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Wird dein iPhone zum neuen Labubu? Warum das iPhone Pocket mehr Mode als Technik ist

von ytools
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Stell dir vor, dein iPhone ist nicht länger nur ein Smartphone, sondern ein Sammlerstück – so aufgeladen mit Bedeutung wie ein Labubu.
Wird dein iPhone zum neuen Labubu? Warum das iPhone Pocket mehr Mode als Technik ist
Genau in diese Richtung zielt Apple mit einem seiner ungewöhnlichsten Accessoires der letzten Jahre: dem iPhone Pocket. Offiziell ist es nur eine kleine Stofftasche für dein Handy. Inoffiziell hat es alles, was ein zukünftiger Popkultur-Hype braucht: Wiedererkennungswert, einen stolzen Preis und eine Story, die mehr mit Emotionen als mit Technik zu tun hat.

Um zu verstehen, warum das iPhone Pocket überhaupt mit Labubu verglichen werden kann, lohnt sich ein Blick auf die Herkunft des Kuschelmonsters. Labubu stammt aus der Reihe „The Monsters“ des Künstlers Kasing Lung und wird vom Sammler-Giganten Pop Mart produziert. Optisch wirkt die Figur wie ein kleines, freches Fabelwesen mit spitzen Zähnen und schelmischem Blick – irgendwo zwischen süß, schräg und leicht verstörend. Richtig explodiert ist der Hype aber erst, als BLACKPINK-Star Lisa öffentlich zeigte, wie sehr sie Labubu liebt. Ein paar Fotos, ein paar Clips – und plötzlich wollte gefühlt jeder so ein Monster besitzen.

Inzwischen gehört „The Monsters“ zu den lukrativsten Reihen von Pop Mart und setzt jedes Jahr hunderte Millionen Dollar um. Fans stehen früh morgens vor den Shops, um Blindboxen zu ergattern, jagen limitierte Varianten und tauschen untereinander wie auf einem Mini-Börsenparkett. Die Kaufentscheidung ist dabei selten rational. Niemand braucht Labubu. Aber sehr viele Menschen wollen Labubu – als Teil ihrer Identität, ihres Zimmers, ihres Social-Media-Feeds. Genau diese Logik – oder besser: diese Unlogik – ist der Kern von modernen Sammler-Trends.

Und hier schiebt sich Apple mit dem iPhone Pocket ins Bild. Das Accessoire, entwickelt in Zusammenarbeit mit ISSEY MIYAKE, ist im Grunde eine schlichte, textilbasierte Tasche, in die dein iPhone hineingleitet und dann um Hals oder Schulter getragen wird. Preis: um die 230 US-Dollar. Das ist weit entfernt von „praktisches Alltags-Gadget“ und deutlich mehr „Designobjekt mit Apple-Aufschlag“. Mehr Akkulaufzeit? Fehlanzeige. Mehr Leistung? Auch nicht. Das iPhone Pocket ist in erster Linie ein Mode-Statement.

Genau deshalb polarisiert es so stark. Die einen machen sich lustig und sprechen von einer „Luxus-Socke fürs Handy“ oder einem Smartphone-Strickbeutel, den Apple jetzt einfach monetarisiert. Die anderen sehen darin die perfekte Ergänzung zu ihrem Outfit: eine Art Mini-Crossbody-Bag für den Tech-Alltag, die auf Fotos, im Spiegel-Selfie oder auf dem Festival-Band-Foto genau die richtige Portion „Ich bin up to date“ ausstrahlt. Funktionalität ist hier Nebensache, Symbolik ist alles.

An diesem Punkt wird die Parallele zu Labubu spannend. Weder das Kuschelmonster noch das iPhone Pocket sind im klassischen Sinne nützlich. Beide funktionieren als kleine Status-Trophäen. Labubu sitzt im Regal, auf dem Schreibtisch oder neben der Gaming-Ecke und signalisiert: „Ich kenne diesen Hype, ich bin Teil davon.“ Das iPhone Pocket spielt dieselbe Rolle in Bewegung: im Café, in der Bahn, in der Schlange vor dem Konzert. Material, Schnitt, die Art, wie die Kamerainsel oben herausragt – all das sendet Botschaften über Stil, Zugehörigkeit und Geschmack.

Psychologisch betrachtet sind solche Käufe selten das Ergebnis kühler Abwägung. Sie entstehen aus Emotionen heraus: dem Wunsch dazuzugehören, dem Bedürfnis nach einem kleinen Belohnungs-Kauf, der Lust, sich mit den eigenen Idolen zu synchronisieren. Labubu ist das perfekte Beispiel dafür, wie ein kurzer Moment mit einer prominenten Person einen ganzen Markt anfeuern kann. Als Lisa mit dem Monster gesehen wurde, wurde aus einem Nischenprodukt ein Massenphänomen. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, was passieren würde, wenn eine Taylor Swift, eine K-Pop-Gruppe oder ein anderer A-Lister plötzlich mit einem iPhone Pocket um den Hals fotografiert wird.

Apple kennt dieses Spiel seit Jahren. AirPods machten aus weißen Ohrstöpseln ein Lifestyle-Symbol. Original-Hüllen und Apple-Watch-Armbänder haben gezeigt, dass Nutzer bereit sind, ihre Geräte wie modische Accessoires zu behandeln – passend zum Outfit, zur Jahreszeit, zur Stimmung. Das iPhone Pocket ist der nächste logische Schritt: Nicht nur das Case, sondern die gesamte Art, wie man das Gerät trägt, wird Teil der persönlichen Ästhetik.

Ob das iPhone Pocket tatsächlich Labubu-Status erreicht, hängt von vielen Faktoren ab: Verfügbarkeit, künstliche Verknappung, Farbkombinationen, Social-Media-Momente und eben das große Promi-Sighting. Aber die Grundzutaten sind da: ein hoher Preis, der Exklusivität signalisiert, ein auffälliges Design, das sofort auffällt, und ein Produkt, das keine rationale Rechtfertigung braucht, weil es auf einer ganz anderen Ebene wirkt.

Deshalb ist die Frage „Wird dein iPhone der neue Labubu?“ gar nicht so abwegig. Nicht, weil das Gerät technisch revolutioniert wurde, sondern weil ein schlichtes Stück Stoff die Rolle eines emotionalen Verstärkers übernimmt. Es knüpft an Status, Stil und Popkultur an – genau dort, wo die lautesten Impulskäufe entstehen. Fehlt nur noch dieses eine virale Foto mit einem Superstar, und das iPhone Pocket wandert endgültig aus der Meme-Ecke in die Vitrine der großen Sammler-Feten der Gegenwart. In der Popkultur sind schon viel absurdere Dinge passiert.

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