
WhatsApp führt passkey-verschlüsselte Backups ein: was dahinter steckt, wer profitiert und wie du es aktivierst
WhatsApp rollt eine neue Option für Ende-zu-Ende-geschützte Backups aus, bei der dein Geräteschutz – Gesicht, Fingerabdruck oder Sperrcode – zur Schlüsselkarte wird. Statt dir ein Passwort zu merken oder einen sperrigen 64-stelligen Wiederherstellungscode zu hüten, verknüpft die App den Backup-Schlüssel mit einer Passkey-Anmeldung. Die private Komponente bleibt sicher im Hardware-Schutz des Systems (Secure Enclave/TPM), die öffentliche liegt beim Dienst. Bestätigst du dich, darf das Gerät den Backup-Schlüssel ver- oder entschlüsseln – Phishing-resistente Sicherheit ohne Zusatzaufwand.
Die Funktion erscheint schrittweise in den nächsten Wochen und Monaten. Sobald sie da ist, findest du sie unter Einstellungen > Chats > Chat-Backup > Ende-zu-Ende-verschlüsseltes Backup und wählst dort die Passkey-Option. Damit bringst du die Backup-Sicherheit auf dasselbe Niveau wie deine laufenden Chats und Anrufe.
Antworten auf typische Fragen
Gerät weg oder defekt? Passkeys sind grundsätzlich gerätegebunden. Auf aktuellen Plattformen lassen sie sich jedoch über iCloud/Google-Schlüsselbund wiederherstellen, sofern du Zugriff auf dein Apple- bzw. Google-Konto und eine Displaysperre hast. Wer Cloud-Wiederherstellung meidet, sollte einen alternativen Recovery-Weg parat haben.
Ersetzt das TOTP/2FA? Nein. TOTP schützt die Kontoanmeldung, Passkeys hier schützen den Backup-Schlüssel. Beides ergänzt sich ideal.
Andere Clouds? Unverändert: Backups liegen weiterhin bei Google (Android) bzw. Apple (iOS). Die Neuerung betrifft das Wie der Absicherung, nicht das Wo.
Lesen Meta/WhatsApp mit? Ende-zu-Ende bedeutet: Inhalte werden auf deinen Geräten verschlüsselt und nur bei Sender:in/Empfänger:in entschlüsselt – auch im Backup. Auswertung kann sich auf Metadaten stützen, nicht auf Nachrichteninhalte.
„Homomorpher Backdoor“? Das ist nicht der Mechanismus hier. Die Passkey-Funktion stärkt die Nutzerkontrolle über den Backup-Schlüssel und fügt keine Hintertür ein.
Warum das zählt
Weniger Fehlerquellen, kein Passwort-Gedächtnis, keine Monster-Codes – stattdessen der vertraute Geräte-Unlock als Schlüsselwächter. So bleiben deine Chats sicher, zugänglich und privat.
1 kommentar
Ich will beides: Passkey fürs Backup und 2FA fürs Login. Gürtel & Hosenträger 😅