Die PlayStation 5 hat ein radikales SFF-Makeover bekommen – und zwar nicht aus Sonys Werkstatt. Der YouTuber Not From Concentrate zeigt mit der Tiny PS5 Redux eine konsequent neu gedachte, deutlich kompaktere Interpretation der Konsole. 
Das Ergebnis: ein präzise gefertigtes Alugehäuse, volle Alltagstauglichkeit, clevere Zugänglichkeit zu allen Ports und Tasten sowie ein Kühlkonzept, das unter Last messbar kühler arbeitet als das Serienmodell.
Warum die Redux-Version zählt
Die erste Tiny-PS5 sorgte damals für Aufsehen, weil sie das Volumen der Konsole um rund 60 Prozent schrumpfte. Sie war ein gelungener Beweis der Machbarkeit, offenbarte aber typische SFF-Kompromisse: instabile Stromversorgung unter Spitzenlast und höhere Temperaturen als bei der Standard-PS5. Genau diese Schwachstellen adressiert die Redux-Variante. Statt Bastelcharme gibt es einen verwindungssteifen Aluminiumrahmen, ein aufgeräumtes Innenleben und eine Airflow-Architektur, die Wärme effizienter abführt.
Design: kompakt, durchdacht, transportfreundlich
Das neue Chassis ist ein präzise bearbeiteter Alu-Korpus mit Sichtfenstern, der die originalen Heatsink-Platten und das Mainboard der PS5 sauber integriert. Alle USB-Ports bleiben erreichbar, die Power- und – beim Disc-Modell – die Eject-Taste sind frei bedienbar. Ein markantes Detail ist der stabile Tragegriff. Er ist kein Gimmick, sondern macht den Wechsel von Wohnzimmer zu Gaming-Abend oder LAN unkompliziert. Optisch trifft Boutique-SFF-PC auf Industriekonzept – und genau diese Mischung verleiht der Redux ihren Reiz.
Kühlung neu gedacht
Herzstück des Umbaus ist das Thermalkonzept. Die originalen Heatsink-Platten bleiben erhalten, werden jedoch mit einem Alpenföhn Black Ridge Low-Profile-Kühler kombiniert. Darüber sitzen zwei 120-mm-Slim-Lüfter von Noctua in Push-Pull: Ein Lüfter drückt kühle Luft durch das Lamellenpaket, der zweite zieht die erwärmte Luft direkt ab. Ergänzend sorgen drei 60-mm-Noctua-Lüfter für Abluft über die Griffkanäle; der Griff fungiert damit als gezielte Kaminführung. Der Alu-Korpus arbeitet zusätzlich als passiver Heatspreader und glättet Temperaturschwankungen, was die Lüfter weniger aggressiv regeln lässt.
Messwerte aus der Praxis
Die Zahlen stützen das Konzept: In Tests mit Clair Obscur: Expedition 33 hielt die Tiny PS5 Redux im Mittel etwa 56 °C, während eine serienmäßige PS5 unter vergleichbarer Last bei rund 59 °C lag. Drei Grad klingen klein, sind für Silizium unter Dauerlast jedoch spürbar: stabilere Boost-Frequenzen, geringeres Throttling-Risiko und meist ein leiseres Geräuschprofil über längere Sessions. Noctua-typisch ist zudem der angenehme Ton der Lüfter, der weniger aufdringlich wirkt als bei vielen Standardlösungen.
Stromversorgung und Haltbarkeit
Die Redux beseitigt die Kinderkrankheiten der ersten Generation. Kürzere Kabelführungen, freie Strömungspfade und eine solide Befestigung reduzieren Kontaktprobleme durch Vibration oder Transport. Es bleibt ein Mod und kein offizielles Produkt, doch das Layout zielt klar auf den Alltag: ein System, das nicht nur gut aussieht, sondern zuverlässig funktioniert.
Alltagstauglichkeit ohne Verzicht
Funktional werden keine Kompromisse verlangt: Controller laden, externe SSD anstecken, Medien nutzen – alles wie gewohnt. Der Griff erleichtert den Standortwechsel enorm und die Sichtfenster geben Einblick in die ordentliche Verkabelung. So wird die Konsole zum Hingucker auf dem Lowboard statt zum Klotz im Schrank.
Selbst bauen? Es gibt eine Anleitung
Wer eine kompatible PS5-Revision besitzt, findet beim Ersteller eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Materialtipps, Lüfterpositionen und Montageschritten. Gängige DIY-Hinweise gelten: Öffnen kann die Garantie kosten, ESD-Schutz ist Pflicht, und gutes Cable-Management braucht Zeit sowie Geduld. Wer das akzeptiert, bekommt ein verlässlich kühles SFF-Setup.
Mehr als ein Weg: andere Umbauten
Neben der Redux existieren weitere kreative Ansätze, etwa eine tragbare PS5-Interpretation, die Mobilität in den Fokus rückt. Der Trend ist eindeutig: Die Plattform ist reif genug, um sie in neue Formfaktoren zu biegen – vom ultrakompakten Wohnzimmer-Gerät bis zur quasi portablen Variante – ohne die Software-Erfahrung zu verwässern.
Für wen lohnt sich die Tiny PS5 Redux?
Ideal für SFF-Fans, für alle mit wenig Stellfläche und für Spielerinnen und Spieler, die niedrigere Temperaturen als beim Standardmodell wünschen, ohne gleich eine Wasserkühlung zu verbauen. Wer seine Konsole öfter transportiert oder schlicht ein Stück Ingenieurskunst mit Charakter mag, findet hier eine ungewöhnlich ausgereifte Antwort. Kurz gesagt: kleiner, stabiler, mobiler – und unter Last spürbar kühler. Die Redux macht aus einer guten Idee ein alltagstaugliches System.
3 kommentare
Wenn es das als Kit gäbe, wäre ich sofort dabei
Wie laut ist das im Idle? Brauche Wohnzimmer-Tauglichkeit
Der Griff als Kamin ist schon eine freche, aber geniale Idee 😂