
Apple peilt einen Rekord-Dezember an: Warum Tim Cook trotz Q4-Delle an die iPhone-17-Power glaubt
Apple hat sein viertes Fiskalquartal 2025 abgeschlossen – mit einer Mini-Enttäuschung für die Börse und einer großen Portion Selbstvertrauen aus Cupertino. Die iPhone-Erlöse lagen bei rund 49,03 Milliarden US-Dollar und damit knapp unter den erwarteten 50,19 Milliarden. Normalerweise löst so ein Gap sofort die Nachfrage-Diskussion aus. Tim Cook versuchte jedoch, die Richtung zu setzen: Das Problem sei nicht, dass die Leute weniger iPhones wollen, sondern dass Apple nicht schnell genug liefern konnte.
Auf dem Earnings-Call sprach Cook explizit von lieferseitigen Engpässen: Mehrere Modelle der iPhone-17-Familie seien aktuell knapp, was die Auslieferungen am Quartalsende gedeckelt habe. Gleichzeitig betonte er, man sehe eine „enorme Resonanz“ auf das Line-up und sei „unglaublich begeistert“ von der Breite der Nachfrage über Produkte und Services hinweg. Mit anderen Worten: Das Interesse ist da, die Kapazität hinkte hinterher.
Vom knappen Verfehlen zur Steilvorlage
Vor diesem Hintergrund gibt Apple für das laufende, im Dezember endende Quartal eine Ansage ab, die man nicht alle Tage hört: der beste Dezember aller Zeiten – für den Konzern insgesamt und speziell für das iPhone. Der Subtext: Wenn die Produktion hochläuft und die Logistik greift, werden aufgestaute Bestellungen abfließen. Erste Signale passen ins Bild: Besonders das Basis-iPhone 17 und das 17 Pro Max ziehen laut Handelssignalen stark, die Lieferzeiten sind lang, die Premium-Mixquote steigt.
China als Sonderfall: eSIM macht das iPhone Air zum Magneten
In China sorgt das iPhone Air für Schlagzeilen: ein eSIM-only-Modell in einem Markt, der diese Option erst seit Kurzem breit öffnet. Genau dieser Neuigkeitsfaktor entfacht Neugier – Berichten zufolge waren erste Kontingente binnen Stunden vergriffen. Anekdoten sind kein Ersatz für harte Daten, aber sie stützen Cooks These: Nachfrage ist vorhanden, Verfügbarkeit ist die Bremse.
Was „Best Ever“ nüchtern bedeutet
Superlative klingen schnell nach Marketing. Hinter Cooks Optimismus steht jedoch ein rechnerischer Case: Wenn Engpässe verschwinden, wandert pent-up demand in tatsächliche Auslieferungen. Dazu kommt der Mix-Effekt: Modelle mit höherem ASP wie das Pro Max heben den Durchschnittserlös. Und jeder starke Gerätezyklus zieht margenträchtige Nebeneffekte nach sich – AppleCare, Abos, Zubehör. So wächst das, was Investoren wirklich lieben: die Bruttomarge.
Natürlich bleibt Restunsicherheit. Komponentenknappheit, Logistik, geopolitische Reibungen – all das kann den Output erneut drücken. In China muss das eSIM-Momentum über den Launch hinaus tragen, sonst bleibt es ein kurzer Hype. Und „Rekord“ setzt die Messlatte jedes Jahr höher: Operative Präzision ist Pflicht.
Die Zahlen – und die Erzählung dahinter
Unterm Strich: ~49,03 Milliarden Dollar iPhone-Umsatz statt ~50,19 Milliarden erwartet im Q4; anschließend die Prognose, dass das Dezemberquartal neue Bestmarken setzt. Die Story, die Apple erzählt, ist eindeutig: Keine Trendwende nach unten, sondern ein Timing-Problem. Sollte die Lieferkette in den Takt kommen, könnten die verpassten Einheiten aus Q4 plus der Weihnachtspeak genau das liefern, was Cook verspricht.
Fazit: Die Q4-Delle wirkt mehr wie Anlauf als Absturz. Gelingt es, die iPhone-17-Produktion zu entknoten und die China-Dynamik rund um das iPhone Air zu verstetigen, hat „Best Ever“ gute Chancen, von der Schlagzeile zur Zahl zu werden.