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Xiaomi OpenWear Stereo Pro im Test: Premium-OWS-Kopfhörer mit beeindruckendem Klang

von ytools
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Xiaomi OpenWear Stereo Pro im Test: Premium-OWS-Kopfhörer mit beeindruckendem Klang

Xiaomi OpenWear Stereo Pro im Test: Premium-OWS-Kopfhörer mit beeindruckendem Klang und starker Ausdauer

Offen getragene Kopfhörer – kurz OWS für „Open Wearable Stereo“ – haben sich in den letzten zwei Jahren vom Nischenprodukt zum vollwertigen Trend entwickelt. Fast jeder große Hersteller hat mittlerweile ein eigenes Modell auf dem Markt, und viele Nutzer schätzen die Kombination aus Komfort, Sicherheit und einem Hörgefühl, das näher an kleinen Lautsprechern als an klassischen In-Ear-Stöpseln liegt. Statt tief im Ohrkanal zu sitzen, ruhen OWS-Modelle direkt am Rand des Gehörgangs und lassen Umgebungsklänge bewusst durch. Das klingt unspektakulär, verändert aber die gesamte Nutzungserfahrung. Die Xiaomi OpenWear Stereo Pro wollen in diesem Segment die Premium-Klasse bedienen – mit edlen Materialien, cleverer Akustik und einer Laufzeit, die sich deutlich von der Konkurrenz abheben soll.

Wir haben die OpenWear Stereo Pro mehrere Wochen lang in Alltagssituationen getestet: im Büro, in der Bahn, beim Sport und im Homeoffice. Dabei wollten wir herausfinden, ob die Kopfhörer ihren Preis von €150 bzw. £140 rechtfertigen – und ob Xiaomi tatsächlich geschafft hat, die typischen Schwächen offener Kopfhörer zu minimieren, ohne deren Vorteile einzubüßen.

Was Open-Ear-Kopfhörer ausmacht – und für wen sie gedacht sind

Normale In-Ears versiegeln den Gehörgang mehr oder weniger vollständig. Das verbessert Bass und Details, ermöglicht Noise-Cancelling – und sorgt bei vielen Menschen für ein Druckgefühl, das auf Dauer unangenehm sein kann. OWS-Modelle verfolgen einen anderen Ansatz: Sie hängen gewissermaßen außerhalb des Ohrs, erlauben natürliche Wahrnehmung des Umfelds und fühlen sich nach einigen Minuten fast an, als würde man gar keine Kopfhörer tragen. Für Jogger, Radfahrer, Eltern, Büroangestellte oder Menschen, die ungern „abgeschottet“ sind, ist dieses Konzept ideal. Gleichzeitig gelten offene Systeme als notorisch bassschwach und anfällig für Klangverluste bei höherer Lautstärke.

Xiaomi möchte genau diese Schwächen adressieren. Die OpenWear Stereo Pro sollen nicht nur bequem und sicher sitzen, sondern auch kräftiger und voller klingen als typische Open-Ear-Modelle – und das ohne das Gefühl, dass die Musik tonnenweise nach außen entweicht. Hinzu kommt eine extrem lange Akkulaufzeit, die OWS-Kopfhörer oft nicht bieten. Damit positioniert sich Xiaomi klar oberhalb günstiger OWS-Modelle und ambitionierter als viele Lifestyle-Hersteller.

Design, Verarbeitung und Tragekomfort: Premium, das man merkt

Optisch machen die OpenWear Stereo Pro sofort klar, dass sie nicht nur funktional sein wollen. Der metallisch glänzende Treiberbereich wirkt hochwertig, die geschwungenen Linien des Ohrhakens verleihen dem Design Leichtigkeit. Die Kombination aus metallischem Glanz, weichem TPU-Material und organischer Formensprache fällt im Alltag positiv auf – und hebt sich von vielen rein sportlich wirkenden OWS-Modellen ab.

Die Ohrbügel umschlingen die obere Hälfte des Ohrs und platzieren die Treibereinheit präzise an der Öffnung des Gehörgangs. Die Kopfhörer berühren das Ohr kaum, sodass auch längere Hörsessions angenehm bleiben. Xiaomis dreipunktiger Stützmechanismus verteilt den Druck gleichmäßig, wodurch selbst nach drei oder vier Stunden kein Ermüdungsgefühl entstand. Jeder Hörer wiegt 9,8 Gramm – genug, um stabil zu sitzen, aber leicht genug, um kaum wahrgenommen zu werden. Der Sitz bleibt selbst bei schnellen Bewegungen sicher, sei es beim Laufen oder intensiven Training.

Das Ladeetui ist ebenfalls auffällig gestaltet: glatt, rund, fast wie ein perfekt geschliffener Stein. Die obere Hälfte ist mit einer Kunstlederstruktur versehen, die dem Case ein ungewöhnlich luxuriöses Gefühl gibt, während die Unterseite matt gehalten ist. Die Scharniere wirken robust, die Klappe schließt mit einem satten Klick. Besonders überraschend ist das Innere: eine Art Kunst-Wildleder-Beschichtung, die die Kopfhörer schützt und gleichzeitig ein elegantes Detail darstellt, das man sonst nur in deutlich teureren Geräten findet.

