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Twisted Metal Staffel 3: Warum die Peacock-Serie mit neuem Showrunner Kurs hält

von ytools
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Twisted Metal hat es erneut geschafft, dem großen Streaming-Sensenmann zu entkommen. Die abgedrehte Serienversion der kultigen PlayStation-Reihe bekommt bei Peacock offiziell eine 3.
Twisted Metal Staffel 3: Warum die Peacock-Serie mit neuem Showrunner Kurs hält
Staffel – allerdings mit einem spürbaren Wechsel hinter den Kulissen. Co-Schöpfer und bisheriger Showrunner Michael Jonathan Smith steigt aus, die Serie rast weiter, aber mit einem neuen Fahrer am Steuer.

Die Verlängerung folgt auf die 2. Staffel, die im Juli gestartet ist und sich leise, aber konstant eine treue Fanbasis aufgebaut hat. Laut NBCUniversal kommt die zwölfteilige Staffel bislang auf rund 993 Millionen gestreamte Minuten – ein deutliches Signal dafür, dass die Mischung aus Endzeit-Roadmovie, schwarzem Humor und Crash-Orgie funktioniert. Bemerkenswert ist das vor allem, weil Twisted Metal auf dem Papier wie ein Risiko wirkte: eine Serie nach einem Vehikel-Combat-Spiel, das seit über 13 Jahren keinen richtigen neuen Ableger mehr bekommen hat.

Als neuer Showrunner übernimmt nun David Reed, der sich bereits bei Genre-Hits wie The Boys, Star Trek: Strange New Worlds und The Magicians einen Namen gemacht hat. Er kennt sich also damit aus, brutale Spitzen, abgefahrene Ideen und überraschend emotionale Momente miteinander zu verbinden. Genau das braucht Twisted Metal: eine Hand, die den Wahnsinn nicht zähmt, aber in klare Bahnen lenkt, damit Chaos, Witz und Herz am Ende wie aus einem Guss wirken.

Der Abschied von Smith sorgt dennoch für gemischte Gefühle in der Fan-Community. Unter seiner Führung fand die Serie in Staffel 1 2023 ihren sehr eigenen Ton: eine kaputte, staubige Welt nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft, erzählt mit einem Augenzwinkern und getragen von Figuren, die genauso überzeichnet wie erstaunlich nahbar sind. Im Zentrum steht Anthony Mackie als John Doe, ein wortgewandter Kurier, der quer durch ein fragmentiertes Amerika düst und dabei in jede nur denkbare Falle fährt. Dazu kommen vertraute Gesichter aus den Spielen: Calypso, Agent Stone, Mr. Grimm und natürlich Serienmaskottchen Sweet Tooth, körperlich gespielt von Joe Seanoa und mit der unverwechselbaren Stimme von Will Arnett versehen.

Was Twisted Metal aus der Masse an Spiele-Adaptionen hervorhebt, ist seine kompromisslose Lust am Absurden. Die Serie versucht gar nicht erst, sich als „ernstes Prestigefernsehen“ zu verkleiden. Stattdessen setzt sie auf überzeichnete Gewalt, slapstickartige Stunts, rotzig geschriebene Dialoge und eine Optik, die irgendwo zwischen Samstagmorgen-Cartoon und trashigem B-Movie liegt. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer gingen mit minimalen Erwartungen hinein und kamen mit dem Gefühl heraus, einen der unterhaltsamsten, aber unterschätztesten Streaming-Geheimtipps gefunden zu haben.

Die zweite Staffel hat das Bild insgesamt bestätigt, wenn auch mit kleinen Stolpersteinen. So monierten einige Fans, dass die ersten drei Episoden tonal etwas wackelten und nicht ganz an die Spritzigkeit des Auftakts heranreichten. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker zieht die Serie an: die Action wird kreativer, die Antagonisten markanter, die Dynamik zwischen den Figuren intensiver. Spätestens im zweiten Teil der Staffel wirkt Twisted Metal wie eine Produktion, die genau weiß, was sie sein will – laut, chaotisch, aber niemals beliebig.

Gleichzeitig steht die Verlängerung exemplarisch für den aktuellen Trend, Videospiele ernster als Erzählgrundlage zu nehmen. Twisted Metal hätte problemlos zu einer seelenlosen Lizenz-Verwertung verkommen können, entschied sich aber bewusst dagegen. Statt einem düsteren, gravitätischen Ton setzt man auf anarchische Energie – was bei Kritiken und Preisen bislang nicht voll durchschlug. Viele Fans ärgern sich noch immer darüber, dass die Serie bei den Game Awards nicht einmal in der Kategorie Beste Adaption auftauchte und führen das auch auf die vergleichsweise geringe Reichweite von Peacock zurück.

Hinter den Kulissen bleibt jedoch viel Konstanz. Die Co-Creator Rhett Reese und Paul Wernick bleiben als Executive Producer an Bord, ebenso Will Arnett und Marc Forman über Electric Ave. Anthony Mackie ist neben seiner Hauptrolle weiterhin als Produzent über Make It Gravy Productions beteiligt. Ergänzt wird das Team von Jason Spire (Inspire Entertainment), Peter Principato (Artists First), den PlayStation-Produktionen Asad Qizilbash und Carter Swan sowie Sony-Interactive-Chef Hermen Hulst. Kurz gesagt: Die kreative Infrastruktur steht, auch wenn an der Spitze ein neuer Name steht.

Wie Staffel 3 konkret aussehen wird, verraten weder Peacock noch Sony im Moment. Es gibt weder einen Starttermin noch offizielle Story-Details, und auch die vollständige Besetzungsliste liegt nicht vor – wenngleich die Rückkehr von Mackie als gesetzt gilt. In der Fan-Spekulation kursieren Ideen von neuen befestigten Städten, weiteren bizarren Fraktionen auf den Highways, einem stärker turnierartigen Setting wie in den älteren Spielen und noch verrückteren Gegnern für John Doe und seine Verbündeten. Mit Reeds Erfahrung könnten zudem noch schärfere Satire-Spitzen und ein paar zusätzliche emotionale Tiefenmomente zwischen all den Explosionen ihren Weg in die Serie finden.

Die Stimmung in der Community schwankt daher zwischen Vorfreude und Vorsicht. Einerseits ist es in Zeiten massiver Serien-Streichungen schon ein kleines Wunder, dass Twisted Metal eine dritte Runde drehen darf. Andererseits weiß jeder Fan, wie fragil der Balanceakt zwischen Klamauk, Überdrehtheit und echter Figurenentwicklung ist. Gelingt es David Reed, genau diesen Ton zu treffen und weiterzuentwickeln, könnte Staffel 3 der Moment sein, in dem Twisted Metal den Sprung vom Geheimtipp zur fest etablierten Lieblingsserie vieler Genre-Fans schafft.

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