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Taiwan sieht nur geringe Folgen der Trump-Regeln für TSMCs China-Geschäft

von ytools
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Das taiwanesische Wirtschaftsministerium hat erklärt, dass die neuen Beschränkungen der Trump-Regierung für den Export von Chipfertigungsanlagen nach China nur geringe Auswirkungen auf die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) haben werden.
Taiwan sieht nur geringe Folgen der Trump-Regeln für TSMCs China-Geschäft
Die USA haben ein bisheriges Sondergenehmigungsprogramm beendet, sodass Lieferungen an das TSMC-Werk in Nanjing nun einzeln genehmigt werden müssen.

TSMC, der weltweit führende Auftragsfertiger von Halbleitern, betonte, dass die Sicherstellung des reibungslosen Betriebs in Nanjing oberste Priorität habe. Gleichzeitig bleibe der Austausch mit den US-Behörden bestehen, um Unterbrechungen zu vermeiden. Die Stärke des Unternehmens liegt in seinen hochmodernen Fertigungstechnologien, die zentrale Bausteine in iPhones, Servern für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnern darstellen. Laut den neuesten Geschäftszahlen stammen 75 % der Einnahmen aus Nordamerika, während Chinas Anteil auf nur noch 9 % gefallen ist – sieben Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Mit dem Schritt wird der sogenannte Validated End User (VEU)-Status für die Nanjing-Fabrik entzogen. Dieser hatte US- und japanischen Ausrüstern wie Applied Materials, KLA und Tokyo Electron die Lieferung ohne langwierige Verfahren erlaubt. Nun gilt für TSMC dieselbe Regelung wie bereits für Samsung und SK hynix. Das Nanjing-Werk selbst spielt jedoch keine Schlüsselrolle: Dort werden Chips mit 16-Nanometer-Technologie produziert – längst nicht mehr auf dem neuesten Stand. Demgegenüber erwirtschaftet TSMC rund 60 % seiner Quartalsumsätze mit 3-nm- und 5-nm-Prozessen.

Das Wirtschaftsministerium in Taipeh betonte, dass die Einhaltung internationaler Exportkontrollen notwendig sei, um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der taiwanesischen Chipindustrie zu sichern. Da das Werk in Nanjing nur etwa 3 % zum Gesamtumsatz beiträgt, seien die Auswirkungen überschaubar. Künftig müssen zwar einzelne Exportgenehmigungen eingeholt werden, andere TSMC-Standorte in China sind aber nicht betroffen.

Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark Geopolitik und Technologie verflochten sind. Die USA wollen Chinas Zugang zu modernster Fertigung einschränken und gleichzeitig sicherstellen, dass die eigene Wirtschaft mit den leistungsfähigsten Chips versorgt wird. Das Resultat ist ein Balanceakt: chinesische Standorte geraten unter Druck, während TSMC in den USA weiter wächst – angetrieben vom Boom bei KI und Cloud-Diensten, der den nordamerikanischen Umsatzanteil um zehn Prozentpunkte steigen ließ.

Kritiker warnen, dass Zölle und Exportauflagen am Ende vor allem die US-Verbraucher treffen, weil Preise steigen und die Nachfrage sinkt. Befürworter hingegen argumentieren, dass Qualität und technologische Führerschaft entscheidender sind als billige Importware. Billigprodukte aus China hätten ohnehin eher in Schwellenländern ihre Abnehmer als auf Märkten wie den USA oder Europa.

Unterm Strich bedeutet die Entscheidung aus Washington mehr Bürokratie für Ausrüster und Zulieferer, ändert jedoch wenig am großen Bild: TSMC ist kaum von China abhängig und erzielt den Löwenanteil seiner Gewinne mit modernsten Prozessen. Taiwan sieht deshalb keinen Grund zur Sorge – der Halbleitergigant bleibt globaler Taktgeber, auch in Zeiten politischer Spannungen.

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2 kommentare

zoom-zoom November 23, 2025 - 7:14 pm

Ein einzelner US-Konsument haut mehr Geld für Chips raus als zig Leute in Entwicklungsländern, niemand hier will China-Schrott kaufen

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SamLoover January 21, 2026 - 4:50 am

Wenn Japan nicht so stark im Schiffbau wäre, wären die Clyde-Werften längst Geschichte… ähnliches Muster jetzt bei Chips

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