Mit insgesamt rund 73 Gramm (Case + Kopfhörer) ist das Set weder besonders leicht noch schwer – eher genau in der Mitte. Die Kopfhörer sind nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt, was sie sporttauglich macht. Das Case selbst ist nicht wasserdicht, was bei OWS-Modellen üblich ist.

Steuerung, Bedienung und Nutzererlebnis

Auf der Außenseite der Treiberflächen befinden sich Touch-Sensoren, die durchweg zuverlässig funktionierten. Xiaomi erlaubt individuelle Anpassungen für einfache, doppelte oder dreifache Tippgesten sowie langes Halten. Diese Gesten steuern Wiedergabe, Lautstärke, Anrufe oder Sprachassistenten. Während viele Touchsysteme entweder zu empfindlich oder zu träge sind, hat Xiaomi eine gute Balance gefunden: keine Fehleingaben, kaum Verzögerungen. Besonders hilfreich ist, dass das Anpassen des Ohrhakens – also das häufigste Bewegungsmuster – keine unerwünschten Gesten auslöst.

Bluetooth-Performance, Features und Alltagstauglichkeit

Dank Bluetooth 5.4 unterstützen die OpenWear Stereo Pro stabile Verbindungen, geringe Latenz und gleichzeitiges Pairing mit zwei Geräten. Das ist im Alltag extrem praktisch: Videocalls am Laptop, Nachrichten auf dem Smartphone – und die Kopfhörer wechseln automatisch zum aktiven Gerät.

Ein weiteres Feature ist das 360-Grad-Head-Tracking für räumlichen Klang. Bei Filmen oder Live-Konzerten wirkt dieser Effekt überraschend überzeugend; bei Musik bleibt er Geschmackssache. Es ist jedoch positiv hervorzuheben, dass Xiaomi die Funktion sinnvoll integriert hat, ohne aufdringlich zu wirken.

Da OWS-Modelle naturgemäß keine aktive Geräuschunterdrückung besitzen, setzt Xiaomi auf eine Art Anti-Leak-System: Ein zusätzlicher Mikrotreiber erzeugt Gegenschall, der den nach außen dringenden Klang minimieren soll. Xiaomi verspricht, dass innerhalb von 25 cm kaum noch Klang zu hören sei. Das ist ambitioniert – und in der Praxis nur teilweise realistisch. Bei moderater Lautstärke ist das Leak-Management durchaus effektiv; bei höherer Lautstärke hört die Umgebung allerdings weiterhin etwas mit. Physik lässt sich nicht komplett austricksen, aber die Verringerung des typischen „Mini-Lautsprecher-Effekts“ ist spürbar.

Das adaptive Lautstärkefeature ist ebenfalls integriert: Es soll die Lautstärke automatisch an die Umgebungsgeräusche anpassen. In stillen Situationen funktioniert das gut. In chaotischen Umgebungen – Bahnhöfen, Straßenverkehr – reagiert das System nicht immer schnell genug, sodass man meist doch manuell eingreift.

Ein ungewöhnliches Feature ist die Möglichkeit, direkt über die Kopfhörer Sprachmemos aufzunehmen – bis zu 240 Minuten insgesamt. Die Qualität ist nicht studioartig, aber absolut brauchbar für spontane Ideen oder Notizen unterwegs.

Die Verbindung blieb im gesamten Testzeitraum stabil – sowohl auf Android-Geräten als auch auf iPhones und MacBooks. Kein Knistern, keine Aussetzer, keine Verzögerungen bei Videos.

Klangqualität: offen, aber kraftvoll und erstaunlich detailliert

OWS-Kopfhörer sind traditionell schwach im Bass und neigen zu Höhen, die schnell scharf wirken können. Xiaomi versucht, das Problem durch eine komplexe Treiberkonfiguration zu lösen: 18×13-mm-Dynamiktreiber, piezoelektrische Keramik-Tweeter, zwei Balanced-Armature-Treiber – ein Setup, das eher an High-End-In-Ears erinnert als an offene Kopfhörer. Mit Unterstützung für SBC, AAC und LDAC kann der OpenWear Stereo Pro auch hochauflösendes Audio streamen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Für ein offenes System liefern die Kopfhörer einen Bass, der wirklich spürbar ist. Nicht übermächtig, aber klar definiert. Vocals sind natürlich und präsent, Instrumente lassen sich im Raum gut orten, und die Höhen bleiben stets kontrolliert. Das Klangbild bleibt selbst bei hoher Lautstärke stabil – ohne die typischen Verzerrungen vieler offener Modelle.

Im direkten Vergleich mit dem Nothing Ear (open) klingen die Xiaomi-Modelle voller, breiter und dynamischer. Der Harman-Master-Preset wirkt besonders ausgewogen und verleiht dem Sound mehr Tiefe. Während man keinen frei anpassbaren EQ erhält, sind die vorhandenen Presets sinnvoll, nachvollziehbar und gut abgestimmt.

