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Warhammer MMO Abgesagt: NetEase Schließt Jackalyptic Games

von ytools
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Ein weiteres ambitioniertes MMO wurde eingestellt: NetEase hat das Studio Jackalyptic Games in Austin geschlossen, und mit ihm wurde das MMO-Projekt auf Basis des Warhammer-Universums ebenfalls abgesagt. Die Nachricht kam direkt von Studioleiter Jack Emmert, einem MMO-Veteranen, der für City of Heroes, Champions Online, Star Trek Online und später für DC Universe Online verantwortlich war. Nachdem ein Marvel-MMORPG von Daybreak abgesagt wurde, gründete Emmert Jackalope (später in Jackalyptic umbenannt) mit finanzieller Unterstützung von NetEase. Im Mai 2023 gab das Team bekannt, dass es an einem MMO basierend auf der Warhammer-Lizenz arbeite, das sowohl zugänglich als auch treu zum IP sein sollte.
Warhammer MMO Abgesagt: NetEase Schließt Jackalyptic Games
Nun ist dieses Projekt ebenfalls Geschichte.

Was ist passiert und was bedeutet das?

In einer Nachricht an die Community bedankte sich Emmert bei NetEase für die Unterstützung und sagte, dass das Team nun nach neuen Möglichkeiten suchen werde. Es ist eine Geschichte, die wir immer wieder hören: Hohe Investitionen, teure Lizenzen und sich ändernde Plattform-Prioritäten in einem vorsichtigeren wirtschaftlichen Umfeld. Publisher kürzen ihre Portfolios, verschieben Ressourcen auf schnellere, marktreifere Produkte und ziehen sich von Projekten zurück, die große Budgets und viel Zeit erfordern, um einen finanziellen Ertrag zu erzielen.

Viele werden versuchen, das Schließen des Studios durch kulturelle Diskussionen zu erklären. Doch die wahre Ursache ist wirtschaftlicher Natur. MMOs sind unglaublich teuer in der Entwicklung: Sie benötigen jahrelang Content-Pipelines, Serverbetrieb, Anti-Cheat-Systeme und Community-Management, bevor der erste Euro verdient wird. Lizenzen wie die von Warhammer erhöhen die Kosten und Erwartungen zusätzlich; wenn die Prognosen nicht stimmen oder die Strategie geändert wird, können selbst vielversprechende Teams ohne Finanzierung dastehen.

Das Erbe von Jack Emmert und der Plan von Jackalyptic

Emmerts Karriere ist fast eine Chronik des MMO-Genres: Große Erfolge, schmerzhafte Lektionen und das Handwerk, Welten über Jahre am Leben zu erhalten. Als er die Pläne für das Warhammer MMO 2023 vorstellte, betonte er, dass es ein Spiel werden sollte, das zugänglich ist, ohne den düsteren Ton des Universums zu verlieren. Diese Balance zu finden, ist eine schwierige, aber notwendige Aufgabe in einem gesättigten Markt.

Die schwierige Geschichte von Warhammer im MMO-Genre

Warhammer als IP ist in vielen verschiedenen Spielgenres erfolgreich, doch die Geschichte des Franchises im MMO-Bereich ist gemischt. Warhammer Online: Age of Reckoning wurde 2008 veröffentlicht und 2013 geschlossen; seine Fans betreiben weiterhin einen privaten Server namens Return to Reckoning. Im Bereich der Sci-Fi versuchte Warhammer 40,000: Eternal Crusade 2016 ein MMO-ähnliches Shooter-Spiel zu werden, doch die Server wurden 2021 aufgrund mangelnder Spielerzahl geschlossen. Der größte Erfolg des Franchises in den letzten Jahren fand in Koop- und Singleplayer-Erfahrungen statt, da hier die Anforderungen an die Infrastruktur und die dauerhafte Pflege von Servern geringer sind.

Kontext: Eine schwierige Zeit für große Online-Projekte

Das Schicksal von Jackalyptic ist nur ein weiteres Beispiel für die vielen Absagen großer Online-Projekte. Der Einstieg in und die Aufrechterhaltung eines MMOs war nie so teuer: Es braucht eine konstante Spielerbasis, kontinuierliche Content-Updates und eine harte Konkurrenz durch andere Games, die ebenfalls tägliche Aufmerksamkeit verlangen.

Die menschliche Dimension hinter der Schließung darf nicht übersehen werden. Hinter dem Wort „Schließung“ stehen viele talentierte Entwickler, die Jahre damit verbracht haben, „unsichtbare“ Probleme zu lösen: von Content-Tools und Infrastruktur über Monetarisierungsethik bis hin zu Lizenzabstimmungen. Emmerts Nachricht klingt fast wie eine Empfehlung für den Arbeitsmarkt: Wenn du Leute suchst, die sich mit der langfristigen Pflege eines digitalen Spiels auskennen, dann sind diese Experten jetzt verfügbar.

Was kommt als nächstes für die Fans und für Warhammer?

Für die Fans, die auf ein modernes Warhammer MMO gehofft haben, ist dies natürlich ein Rückschlag. Aber das IP bleibt sehr lebendig und es ist durchaus möglich, dass zukünftige Versuche unternommen werden, wenn Entwickler die richtige Balance zwischen Ambition und finanzieller Disziplin finden. Bis dahin bleibt die Warhammer-Community aktiv, sei es durch Tabletop-Spiele, Koop-Erfahrungen oder private Server, die das Erbe des Spiels am Leben erhalten. Das Warhammer-Universum hat noch viel zu bieten, auch wenn es vorerst keine neuen MMOs gibt.

Fazit: Das Warhammer MMO von Jackalyptic scheiterte nicht, weil das IP nicht attraktiv war. Es scheiterte, weil das Studio die notwendigen Ressourcen nicht rechtzeitig sichern konnte – eine schmerzhafte, aber alltägliche Realität für große Online-Spiele im Jahr 2025.

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2 kommentare

Ray8er November 15, 2025 - 8:14 pm

Emmert hat einen beeindruckenden Lebenslauf. Wenn er es nicht geschafft hat, dann sagt das viel über die Risiken aus

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PiPusher February 11, 2026 - 12:31 pm

Leute, die immer ‘go woke go broke’ schreien, verstehen nicht, dass es hier vor allem ums Geld geht. Lizenzen + Serverkosten = harte Realität

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