Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) hat ein kurzes, aber wirkungsvolles Statement abgegeben: Die jüngst kursierenden Gerüchte, wonach NVIDIA-Chef Jensen Huang nach Taiwan gereist sei, um über ein angebliches „Gewinnbeteiligungsmodell“ von Ex-US-Präsident Donald Trump für KI-Chips zu sprechen, sind schlicht falsch. 
Der Ursprung dieser Behauptung lag in einem kaum bekannten taiwanischen Medium, doch TSMC stellte schnell klar, dass es sich um eine Falschmeldung handelt und der Besuch einen ganz anderen Hintergrund hatte.
Die Spekulationen nahmen Fahrt auf, weil die US-Regierung unter Trump wenige Wochen zuvor den Verkauf der NVIDIA H20 KI-GPUs nach China erlaubt hatte – allerdings nur unter der Bedingung, dass 15 % der Einnahmen an die US-Regierung abgeführt werden. Eine ungewöhnliche Maßnahme, die sofort Diskussionen über geopolitische Machtspiele und die Rolle der Chipindustrie im Handelskonflikt zwischen Washington und Peking auslöste. Vor diesem Hintergrund erschien Huangs plötzliche Reise nach Taiwan für viele Beobachter wie ein Hinweis auf geheime Gespräche über die Verteilung zukünftiger Chip-Gewinne.
Doch Huang selbst machte nach seiner Ankunft deutlich, dass der Anlass seiner Reise nichts mit Politik oder Profit-Deals zu tun hatte. Er kam nach Taiwan, um an einer Feier zu Ehren des TSMC-Gründers Morris Chang teilzunehmen und vor den Mitarbeitern zu sprechen. Dabei lobte er TSMC als „eine der großartigsten Firmen der Welt“ und bedankte sich bei der US-Regierung für die Lizenzfreigaben. Gleichzeitig zeigte er sich überrascht über Berichte, wonach China die Einfuhr der H20-Chips blockieren wolle, da die chinesischen Behörden nach seinen Worten selbst um die Lizenzen gebeten hätten.
In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur CNA erklärte TSMC, dass man einen stabilen und direkten Kommunikationskanal mit der US-Regierung habe und dass Huangs Besuch ausschließlich für eine interne Rede gedacht war. Auf Spekulationen von Analysten, wonach möglicherweise auch Themen wie Produktionskapazitäten, Zolloptimierung oder interne Preisgestaltung („Transfer Pricing“) besprochen werden könnten, ging TSMC nicht weiter ein. Solche Fragen gehören zwar zum Tagesgeschäft multinationaler Konzerne, doch sie haben nichts mit dem angeblichen Trump-Plan einer Gewinnbeteiligung zu tun.
Experten betonen, dass sich die wirklichen Gespräche zwischen NVIDIA und TSMC viel eher um die Verteilung knapper Fertigungskapazitäten drehen – ein heiß umkämpftes Gut in Zeiten enormer Nachfrage nach Hochleistungs-GPUs. Auch Fragen der Steuer- und Zollpolitik sind naheliegend. Doch das Ganze auf ein Schlagwort wie „Gewinnabgabe an die USA“ zu reduzieren, verzerrt die Realität und ignoriert die Komplexität der globalen Halbleiterindustrie.
Am Ende war Huangs Besuch also vor allem ein symbolischer Akt: eine Würdigung der Unternehmensgeschichte, ein Signal an die Belegschaft und ein Zeichen der engen Zusammenarbeit. Die Geschichte von Trumps angeblichem Gewinn-Deal bleibt hingegen, was sie immer war – ein unbegründetes Gerücht.
2 kommentare
China will Lizenzen, USA wollen Prozente – dieser Chipkrieg wird immer verrückter
das hat nix mit TSMC zu tun, das ist ne Sache zwischen Huang und der US-Regierung