Die Mikrofone sind für Innenräume ausreichend. Stimmen werden sauber übertragen, ohne dumpf oder metallisch zu wirken. In lauten Außenbereichen geraten sie hingegen an ihre Grenzen. Verkehrslärm oder Wind können das Signal überlagern – typisch für offene Konstruktionen.

Akkulaufzeit und Ladeerlebnis

Die angegebenen 8,5 Stunden pro Ladung klingen ambitioniert – sind aber überraschend realistisch. Bei einer Mischung aus Musik, Podcasts und Telefonaten kamen wir regelmäßig über die Acht-Stunden-Marke. Das Etui bietet rund fünf zusätzliche Ladungen und verlängert die Gesamtnutzungsdauer auf bis zu 45 Stunden. Für OWS-Kopfhörer ist das außergewöhnlich stark.

Aufgeladen wird per USB-C. Eine vollständige Ladung dauert etwas über zwei Stunden. Ein schneller 10-Minuten-Ladeboost liefert etwa zwei Stunden Nutzung – ein sehr praktisches Detail.

Verschleiß, Sound-Leakage und sozialer Kontext

Offene Kopfhörer sind grundsätzlich nicht für absolute Diskretion ausgelegt. Xiaomi reduziert zwar deutlich den Klangverlust, aber wegdenken kann man ihn nicht. Im Büro oder Café reicht moderate Lautstärke aus, um niemanden zu stören. In Bus oder Bahn muss man jedoch lauter drehen, was den Klangverlust erhöht. Grundsätzlich gilt: Rücksicht und moderates Hören sorgen für entspannte Mitmenschen.

Sport, Alltag und Langzeitkomfort

Weil die Kopfhörer den Gehörgang nicht verschließen, entsteht kein Druckgefühl, keine Wärmeentwicklung und kein „Unterdruck“, wie es bei vielen In-Ears vorkommt. Für lange Hörsessions ist das ideal. Beim Sport sitzen die Hörer sicher – der Ohrhaken hält, auch wenn man schwitzt. Die IP54-Zertifizierung schützt vor Schweiß und leichtem Regen, was sie alltagstauglich macht.

Vergleich, Zielgruppe und Fazit

Wer maximale Abschirmung, tiefe Basswucht oder starkes ANC sucht, ist bei OWS-Kopfhörern grundsätzlich falsch aufgehoben. Aber wer Komfort, Umgebungswahrnehmung und ein natürliches, offenes Klangbild bevorzugt, bekommt mit den Xiaomi OpenWear Stereo Pro eines der derzeit besten Produkte dieser Kategorie. Sie bieten mehr Klangvolumen als viele Konkurrenten, deutlich bessere Akkulaufzeit und einen Komfort, der im Alltag echt überzeugt.

Der Preis von €150/£140 liegt über einfachen Modellen, ist aber angesichts der Gesamtleistung absolut gerechtfertigt. In einigen Märkten legt Xiaomi die OpenWear Stereo Pro sogar beim Kauf eines Xiaomi 15T Pro bei – ein starkes Bundle für alle, die ein neues Smartphone suchen.

Technische Eckdaten im Überblick

  • OWS-Design mit sicherem Ohrhaken
  • Gewicht: 9,8 g pro Hörer, 53 g Case
  • IP54-Schutz für die Hörer
  • Bluetooth 5.4 mit Dual-Device-Pairing
  • Treiber: 18×13-mm-Dynamik, piezoelektrische Tweeter, zwei Balanced-Armatures
  • Codecs: SBC, AAC, LDAC
  • Harman-Soundpresets
  • Batterien: 56 mAh (Hörer), 700 mAh (Case)
  • 8,5 Stunden Nutzung pro Ladung, bis zu 45 Stunden gesamt
  • USB-C-Laden, 10-Minuten-Schnellladen
  • 360-Grad-Headtracking, adaptiver Lautstärkeausgleich, Sprachaufzeichnung

Endfazit

Die Xiaomi OpenWear Stereo Pro sind eine klare Empfehlung für alle, die offene Kopfhörer mit hochwertigem Klang, ausdauernder Batterie und hohem Tragekomfort suchen. Sie zeigen, dass OWS-Modelle längst nicht nur ein Lifestyle-Gadget sind, sondern ernsthafte Alternativen zu klassischen In-Ears darstellen können – vorausgesetzt, man möchte nicht von der Außenwelt abgeschottet sein. In ihrem Segment gehören sie aktuell zu den besten Optionen am Markt.

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3 kommentare

tilt December 7, 2025 - 10:05 am

Klingt viel besser als andere offene Kopfhörer, echt überraschend!

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SilentStorm December 27, 2025 - 8:35 am

Preis ist hoch, aber die Akkulaufzeit überzeugt mich total

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Virtuoso January 1, 2026 - 12:56 am

Top Review, danke! Genau sowas wollte ich vor dem Kauf lesen

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