Google hat YouTube Music mal wieder überarbeitet – diesmal betrifft es die Now Playing-Ansicht auf Android und iOS. 
Während das Material-3-Update im Sommer vor allem optische Spielereien brachte, setzt das neue Redesign stärker auf Bedienbarkeit und Übersicht. Weniger Schnickschnack, mehr Klarheit.
Ganz oben fällt sofort auf: Der bekannte Schalter zwischen „Song/Video“ ist verschwunden. Stattdessen wirkt der obere Bereich nun aufgeräumter. Das Cast-Symbol bleibt weiterhin oben rechts neben dem Drei-Punkte-Menü, sodass sich Musik schnell auf TV oder Lautsprecher streamen lässt. Die Wiedergabe-Buttons – Shuffle, Zurück, Play, Vorwärts und Wiederholen – sind nach oben über die Fortschrittsleiste gewandert. Diese Leiste selbst ist deutlich dicker geworden, was das Spulen deutlich angenehmer macht.
Auch die Interaktions-Buttons haben ihren Platz gewechselt. Früher gab es Like/Dislike, Kommentare, Speichern und Teilen. Jetzt gibt es ein Karussell mit Like/Dislike, Songtext-Anzeige und einem neuen Song/Video-Schalter. Positioniert unterhalb der Fortschrittsanzeige sorgt das für mehr Ordnung auf dem Screen.
Praktisch ist auch die neue Handhabung der Warteschlange. Der alte „Up Next“-Button wurde durch einen Griff ersetzt. Zieht man ihn hoch, erscheint die aktuelle Playlist oder der Radiosender. Tippt man ihn nur an, öffnet sich eine geteilte Ansicht: Oben der aktuelle Song, darunter die nächsten vier Tracks. Damit bekommt man Infos über die Queue, ohne die Ansicht zu verlassen.
Die Bereiche „Ähnliche Songs“ und „Songtexte“ sind ebenfalls leichter zugänglich. Sie lassen sich aufklappen, und im geschlossenen Zustand wird nur der aktuelle Titel angezeigt. So bleibt die Oberfläche schlank.
Die Kehrseite: Das Update wird serverseitig verteilt, es erscheint also nicht bei allen Nutzern gleichzeitig. Auf Android berichten einige, dass man die neue Ansicht erzwingen kann, indem man unter „Einstellungen > Apps > Alle Apps“ YouTube Music auswählt, „Stopp erzwingen“ drückt und die App neu startet. Funktioniert aber nicht immer – Geduld ist angesagt.
Viele scherzen schon, Google habe ein Team von Designern, das nur damit beschäftigt ist, Buttons hin- und herzuschieben. Am Ende sorgt es aber dafür, dass die App nicht veraltet wirkt und sich an Nutzungsgewohnheiten anpasst.
Im Streaming-Markt bleibt es spannend: Spotify punktet weiterhin mit starken Empfehlungen und einer sehr nutzerfreundlichen Oberfläche, auch wenn das verlustfreie HiFi-Angebot ewig auf sich warten lässt. Apple Music setzt auf Qualität – Lossless und 3D-Audio sind top, aber das Interface ist Geschmackssache. YouTube Music wiederum überzeugt mit seiner riesigen Bibliothek: Remixe, Live-Versionen und seltene Uploads, die man anderswo kaum findet. Wer Vielfalt will, findet hier seinen Favoriten.
Am Ende hängt es von den Prioritäten ab: Für beste Klangqualität ist Apple Music vorn, für Empfehlungen und Gratis-Nutzung (mit Werbung) bleibt Spotify eine gute Wahl. Wer Wert auf eine gigantische Sammlung legt, landet bei YouTube Music. Und mit der überarbeiteten „Now Playing“-Ansicht ist die App jetzt auch noch einen Tick benutzerfreundlicher.
2 kommentare
apple music Soundqualität ist top, aber die App nervt mich
ich finde den Free-Tarif von yt music angenehmer als bei spotify