der Monaco Split Seconds Chronograph Air 1 noch immer klar als Monaco erkennbar: ein markant quadratisches Gehäuse, kantige Präsenz, rechteckige Grundform. Doch schon der erste Blick von der Seite zeigt, dass hier nichts wirklich klassisch ist. Fast jede Perspektive offenbart drei oder vier Ebenen: eine matte, graue Titanbasis, darauf ein asymmetrischer, schwarz DLC-beschichteter Titanlünette, darunter Wabenstrukturen, dazwischen glänzende Einsätze aus 18-karätigem Gelbgold. Alles wirkt miteinander verzahnt, verschachtelt, mit bewussten Durchbrüchen und Öffnungen.

Die Formensprache spielt eindeutig mit moderner Motorsport-Ästhetik: angedeutete Lufteinlässe, Öffnungen, die wie technische Gitter aussehen, Bereiche, in denen das Gold so hervorblitzt, als würde darunter ein glühender Motorblock sitzen. Besonders auffällig sind die versetzten “Grills” bei ungefähr 11 und 7 Uhr, durch die der goldene Unterbau deutlich sichtbar wird. Mit 41 Millimetern Gehäusebreite ist der Air 1 größer als viele klassische Monaco-Referenzen. Auf dem Papier klingt das massiv, am Arm relativiert sich das durch die Konstruktion: das Gewicht liegt bei rund 85 Gramm, bemerkenswert wenig für ein so präsentes Stück.

Natürlich gibt es einen Haken: Die aufwändige, durchbrochene Konstruktion ist kein Freund großer Wasserdruckreserven. Die Uhr ist gerade einmal bis 30 Meter wasserdicht, also eher geeignet für die Lounge als für den Pool. Und optisch gibt es keine halben Sachen. 
TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1: der futuristischste Monaco aller Zeiten
Der Air 1 ist laut, technisch, extravagant. Für manche Sammler ist er genau das, was sie von Dubai erwarten; für Puristen ist er ein Overkill aus Schichten, Farben und Strukturen. Mancher Kommentar aus der Community vergleicht ihn mit einer überdrehten “Boys Watch” im XXL-Stil oder mit einem extrem teuren Lego-Technic-Projekt – nur eben aus Titan und Gold.

Skelettiertes Zifferblatt: Bühne statt minimalistischem Toolwatch-Look

Unter dem Saphirglas setzt sich der Ansatz fort: Der Air 1 bietet kein klassisches Zifferblatt, sondern ein skelettiertes Bühnenbild für das Werk. Zwei groß geschwungene, schwarz beschichtete Brücken halten die Hilfszifferblätter und rahmen den zentralen Bereich ein. Die Minuterie ist auf einen transparenten Saphirringe gedruckt, der über dem Mechanismus zu schweben scheint. Diese schwebende Skala verstärkt den Eindruck, dass man in ein technisches Innenleben schaut, nicht auf eine flache Anzeige.

Im Zentrum laufen die beiden langen, nadelförmigen Chronographenzeiger für die Rattrapante-Funktion übereinander – bereit, Zwischenzeiten mit einem Knopfdruck zu stoppen und dann wieder einzuholen. Bei 6 Uhr sitzt eine kleine, sehr grafisch gestaltete Sekundenanzeige, die eher wie ein Designelement wirkt als wie ein klassisches Subdial. Farblich dominiert eine kühle, technische Palette aus Schwarz, Grau und Metalltönen, die von gezielt platzierten goldenen Akzenten durchbrochen wird. Legibilität bleibt dabei bewusst im zweiten Glied: Die Uhr ist durchaus ablesbar, aber sicher nicht optimiert für schnelle Blicke beim Autofahren. Der Air 1 will betrachtet werden, nicht nur die Uhrzeit liefern.

Kaliber TH81-00: Rattrapante bei 5 Hertz

Im Inneren arbeitet das Kaliber TH81-00, ein automatischer Split-Seconds-Chronograph, der in Zusammenarbeit mit der Manufaktur Vaucher entwickelt wurde. Technisch ist das eine Ansage: Der Takt liegt bei 36.000 Halbschwingungen pro Stunde (5 Hz), was dem Chronographenzeiger einen besonders flüssigen Lauf verleiht und feinere Zeitmessung ermöglicht. Die Rattrapante-Funktion erlaubt es, Zwischenzeiten zu erfassen, während die Hauptsekunde weiterläuft – eine der komplexesten klassischen Komplikationen überhaupt, bei der Kupplungen und Hebel hochpräzise zusammenarbeiten müssen.

Durch den facettierten Saphirglasboden wird das Werk zum zweiten Gesicht der Uhr
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. Die oberen Brücken sind mit einem speziellen Finish versehen, das an eine schachbrettartige Rennflagge erinnert – eine klare Referenz an TAG Heuers Motorsportgeschichte. Darunter zeigen dunkle, sandgestrahlte, skelettierte Brücken den tiefen Blick ins Werk. Die Säulenradsteuerung ist sichtbar, ebenso ein skelettierter Rotor in Schildform mit Wabenmuster, das die Architektursprache des Gehäuses aufgreift. Trotz dieser Komplexität bietet das TH81-00 eine Gangreserve von bis zu 65 Stunden, die bei intensivem Chronographengebrauch immer noch bei rund 55 Stunden liegt. Das ist mehr als respektabel für ein Hochfrequenzwerk mit Split-Seconds-Funktion.

