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The Elder Scrolls VI: weit weg – aus guten Gründen

von ytools
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Todd Howard bittet die Community um eines, das in der Spielebranche selten geworden ist: Geduld. The Elder Scrolls VI sei „noch ein gutes Stück entfernt“, sagt der Bethesda-Chefdesigner – und macht klar, dass nicht der Kalender, sondern das, was auf dem Bildschirm passiert, das Tempo bestimmt. In einem Gespräch, das eigentlich den zehnten Geburtstag von Fallout 4 feierte, nahm Howard die unvermeidliche Frage vorweg: Wann kommt TES VI? Die ehrliche Antwort: Es dauert. Sein Traum wäre ein magischer Moment, in dem das Spiel einfach eines Tages auftaucht.
The Elder Scrolls VI: weit weg – aus guten Gründen
Realistischer ist jedoch ein geplanter, komprimierter Anlauf.

Warum ist die Pause seit Skyrim (2011) so lang? Weil sich das Studio bewusst aus Tamriel herausgezogen hat, um die kreativen Batterien zu laden. Starfield war kein Umweg, sondern ein Trainingslager: neue Tools, neue Produktionsabläufe, neue Systemideen. Das kostet Zeit, minimiert aber das Risiko, mit TES VI nur ein Nostalgiealbum zu veröffentlichen. Wer eine langlebige Rollenspiel-Plattform bauen will, muss die Fundamente erneuern – nicht nur die Tapete wechseln.

Im Inneren der Studios tickt deshalb ein anderer Takt. Howard berichtet von einem „großen“ Playtest, der jüngst stattgefunden hat. Solche Sitzungen sind Reality Checks: Was trägt, was scheuert, wo fehlt Lesbarkeit, wo bricht der Flow? Sein Mantra klingt simpel, ist aber selten gelebte Praxis: „Große Spiele werden gespielt, nicht geschrieben. Der Bildschirm lügt nicht.“ Erst das Pad in der Hand entlarvt hübsche PowerPoint-Folien.

Ab und zu öffnet Bethesda kleine Fenster Richtung Community. Eine Gruppe, die über Make-A-Wish Spenden gesammelt hatte, durfte einen Blick erhaschen und einen Freund im Spiel verewigen. Auch langjährige Elder-Scrolls-Chronicler bekamen bereits einen Sneak Peek. Das sind keine Marketing-Böller, sondern Erinnerungen daran, dass Elder Scrolls für viele mehr ist als eine Marke – es ist ein Ort, den man über Jahrzehnte wieder besucht.

Bleibt die Frage nach der Veröffentlichungsstrategie. Howard liebt die Romantik eines spontanen Shadow Drops, doch in der Praxis dürfte ein kurzes, dichtes Fenster wahrscheinlicher sein – nach dem Muster von Fallout 4: ankündigen, viel echtes Gameplay zeigen, wenige Monate später releasen. Das verhindert den Trailer-Marathon über Jahre, reduziert Erwartungs-Drift und erlaubt echte Änderungen zwischen Reveal und Launch, ohne dass das Publikum jeden Schlenker miterlebt.

Zur Zeitplanung wagt die nüchterne Prognose ein „frühestens Ende 2027“, mit solider Chance auf die erste Jahreshälfte 2028. Dieser Rahmen schafft Luft für Politur, Plattformstabilität und einen kräftigen Day-One-Inhaltsteppich. Er passt außerdem zu Hardware-Zyklen – weniger Altlasten, mehr Fokus. Und er stärkt, was die Serie über Generationen getragen hat: Modding. Ein sauberer SDK, stabile Formate und dokumentierte Pipelines sind kein Bonus, sondern die Lebensversicherung von TES VI.

Draußen zwischen Hype und Häme mischen sich berechtigte Sorgen. Manche fürchten Lade-Türen und Engine-Erbe, andere rechnen mit Premiumpreis plus Kinderkrankheiten am ersten Tag – und dass Modder wieder Feuerwehr spielen. Diese Skepsis ist nicht Bethesda-exklusiv; sie ist das Echo einer Dekade überambitionierter Groß-RPGs. Doch die Signale deuten auf Lernen unter Scheinwerfern: längere interne Testspannen, „discipline reviews“ quer durch Disziplinen, und die Bereitschaft, Meilensteine zu schieben, wenn der Build „noch nicht“ sagt.

Ebenso laut ist der Ruf nach „weniger Politik, mehr Magie“. Der produktive Weg führt nicht über Schlagworte, sondern über Stärken: Weltbau mit Tiefe, Systeme, die auf Entscheidungen reagieren, Quest-Design mit mehreren Wegen. Fraktionen, die wirklich miteinander verzahnt sind; NPC-Routinen, die überraschende Begegnungen erzeugen; handgefertigte Städte und Dungeons, die Neugier belohnen. Wenn TES VI die Stellschrauben Agentur und Reaktivität weiter anzieht, rückt Debattenlärm in den Hintergrund – und das Entdecken wieder nach vorn.

Wer zwischen den Zeilen lesen will, achtet in den kommenden Monaten auf leise Vorboten: Einträge bei Altersfreigaben, Artbook- oder Soundtrack-Listings im Handel, Collector’s-Edition-Leaks, auffällige Änderungen in Support-Seiten. Vor allem aber auf die Art der Präsentation: weniger poliertes CGI, mehr lange, unspektakulär-selbstbewusste Gameplay-Schnitte. Wenn eine Demo fast „langweilig“ wirkt, weil sie so viel echtes Spiel zeigt, ist das meist ein gutes Zeichen: Vertrauen.

Bis dahin gilt die unsexy Wahrheit des Handwerks: spielen, messen, schneiden, neu bauen. Wenn The Elder Scrolls VI später erscheint, weil der Bildschirm es diktiert, ist das kein Zaudern, sondern Sorgfalt. Und wenn der Kompass schließlich wieder aufleuchtet und Tamriel einen neuen Rand erhält, soll sich der lange Anlauf wie die richtige Entscheidung anfühlen.

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1 kommentar

SnapSavvy November 22, 2025 - 4:13 am

80€ Day One und Modder retten’s? Ich warte auf GOTY + Modpack

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