Band und Tragegefühl: Renncockpit am Handgelenk

Passend zur aggressiven Gehäuseoptik setzt TAG Heuer beim Band auf ein modernes Materialmix-Konzept. Das Band besteht aus schwarzem Kautschuk, dessen Oberfläche mit fließenden Linien und Vertiefungen die Gehäuseformen weiterführt. In drei Felder ist Alcantara eingelassen – jenes Mikrofaser-Material, das man aus Sportwageninterieurs kennt, vor allem von Lenkrädern und Schalensitzen. Am Handgelenk fühlt sich das eher nach Renncockpit als nach klassischer Dresswatch an: leicht, weich, aber sehr technisch.

Verschlossen wird das Ganze von einer Butterfly-Faltschließe aus Titan Grade 5 mit schwarzer DLC-Beschichtung. Dank des geringen Gewichts und der relativ kompakten Hörner trägt sich der Air 1 angenehmer, als die Bilder vermuten lassen. Er verschwindet allerdings nicht unauffällig unter einer Hemdmanschette. Wer ihn trägt, will ihn zeigen – sonst gäbe es subtilere Optionen im Monaco-Portfolio.

Preis, Limitierung und die Reaktionen der Szene

Der Monaco Split Seconds Chronograph Air 1 ist streng limitiert: nur 30 Exemplare sollen gebaut werden. Der Listenpreis liegt bei rund 150.000 Schweizer Franken. Damit spielt die Uhr nicht mehr in der Liga “hochwertiger Sportchronograph”, sondern in der Liga “tragbare Skulptur für Hardcore-Sammler”. Es überrascht daher nicht, dass die Community gespalten reagiert.

In Foren und Kommentaren tauchen Vergleiche mit überzeichneten Fashion-Giganten ebenso auf wie Anspielungen auf das Design einiger besonders lauter Invicta-Modelle. Andere sehen im Air 1 ein Luxus-Lego-Technic-Projekt, wieder andere scherzen, das Ganze sehe eher nach Flux-Kompensator aus als nach klassischem Monaco. Und doch herrscht über eines weitgehend Einigkeit: Technisch ist der Air 1 beeindruckend. Hochfrequentes Rattrapantewerk, Titan-Gehäuse aus SLM, komplexer Aufbau, reduziertes Gewicht – das ist nicht einfach Marketing, das ist Ingenieurskunst.

Die eigentliche Frage ist daher weniger, ob die Uhr “gut gemacht” ist, sondern ob man das Ergebnis schön findet. Für manche wirkt der Air 1 wie das perfekte Accessoire für einen Dubai-Skybar-Abend; für andere ist er das Symbol eines Luxusmarkts, der für eine kleine, sehr wohlhabende Zielgruppe immer schriller wird. Genau darin liegt aber auch seine Stärke: Er ruft Emotionen hervor, statt im Meer aus “noch einem blauen Chronographen” unterzugehen.

Warum der Air 1 wichtig ist – auch wenn man ihn nie besitzen wird

Man kann den Monaco Split Seconds Chronograph Air 1 leicht als Spielzeug für Superreiche abtun. In gewisser Weise stimmt das, denn die Kombination aus Preis, Limitierung und auffälligem Design macht ihn per Definition zu einer Nischenerscheinung. Doch in der Uhrmacherei dienen solche Projekte oft als Testfeld. Technologien wie SLM könnten in einigen Jahren auch in erschwinglicheren Modellen auftauchen, vielleicht mit weniger Gold, weniger Schichten, aber ähnlicher Leichtbau-Architektur. Auch die Formensprache – Gitterstrukturen, Durchbrüche, Materialkontraste – lässt sich skalieren und entschärfen.

Bis es so weit ist, bleibt der Air 1 eine Art Manifest: TAG Heuer will nicht nur von seiner Vergangenheit leben. Der Name Monaco steht weiterhin für 1969, Steve McQueen und historische Rennstrecken, aber er steht nun auch für Titanpulver, Laserschmelzen und 5-Hz-Rattrapantewerke. Man muss diesen Weg nicht mögen, um anzuerkennen, dass er mutig ist. Und wenn eine Uhr es schafft, gleichzeitig als technisches Highlight, als Designstreitfall und als Gesprächsanstoß zu dienen, dann erfüllt sie genau die Rolle, die eine Marke auf einer Bühne wie der Dubai Watch Week sucht.

Die Auslieferung des TAG Heuer Monaco Split Seconds Chronograph Air 1 ist für Dezember 2025 über ausgewählte offizielle TAG-Heuer-Händler vorgesehen. Bis dahin wird die Diskussion darüber, ob er genial, grotesk oder beides ist, sicher nicht abreißen.

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1 kommentar

Interlude December 4, 2025 - 9:44 am

Typische Dubai-Vibes: laut, golden, futuristisch. Passt perfekt dahin, aber im deutschen Büro würde ich damit wohl auffallen wie ein Ufo

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